In der britischen Medizinzeitschrift 'British Medical Journal' gaben Akademiker bekannt, dass Behandlungen an der Wirbelsäule nicht unbedingt zur Linderung von Nackenschmerzen und Verkrampfungen dienen und gegebenenfalls weit aus schlimmere Folgen haben könnten. Den Physiotherapeuten, den Osteopathen und den Chiropraktikern wird daher empfohlen diesen Therapieweg zu verlassen, da er beim Patienten zu Schlaganfällen führen könnte.
Dieser Ansicht ist auch ein Dozent der Brunel University, welche auf Forschung und Rehabilation spezialisiert ist und er wird dabei von weiteren Dozenten der Universitäten Warwick und Notre Dame in Australien untersützt. Ein Physiotherapeut kritisiert sogar seine Kollegen, welche die Wirbelsäulenbehandlung vorziehen, dahin gehend, dass er den Hinweis auf die möglichen Nebenwirkungen dieser Technik als Grund für die Aufgabe dieser Technik sieht. Zu dem wurde im Rahmen einer Cochrane-Überprüfung festgestellt, dass eine kausale Verbindung zwischen der bezeichneten Behandlung und Schlaganfällen besteht. Weiterhin zeigte sich, dass einzelne Behandlungen nur kurzfristig den Schmerz lindern und die Nackenschmerzen verbessern. Auf lange Sicht konnte schließlich kein Nutzen der Wirbelsäulenbehandlung für Nackenschmerzen erkannt werden.
Der Grund für einen Schlaganfall verdeutlicht, warum eine Wirbelsäulenbehandlung nicht ratsam ist. Durchblutungsstörungen, beispielsweise in der Form von Minderdurchblutungen, führen dazu, dass die Nervenzellen nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff und anderen Substraten versorgt werden und enden schließlich in einem Schlaganfall. Wenn man sich nun dessen bewusst ist, dass die Wirbelsäulenbehandlung auf Arterien drücken könnte und schließlich die Hauptschlagader oder die Arteria basilaris, welche das Gehirn mit Sauerstoff versorgt, betroffen sein könnten, wird hoffentlich deutlich, dass ein gewisses Risiko nicht auszuschließen ist.
Den genannten Vorwürfen und Folgen einer Wirbelsäulenbehandlung entgegnete ein kanadischer Professor, dass wiederum andere Qualitätsbeweise bestehen, die eine kausale Verbindung verneinen. Seiner Ansicht nach sollte diese Technik weiterhin eine Option für Therapeuten sein. Von anderer Seite kam jedoch wiederum der Einwand, aus welchem Grund man eine Behandlungsmethode verwenden sollte, bei der es gute Gründe gibt, dass etwaige Gefahren nicht so einfach von der Hand zu weisen sind. Außerdem würde man auf Unverständnis und Unmut treffen, wenn statt vorhandener alternativer und risikofreier Behandlungen, eine Technik mit schwerwiegenden Folgen angewendet würde. Die medizinischen Berufe sollten das Vertrauen und die Sicherheit des Patienten als oberste Priorität ansehen. Nicht nur der Ausführende, sondern insbesondere auch der jeweilige Berufsverband, wie auch die Chartered Society of Physiotherapy, welcher mit Ausbildung- und Weiterbildungsmöglichkeiten in diese Richtung hinwirken sollten, steht in der Pflicht.
Ein Anfang wäre beispielsweise die Empfehlung, dass Wirbelsäulenbehandlung bei Hals- und Nackenschmerzen nicht als erster Behandlungsweg herangezogen wird. Darüber hinaus könnte in Betracht gezogen werden, eine Liste derer zu erstellen, welche im Rahmen einer solchen Behandlung profitieren und welche nicht. Insbesondere das Verfassen von Leitlinien in Hinblick auf das jeweilige Risiko für den einzelnen Patienten könnte hilfreich sein. Abschließend ist vonseiten der Charterd Society of Physiotherapie festzuhalten, dass keinesfalls ein Verbot im Hinblick auf die Behandlungstechnik ergehen soll. Vielmehr wolle man sensibilisieren und auf etwaige Risiken für den einzelnen Patienten aufmerksam machen.
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18.07.2012 12:54
es gibt viele Manipulationstechniken für die HWS, welche werden hier eigentlich angesprochen?? alle? nur welche für die Kopfgelenke? ist Manipulation an C7 genauso gefährlich wie bei C0? ...es bleiben viel zu viele Fragen offen um pauschal Empfehlungen auszusprechen, wie man besser therapieren sollte.....