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Selbstzweifel


anna2501

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Geschrieben

Hallo,

Ich bin noch relativ neu im Beruf und finde meine Arbeit schön, genieße die Zeit die ich mit meinen Patienten verbringen kann und gebe mein bestes ihnen zu helfen allerdings stelle ich immer wieder fest, dass meine Patienten keinerlei Fortschritte machen oder sich die Symptomatik nicht verbessert.

Selbstzweifel werden immer mehr.
Mache ich irgendetwas falsch?
ich beobachte meine Kollegen die im Prinzip auch nicht viel anders behandeln, von Weichteiltechniken über Mobilisationen, Eigenübungen und Massagen.
ich habe teilweise wirklich das Gefühl dass ich nichts richtig mache.
Sei es ein Schulter-Nacken Patient oder ein LWS Patient, es wird nichts besser.
Es kommen auch keine positiven Rückmeldungen von den Patienten außer dass man sich mit mir so toll unterhalten kann.

Jetzt frage ich mich was da los ist? Kann man bei all den Techniken So viel falsch machen? Bin ich tatsächlich so unfähig?

Ich fange schon an, an mir zu zweifeln ob ich überhaupt einen Muskeltonus senken kann...
diese Selbstzweifel begleiten mich jeden Tag und ´´fressen´´ mich so langsam auf.
Ich verliere die Freude am Beruf.

irgendwelche Ratschläge?

  • 3 months later...

Geschrieben

Hallo anna,

sorry, tut mir ja fast leid, dass sich noch keiner gemeldet hat.

Also ersteinmal will ich dir alles an schlechtem Gewissen nehmen was geht und dir sagen: Mach dir kein Stress!

Ich denke, jeder hat bzw. kennt dieses Gefühl während oder nach seiner Ausbildung mal in dieser Situation zu sein! 

Wenn es bei mir manchmal so gewesen ist(was auch heute noch manchmal so ist) -denn man kann einfach nicht jedem helfen-

neigt man dazu, das auf sich "abzuwälzen". Ich kann dir nur sagen: Hab KEINE Angst! Ich hab mir dann immer gesagt, "auch wenn ich demnjenigen jetzt nicht helfen konnte, konnte ich mit ihm mal lachen und dem Patienten wenigtens in der Zeit, in der er da ist, positive Ansichten vermitteln und ihm eine gute Zeit geben". Natürlich ist dein erstes Ziel eine Einschränkung zu beseitigen, aber kein Beruf ist so Erfahrungsabhängig wie der Physio. Mach dir da jetzt mal kein Kopf, sonst wirst du nicht alt :P

 

Und sag dir immer eins: Allein das du diesen Beruf schon gelernt hast und helfen möchtest, ist nobel!

Und orientiere dich nicht soviel an anderen, andere brüskieren sich so schnell und können am Ende nicht viel mehr als du!

Kopf hoch und vorwärts ;) Wenn was ist, kannst du dich gerne auch weiterhin an uns/mich wenden. 

Viele Grüße!

Geschrieben

Hallo Anna, auch ich bin letztes Jahr erst fertig geworden und mir ging es ähnlich.

Ich hab die Zweifel dadurch überwunden, dass ich mir immer wieder klar gemacht habe, wieviel ich alles für die Prüfungen gelernt habe und sie dann gut bestanden habe. Der Rest legt sich mit der Zeit. Wie Eryk schon sagte, der Beruf verlangt viel Erfahrung und die kommt nicht so schnell. Mit hat es außerdem geholfen relativ schnell mit der MT anzufangen. Damit kann man viel erreichen, auch wenn nicht alles perfekt ist.

Und ganz wichtig, immer von dir selber überzeugt sein. Wenn der Patient deine Unsicherheit merkt, wird er selber unsicher.

  • 4 weeks later...
Geschrieben

Hallo,

Vielen lieben Dank für eure Antworten?

Ich will euch nicht vollkommen aber irgendwie muss ich es los werden und hab niemandem bei dem ich mich traue darüber zu sprechen.

Es deprimiert mich einfach, ich hab das Gefühl, dass ich von meinem Beruf absolut keine Ahnung habe. Ich kenne zwar die Anatomie oder Physiologie aber ich kann es nicht mit Krankheitsbildern zusammenbringen. Ich glaube mir fehlt es am Verständnis.

Da ich im Moment in einer Massage orientieren Praxis arbeite, nicht wundern über die viele Massagen...

Hier mal Beispiele:

Hatte nen Schulterpatient und hab 30 Minuten wirklich kräftig massiert, querfrikitonen an Schulterblattmuskeln gemacht etc. Danach fühlte er absolut keine Veränderung.

Selbes bei einer LWS-Patientin.

Eine lymphdrainage patientin für ne Stunde. Schwellung deutlich um die Knöchel, nach Lymphdrainage keine veränderte Situation.

Wenn meine Kollegen massieren, habe ich das Gefühl die wissen genau was zu tun ist und die Leute fühlen sich toll danach.

Was mach ich denn bloß falsch?

Es belastet mich so sehr. ?

 

 

Geschrieben

Hallo Anna,

die Schulter ist ein sehr muskelgeführtes Gelenk, daher ist eine Massage erstmal eine gute Wahl. Trotzdem gibt es bestimmt Befunde, bei denen man mit einer klassischen Massage nicht weit kommt. Da helfen Trigger-Punkt-, Relaxations-, Dehnungs- oder Gelenkspielbehandlungen. Die Schulter hängt funktionell mit der HWS zusammen. Vielleicht lieg da das Problem. Und da kannst du noch so gut massieren und es wird sich nicht ändern.

Zum anderen wissen wir nicht was unsere Patienten in der Freizeit machen. Vielleicht machen sie wieder die Tätigkeit die die Schmerzen verursacht haben oder tragen keine Kompressionsstrümpfe. Womit wir beim nächsten Thema wären. Mich deprimierte es auch immer, wenn ein Lymphödem nicht abschwellen wollte. Bis ich mir klar gemacht habe, dass es nicht an mir liegt. Wenn ich meine Behandlung gut machen und den Patienten zum tragen von Kompressionsstrümpfen hinweise, und er es nicht tut, ist er selber schuld.

Wenn du deine Behandlung so gut machst, wie du es nach deinem persönlichen aktuellem Wissensstand machst, kannst du dir nichts vorwerfen. Und manche Sachen werden erst nach der vierte Behandlung besser.

Nur Mut, nicht aufgeben :)

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Gast
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  • Beiträge

    • gianni
      Es gibt verschiedene Theorien und Ansichten, wie sich eine Fehlfunktion der einzelnen Segmente C1, C2 und C3 auf die Augen auswirken, je nachdem mit welcher "Brille" das Problem betrachtet wird. Die Neurologen sagen: Das Auge wird vom 2. Hirnerven versorgt und hat nix mit der WS zu tun. Die Osteopathen: C1 (Atlas) wirkt sich auf die Augen aus. Die Chinesen (Akupunktur): Behandeln C2/3 und die Ohrpunkte (Bild oben). Ich: bin auch der Meinung, dass C2 und der Trigeminus-Nerv (Kiefer) etwas damit zu tun hat. Da der Trigeminus zwischen den beiden Nerven sitzt, das für die Augenbewegung verantwortlich ist. Wird durch das nächtliche pressen oder knirschen der Zähne dieser Kiefernerv gereizt, kann er die benachbarten Hirnnerven mit stimulieren.     I - N. olfactorius (Riechen) II - N. opticus (Sehen) III - N. oculomotorius (Augenbewegung) IV - N. trochlearis (Augenbewegung) V - N. trigeminus (Gesichtssensibilität, Kaumuskulatur) VI - N. abducens (Augenbewegung) usw...
    • Gast Marilu
      Hallo, vielen Dank für deine Antwort und das Kompliment.  Da ich meine Krankheitsphase mittlerweile so vielen Ärzten schildern musste, sprudelt sie wahrscheinlich schon wie ein Gedicht heraus.  Vielen Dank für diese Hinweise. Glücklicherweise konnte ich meinen Termin in der Physio Praxis so umändern, dass ich wieder eine osteopathische Behandlung erhalte. Ihre Kollegin hat auch ganz tolle Arbeit geleistet, darf wohl aber als Manualtherapeutin die ersten beiden Wirbel nicht manipulieren.  Mein Termin beim Orthopäden war leider ernüchternd. Da ich keine strukturellen Defizite habe per MRT Befund, sei das nicht seine Baustelle. Ich konnte ihn allerdings überreden mich wenigstens noch einmal händisch zu untersuchen. Er stellte fest, dass mein Kiefer nicht richtig arbeitet und empfahl mir eine Zahnschiene zur Nacht. Das sagte meine Therapeutin ebenfalls. Der Termin steht demnächst beim Zahnarzt an. Und ein Rezept für Physiotherapie konnte ich ihm auch noch aus dem Ärmel schütteln. Aber mehr nicht. Er ist überzeugt, dass die Ursache wo anders liegt. Auch die Sehproblematik sei nicht mit der HWS begründbar. Das habe ich auf mehreren Seiten im Internet allerdings bereits anders gelesen und auch meine Osteopathin sagte, dass ein Zusammenhang bestehen kann. Könnte es sein, dass auf Grund der hypertonen Kiefermuskulatur die Augenmuskulatur betroffen ist ? Das sitzt ja alles sehr eng beieinander. Oder wäre der Vagus Nerv auch eine mögliche Ursache für die Augenproblematik ? Sowohl Neurologe als auch Orthopäde finden diese Symptomatik unpassend zu einer HWS Problematik. Der Orthopäde möchte mich nach Abschluss meiner Therapie gerne wiedersehen allerdings nur, weil Zitat: "er es spannend findet ob es was gebracht hat".    Vielen Dank und einen schönen Tag! 
    • gianni
      Hallo Marilu, zunächst muss ich dir ein Kompliment machen, deine Art zu schreiben liest sich wie ein spannender Roman. So wie du uns deine Leidensgeschichte schilderst, gehe ich auch stark davon aus, dass der Übeltäter im hochzervikalen Bereich zu suchen ist. Die Symptomatik, wie Schwindel, Blutdruckschwankungen, Übelkeit, usw. spricht für sogenannte  vegetative Entgleisungen, das vom "Nervus Vagus" ausgelöst wird. Dieser Vagusnerv muss in irgendeiner Weise provoziert werden um diese Symptome auszulösen. Da du immer wieder berichtet hast, dass die Beschwerden meist in der Nacht oder am Morgen auftreten oder sich verstärken, wäre meine Vermutung, dass eine Bandinstabilität der Wirbel C1-C3 als Ursache möglich wäre. Lass das mal abklären. Am einfachsten von deiner Physio mit "Safetytest" (Sicherheitstests/Provokationstests zur Identifikation struktureller Instabilitäten der oberen HWS) oder über Funktionsaufnahmen im MRT oder Röntgen.    

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