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    Stephan

    Kapselmuster - Diagnose und Deutung für die Manuelle Therapie

    Definition: Kapselmuster

    Ein Kapselmuster gibt ein für jedes Gelenk individuelles und charakteristisches Muster an, in dem ein Gelenk typischerweise einschränkt, wenn durch ein Krankheitsbild die Kapsel in ihrer Gesamtheit betroffen ist. Die Bewegungseinschränkung ist dabei von einen generierten Schmerz unabhängig.

    Test (angewandt im Rahmen der Manuellen Therapie)

    Die Bewegungsausschläge werden passiv und im Seitenvergleich in Grad getestet. Das Ausmaß der Einschränkung bestimmt die Ratio.

    Beispiel - Kapselmuster an der Schulter

    Das Glenohumeralgelenk schränkt bei degenerativen Erkrankungen in folgender Reihe ein:

    Außenrotation >>> Abduktion >> Innenrotation (Ratio 3 : 2 : 1)

    In diesem Beispiel ist die Außenrotation charakteristisch 3 mal so stark eingeschränkt wie die Innenrotation.

    Die genauen Abfolgen sowie deren Ratios unterliegen laufenden Veränderungen und Anpassungen, die in anbetracht aktueller Forschungsergebnisse vorgenommen werden. So geben unterschiedliche Literaturen auch unterschiedliche Werte an. Wir haben uns auf häufige Werte aktueller Literatur bezogen.

    Wie wertet man Bewegungseinschränkungen im Sinne eines Kapselmuster aus?

    Findet man bei einem Patienten bei passiven Bewegungen im Seitenvergleich diese Bewegungseinschränkungen, dann liegt mit sehr großer Sicherheit ein Kapselmuster vor. Sind nicht alle Bewegungen bzw. nicht in dieser Ratio eingeschränkt liegt jedoch nicht zwingend kein Kapselmuster vor. Sind zum Beispiel die Veränderungen in einem sehr frühen Stadium, so liegen die Einschränkungen im Bereich der Messungenauigkeit.

    Bei positivem Test kann man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einer Gelenkpathologie ausgehen, jedoch ist (wie oben beschrieben) es nicht möglich den Umkehrschluss zu ziehen, dass bei atypischen Einschränkungen oder anders definierten Ratios das Gelenk nicht betroffen ist!
    Es liegt eine relativ hohe Spezifität, jedoch keine zwingende Sensitivität der Tests vor.

    Schmerzfreie Gelenkpathologien mit charakteristischen Einschränkungen werden als Arthrose bezeichnet, schmerzhafte als Arthritis.

     

    Kapselmuster der einzelnen Gelenke

    Kapselmuster
     
    Ruheposition
     
    Verriegelte Stellung
     
    Hüftgelenk
    Art. coxae

    Innenrotation >>> Flexion > Außenrotation > Extension
    (Ratio: 3 : 1 : 1 : 1)

     

    30° Flexion
    25° Abduktion
    10° Außenrotation
    Extension / Abduktion / Innenrotation
    Kniegelenk
    Art. genu

    Flexion > Extension
    (Ratio: 5 : 1)

     

    20-25° Flexion maximale Extension
    Oberes Sprunggelenk
    Art. talocruralis

    Plantarflexion > Dorsalextension
    (Ratio 2 : 1)

     

    10° Plantarflexion maximale Dorsalextension
    Unteres Sprunggelenk
    Art. talocalcanearis

    Varusstellung

     

    10° Plantarflexion Valgusstellung
    Proximale Tarsalgelenke
    Art. calcaneocuboideum
    Art. talonavicularis

    Inversion > Eversion
    (Ratio 2 : 1)

     

    10° Plantarflexion maximale Plantarflexion
    Fußwurzelgelenke
    Art. tarsometatarsae

    nicht definiert

     

    nicht definiert nicht definiert
    Zehengrundgelenke
    Art. metatarsophalangae

    Extension > Flexion
    (Ratio 2 : 1)

     

    10° Extension maximale Extension
    Proximale und distale Interphalangealgelenke
    ( PIP + DIP )

    Beugung - Steckung
    (Ratio 1 : 1)

     

    5° Flexion maximale Extension
    Schultergelenk
    Art. glenohumeralis

    Außenrotation >> Abduktion > Innenrotation
    (Ratio 3 : 2 : 1)

     

    50° Abduktion
    30° Flexion (Anteflexion)
    = Scapulaebene - Scaption
    90° Abduktion
    maximale Außenrotation
    Acromioclaviculargelenk
    Art. acromioclavicularis

    endgradige Bewegungen

     

    Nullstellung Arm in 90° Abduktion
    Sternoclaviculargelenk
    Art. sternoclavicularis

    endgradige Bewegungen

     

    Nullstellung Arm in maximale Elevation
    Ellenbogengelenk
    Art. humeroulnaris

    Flexion >>> Extension
    (Ratio 5 : 1)

     

    70° Flexion
    10° Supination
    maximale Extension
    Art. humeroradialis

    Flexion >>> Extension
    (Ratio 5 : 1)

     

    maximale Extension 90° Flexion
    Art. radioulnaris proximalis

    Pronation - Supination
    (Ratio 1 : 1)
    (nur bei starker Einschränkung im HRG/HUG)

     

    70° Flexion
    30° Supination
    5° Supination
    Handgelenk
    Art. radiocarpea

    Dorsalextension - Volarflexion
    (Ratio 1 : 1)

     

    10° Volarflexion
    10° Ulnarabduktion
    maximale Dorsalextension
    Art. metacarpophalangae

    Flexion - Extension
    (Ratio 1:1)

     

    10° Flexion maximale Flexion
    Art. interphalangeales proximales ( PIP )

    Flexion > Extension
    (Ratio 2 : 1)

     

    15° Flexion maximale Extension
    Art. interphalangeales distales ( DIP )

    Flexion > Extension
    (Ratio 2 : 1)

     

    10° Flexion maximale Extension
    Art. carpometacarpales pollicis
    Reposition Mittelstellung aller Bewegungsachsen Opposition

    Foto:  Depositphotos 108175106 glisic_albin

    bearbeitet von Stephan



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