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Bizepssehnentzündung Behandlungstipps

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Gast lad_oli

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Gast lad_oli

Guten Tag,

 

kurz zu meiner Problematik. Ich habe vor circa 4 Monaten beim Krafttraining zuerst ein ziehen am linken Schulterblatt und dann einen Schmerz in der linken Schulter erlebt. Daraufhin habe ich das Training erst einmal eingestellt. Der Schmerz in der linke Schulter blieb allerdings. Nach ein paar Wochen bin ich dann zum ersten Orthopäden. Dieser hat ein Röntgen von der linken Schulter gemacht, wobei der subakromialer Raum von den knöchernen Strukturen wohl ausreichend ist. Diagnostiziert wurde eine Bizepssehnenentzündung. Mir wurde empfohlen die Schulter ruhig zu stellen und Voltaren zu schmieren. 

Nachdem die Schmerzen nicht besser wurden, ging ich zu meinem Hausarzt um seine Meinung einzuholen. Dieser veranlasste ein MRT und verschrieb mir Physiotherapie. Der Befund des MRT lautete allenfalls Entzündung der Supraspinatussehne. Nach Beginn der Physiotherapie begannen jedoch die gleichen Schmerzen auch in meiner Rechten Schulter aufzutreten. Nach Vorstellung bei einem zweiten Orthopäden zur Einholung einer Zweitmeinung wurde mir eine multidirektionale Schulterinstabilität sowie ein funktionelles Schulterimpingement attestiert. Die Behandlung bestand weiter in der Stärkung der Schulterstabilisatoren durch Physiotherapie und Eigenübungen. Hierbei hatte ich an einigen Tag so gut wie keine Schmerzen. An anderen Tagen kamen die Schmerzen wieder, ohne dass ich einen direkten Zusammenhang zu einer Überlastung oder ähnlichem fetststellen konnte. Während den Schmerzphasen nahm ich Diclofenac ein und kühlte die stellen. Auf Nachfrage beim Arzt gab dieser mir den Rat die Übungen auch in den Schmerzphasen durchzuführen.

Nachdem ich in einer Schmerzphase Übungen für die Außenrotatoren, Innenrotatoren sowie den Serratus anterior gemacht habe, habe ich nun seit einem Monat starke Schmerzen in beiden Schultern. Eine Ultraschalluntersuchung ergab Entzündungen beider Bizepssehnen. Eine erstmalige Ruhigstellung zur Besserung in der akut Phase, hat bis her keine Besserung gebracht. Die Schmerzen sind eigentlich nur durch die Einnahme von Schmerzmitteln zu ertragen. Kortisonspritzen haben nur ca. 3-4 Tage kurze Besserung gebracht. 

 

Jetzt zu meinen Fragen. 

 

1. Die Schonung hat  absolut nichts gebracht. Daher wollte ich jetzt auch wieder mit Übungen und Physiotherapie anfangen, haltet ihr das trotz der starken Schmerzen für die richtige Lösung? Wenn ja was für Übungen würdet ihr mir empfehlen?

 

2. Meint ihr die Schmerzen beziehungsweise Entzündungen werden durch das Impingement und die Instabilität immer wieder neu angefeuert und gehen deshalb nicht weg?

 

3. Ich suche in Düsseldorf noch einen Physio, der mit Schulterinstabilität und Impingement schon Erfahrungen hat, kennt vielleicht jemand wen?

 

Schon einmal vielen Dank, falls sich jemand die Mühe gemacht hat sich das ganze bis zum Schluss durchzulesen.

 

LG

 

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vor 11 Stunden schrieb Gast lad_oli:

1. Die Schonung hat  absolut nichts gebracht. Daher wollte ich jetzt auch wieder mit Übungen und Physiotherapie anfangen, haltet ihr das trotz der starken Schmerzen für die richtige Lösung? Wenn ja was für Übungen würdet ihr mir empfehlen?

Davon würde Ich dir aufjedenfall abraten Gast lad-oli: Es gilt immer solange der Schmerz present ist keine Übungen machen, da diese den Schmerz verstärken könnten. Der Schmerz kommt ja oft von einem Reizungs- und Verletztungszustand einer bestimmten Struktur. Um zu verstehen warum man nicht in den Schmerz gehen sollte muss Ich das mal kurz erklären. Dafür gibt es eigentlich zwei Gründe

1. Ein Schmerz ist ein Warnsignal. Ist eine Struktur geschädigt oder befindet sich in einer misslichen Lage weil sie z.b. eingeklemmt ist (z.b. Nerv bei einem Bandscheibenvorfall, Miniscus oder Supraspinatussehne) dann springen die sog.Schmerzrezeptoren an und senden Schmerzsignale über Nervenbahnen ins Gehirn. Würde man diese Schmerzen ignorieren dann wird das Gewebe natürlich noch mehr geschädigt. Ist zb. die Supraspinatussehen unter dem Schulterdack eingeklemmt und Ich bewege immer schön meinen Arm nach oben dann reibt das das Schulterdach solange daran bis sie letztendlich durchgerissen ist.

 

2.Wir wollen ja das die Struktur die verletzt ist heilt. Das funktioniert nur in dem das Gewebe eine gute Durchblutung, also einen guten Stoffwechsel hat. Somit bekommt das Gewebe die zur Heilung notwendigen Nährstoffe und andere Stoffe werden wieder abtransportiert. Nun, was passiert bei einem starken Schmerz? Es wird Adrenalin ausgeschüttet, also ein Streßhormon. Dieses veranlasst daß sich die Blutgefäße, die Kapillare zusammenziehen. Es findet also keine gute Durchblutung mehr statt die wichtig ist für die Heilung. Ist das Gewebe letztendlich geheilt oder man löst die Kompression der Struktur dann lassen die Schmerzen nach.

 

Also  in den Schmerz reinzuüben ist somit quatsch😉

 

vor 12 Stunden schrieb Gast lad_oli:

2. Meint ihr die Schmerzen beziehungsweise Entzündungen werden durch das Impingement und die Instabilität immer wieder neu angefeuert und gehen deshalb nicht weg?

 

Im Prinzip ist das Impingmentsyndrom, die Entzündung und er Schmerz der daraus resoltiert ja nur ein Symptom. Die Ursache könnte somit die Instabilität sein. Hierbei ist wichtig sowohl eine Symptom- als auch eine Ursachenbehandlung durchzuführen. Dabei gilt Symptom vor Ursache.

Zuerst sollte sich immer um die gereizten Strukturen gekümmert werden. Das sind Manuelle Maßnahmen die vom Physiotherapeuten/in durchgeführt werden. Im imaginären Physiowerkzeugkoffer befinden sich auch Techniken zur Entlasstung, z.b. bei einer eingeklemmten Sehne. Als Zusatzmaßnahme bietet sich eine Ultraschall-oder Stromtherapie an. Gekoppelt damit hat man gute Erfolge.

klingen die Schmerzen und der Reizzustand ab beginnt man vorsichtig mit der aktiven Therapie. Diese beinhaltet bestimmte Übungen vorallem um das Schultergelenk zu stabilisieren. Hier wird dann die Intensität und Anforderung langsamm gesteigert aber immer im schmerzfreien Bereich.

 

vor 12 Stunden schrieb Gast lad_oli:

3. Ich suche in Düsseldorf noch einen Physio, der mit Schulterinstabilität und Impingement schon Erfahrungen hat, kennt vielleicht jemand wen?

 

Leider Nein, komm aus Oberfranken, da wüsste Ich aber einen🤣

 

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vor 11 Stunden schrieb bbgphysio:

Davon würde Ich dir aufjedenfall abraten Gast lad-oli: Es gilt immer solange der Schmerz present ist keine Übungen machen, da diese den Schmerz verstärken könnten. Der Schmerz kommt ja oft von einem Reizungs- und Verletztungszustand einer bestimmten Struktur. Um zu verstehen warum man nicht in den Schmerz gehen sollte muss Ich das mal kurz erklären. Dafür gibt es eigentlich zwei Gründe

1. Ein Schmerz ist ein Warnsignal. Ist eine Struktur geschädigt oder befindet sich in einer misslichen Lage weil sie z.b. eingeklemmt ist (z.b. Nerv bei einem Bandscheibenvorfall, Miniscus oder Supraspinatussehne) dann springen die sog.Schmerzrezeptoren an und senden Schmerzsignale über Nervenbahnen ins Gehirn. Würde man diese Schmerzen ignorieren dann wird das Gewebe natürlich noch mehr geschädigt. Ist zb. die Supraspinatussehen unter dem Schulterdack eingeklemmt und Ich bewege immer schön meinen Arm nach oben dann reibt das das Schulterdach solange daran bis sie letztendlich durchgerissen ist.

 

2.Wir wollen ja das die Struktur die verletzt ist heilt. Das funktioniert nur in dem das Gewebe eine gute Durchblutung, also einen guten Stoffwechsel hat. Somit bekommt das Gewebe die zur Heilung notwendigen Nährstoffe und andere Stoffe werden wieder abtransportiert. Nun, was passiert bei einem starken Schmerz? Es wird Adrenalin ausgeschüttet, also ein Streßhormon. Dieses veranlasst daß sich die Blutgefäße, die Kapillare zusammenziehen. Es findet also keine gute Durchblutung mehr statt die wichtig ist für die Heilung. Ist das Gewebe letztendlich geheilt oder man löst die Kompression der Struktur dann lassen die Schmerzen nach.

 

Also  in den Schmerz reinzuüben ist somit quatsch😉

 

Im Prinzip ist das Impingmentsyndrom, die Entzündung und er Schmerz der daraus resoltiert ja nur ein Symptom. Die Ursache könnte somit die Instabilität sein. Hierbei ist wichtig sowohl eine Symptom- als auch eine Ursachenbehandlung durchzuführen. Dabei gilt Symptom vor Ursache.

Zuerst sollte sich immer um die gereizten Strukturen gekümmert werden. Das sind Manuelle Maßnahmen die vom Physiotherapeuten/in durchgeführt werden. Im imaginären Physiowerkzeugkoffer befinden sich auch Techniken zur Entlasstung, z.b. bei einer eingeklemmten Sehne. Als Zusatzmaßnahme bietet sich eine Ultraschall-oder Stromtherapie an. Gekoppelt damit hat man gute Erfolge.

klingen die Schmerzen und der Reizzustand ab beginnt man vorsichtig mit der aktiven Therapie. Diese beinhaltet bestimmte Übungen vorallem um das Schultergelenk zu stabilisieren. Hier wird dann die Intensität und Anforderung langsamm gesteigert aber immer im schmerzfreien Bereich.

 

Leider Nein, komm aus Oberfranken, da wüsste Ich aber einen🤣

 

Hey,

 

Ersteinmal vielen Dank für deine Antwort. Das war schon ein Mal sehr hilfreich. Wie lange kann denn so ein Reizzustand anhalten. Habe ja wie beschrieben bereits seit ca. 1 Monat starke Schmerzen und trotz Ruhigstellung keine Besserung. 

 

Ich bin eben davon ausgegangen, dass man ohne Ursachenbeseitigung auch das Symptom nicht in den Griff bekommt, da dieses immer wieder "getriggert" wird. Habe später einen Termin bei meinem Orthopäden und werde ihn nach manueller Therapie fragen.

 

Wäre es sonst nicht möglich einzeln wieder Übungen einzubauen und jeweils zu schauen, ob diese jeweils das Symptom weiter triggern oder eben nicht? Es fühlt sich einfach schlecht an solange rumsitzen und nichts zu machen. 

 

Vielen Dank schon einmal für die Antwort.

 

LG

 

 

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Hallo Gast Lad-oli,

ich kann dich verstehen, hatte mich Anfang des Jahres verletzt und weiß, wie nervend und frustrierend das ist nur  rumzusitzen. Aber wie oben bereits erwähnt, in den Schmerz reinzuarbeiten ist quatsch - was aber nicht zwingend heißt, dass du nichts machen kannst. 

 

Ich würde dir empfehlen, was für die Entspannung deiner Arme und Schultern zu tun. Sehnenreizungen, die irgendwann zu Sehnenentzündungen führen entwickeln sich meistens zwar aus mehreren Faktoren (Überlastung, Fehlstellungen, Ausweisbewegungen, etc.), aber vor allem dadurch, das der Muskel durch was auch immer in einem hypertonen, also angespannten Zustand verbleibt, denn ein verkürzter Muskelbauch zieht immer an seinen Sehnen; So lange kann also eine Reizung auch anhalten, bis der Muskel wieder Locker wird (natürlich auch hier wieder die anderen Faktoren mit beachten, deswegen schwierig zu pauschalisieren) Mein Rat also: Versuch den Biceps durch (Eigen-)Massage ein wenig zu lockern - drück dabei aber nicht wie wild darauf herum, dass kann dazu führen, dass die Sehne dann noch mehr gereizt wird - und "schiebe" dabei tendenziell immer vom Muskelbauch zu den Schmerzen, also zu deiner Bicepssehne hin. Zusätzlich ist Wärme sinnvoll (-> Durchblutung), lokal direkt auf der Schmerzstelle und dem Muskel(n) selbst, als auch global, d.h. heiße Dusche, heißes Bad oder Sauna. Dazu kann man auch mit einer ausgewogenen Ernährung unterstützen (Im Kontraktionszyklus benötigen wir Energie für die Relaxtion nach der Anspannung, wofür wir besonders Kalium und Magnesium brauchen, aber natürlich auch andere Stoffe)

 

Manuelle Therapie finde ich gut, und in deinem aktuellen Stadium sinnvoller als ein Übungsprogramm, weil du hier auch eher passiv bleibst. 

 

Ich sehe es auch so, dass man immer eher die "Ursachenbekämpfung" im Blick haben sollte, aber gerade bei akuten Schmerzen ist es schon sinnvoll, erst einmal diese herunterzufahren, da man ja sonst ggf. gar nicht die Chance hat, die Ursache in den Griff zu bekommen, sprich erst die Reizung und die Schmerzen minimieren, bevor man mit Übungen beginnt, an der Instabilität zu arbeiten. 

Einzelne lockere Übungen kannst du einbauen (ist ja schließlich dein Körper), um den Zustand zu beobachten, vom Training an Oberkörper, Schultern und Armen würde ich dir im Augenblick jedoch abraten. 

 

P.S. großartig Dehnen würde ich an deiner Stelle auch nicht, da es wenig Einfluss auf den Spannungszustand des Muskels hat und du damit noch vermehrt an den Sehnen ziehst, wenn diese (noch) nicht nachlassen können. 

 

Lieben Gruß

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Guten Abend,

 

vielen Dank für die Rückmeldung. Werde die Wärmebehandlung und die Eigenmassagen mal ausprobieren. Kühlen sollte ich momentan wohl eher weglassen, um die Durchblutung nicht zu stören, richtig?

 

Kurzes Update. Mein Orthopäde hat mir jetzt Krankengymnastik verschrieben und meinte ich kann mit dem Rezept auch Elektrotherapie sowie Wärme- und Kältetherapie in Anspruch nehmen. Manuelle Therapie wollte er nicht verschreiben, da er die Befürchtung hatte, dass eine Friktion oder ähnliches im momentanen Zustand noch zu viel sein könnten. Zusätzlich habe ich ein Rezept für die Leihe eine TENS-Gerätes erhalten, damit ich die Elektrotherapie nach Anleitung durch den Therapeuten auch selbständig vornehmen kann. Haltet ihr die das für sinnvoll?

 

Was haltet ihr von negativen Bizepscurls gegen die Entzündungen. Ist das momentan noch zu früh oder könnte das auch helfen um Spannung von der Sehne zu nehmen?

 

Vielen Dank schon einmal für die wertvollen Tipps. 

 

LG

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Hallo

 

Kühlen würde ich persönlich weglassen. Bei Elektrotherapie und TENS kenne ich mich persönlich nicht genug aus, um dir guten Gewissens eine Empfehlung zu geben, ich würde es an deiner Stelle ausprobieren und wenn es guttut dann gut.

 

Von negativen Curls rate ich dir ab, da es sich um exzentrische Muskelarbeit handelt, die im vergleich zur konzentrischen Arbeit für den Muskel anstrengender ist und mehr belastet. 

 

Gerne und gute Besserung!

 

 

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