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    Osteopathie: Eigener Berufsstand in Sicht?

    Bisher handelte es sich beim Berufsstand des Osteopath um eine Weiterbildung für Physiotherapeuten, und nun hat sich sogar der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten dagegen ausgesprochen, dass die Osteopathie in Zukunft ein eigener Berufsstand wird. Man sei vielmehr daran interessiert, diese Weiterbildung künftig noch weiter auszubauen, damit die Physiotherapeuten auch in diesem Bereich besser ausgebildet sind. Vor zwei Jahre gab es eine Untersuchung, welche eindeutig belegt hat, dass es keine Defizite bei der Versorgung der Patienten gibt. Daraus hat die IFK den Schluss gezogen, dass die Weiterbildung zum Osteopathen vollkommen ausreichend ist, so dass kein zusätzliches Berufsfeld geschaffen werden muss. Die Weltgesundheitsorganisation hat einen Ausbildungsstandard für die Osteopathie vorgegeben, die Weiterbildung in Deutschland entspricht diesen Vorgaben größtenteils. Die Schaffung eines eigenen Berufsstandes könnte nach Meinung von Experten einige Probleme mit sich bringen. So gibt es in Deutschland einige Privatschulen, die mit ausländischen Universitäten zusammenarbeiten und dann besondere Abschlüsse wie den Master oder den Bachelor of Science anbieten. Bisher ist es in Deutschland so, dass Physiotherapeuten für die Dauer von fünf Jahren eine Weiterbildung absolvieren müssen, um als Osteopath arbeiten zu können. In der Regel ist es jedoch so, dass Patienten nicht direkt zu den Therapeuten kommen können, da sie weisungsgebunden sind. Deshalb ist es wesentlich einfacher, wenn ein Physiotherapeut die Zulassung als Heilpraktiker bei Gesundheitsamt erwirkt, denn dann kann er die Osteopathie auch im Erstkontakt durchführen. Nun sehen einige Verbände im Bereich der Physiotherapie eine Gefahr, wenn Therapeuten zuerst eine Weiterbildung zum Osteopathen absolvieren und dann anschließend noch den Titel des Heilpraktikers erwerben. Die Osteopathie soll demnächst auch in den Leistungsbereich der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden, doch viele befürchten, dass die Krankenkasse sich dann zu stark einmischen werden. In Deutschland ist die Osteopathie etwa seit den 70er Jahren bekannt, hier wird sie vor allem zur Therapie von Problemen im Bereich des Bewegungsapparates eingesetzt.


    Rückmeldungen von Benutzern

    Recommended Comments

    Osteopathie hat nichts mit Physiotherapie zu tun !!!
    Nicht einmal im entferntesten Sinne. Osteopathie ist eine eigenständige, ganzheitliche Sicht des Menschen und daher eine eigenständige "Medizin". Das hat nichts mit der dem krankengymnastischen Konzept des Bewegungsapparates zu tun. Als KG's oder Physios arbeiten wir hauptsächlich in der Reha und beschäftigen uns mit Bewegungsabläufen am BA.
    Ich verstehe nicht, warum Osteopahtie immer als Weiterbildung für Physios angesehen wird. In den USA ist Ostepathie ein eigenes Studium und man schließt als "Doctor in Osteopathy (D.O.)" ab. Die sind noch nie auf die Idee gekommen das mit Physiotherapie zu vergleichen, daran anzuhängen, oder darauf aufzubauen.
    Der Grund, warum bei uns die Osteopathie als Weiterbildung für Physios gesehen wird ist eher der, weil wir sehr starke Berufsverbände haben, die dafür sorgen dass wir uns diesen Beruf "unter den Nagel reißen können". Und, seien wir uns mal ehrlich, als Physios glauben wir doch viel zu oft was Besseres zu sein, oder nicht?
    Wenn man als Physiotherapeut ehrlich die Osteopathie betreibt, kommt man irgendwann zu dem Schluß, dass es sich hier um zwei verschiedene Paar Schuhe handelt. Ein bißchen KG und ein bißchen Osteopathie sind ungefähr so wie ein bißchen Schulmedizin gemixt mit ein bißchen Homöopathie, gespickt mit ein bißchen Akupunktur - Das ist alles Kauderwelsch und bringt meiner Meinung keinen Erfolg.
    Ich spreche mich ganz klar und deutlich für einen eigenen Berufsstand des Osteopathen aus und bin für eine strikte Trennung dieser beiden Berufsbilder!

    Euer radialnerve

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    Ich gebe "radialnerve" recht. Mich regt diese ganze Debatte total auf. Ich absolviere ein 5-Jahre-Studim und darf immernoch nicht eigenständig arbeiten oder abrechnen.
    In allen andere Ländern geht's doch auch...

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    Ich möchte mich meinen beiden Vorrednern anschließen!!!
    Ich finde es fatal, daß die Osteopathie für Physiotherapeuten in Teilsysteme (z.B. Craniosacrale) zerlegt und in diesen Teilsystemen den Patienten angeboten werden. Damit nehme ich der Behandlung jeglichen ganzheitlichen Kern und degradiere sie auf den Wellnesscharakter.
    Seit geraumer Zeit ist die Physiotherapie durch die Kassen auf 20 Minuten-Taktung degradiert. Das reicht kaum für eine gute physiotherapeutische Anwendung geschweige denn für eine viel umfassendere osteopathische Behandlung und wenn ich mir dann noch anschaue welche Bezahlung ein physiotherapeut bekommt, dann frage ich mich womit ein so umfangreiches und langfristiges Studium wie das der Osteopathie auch nur im Ansatz honoriert werden würde. Eine Manuelle Therapie, die eine mindestens 2jährige Fortbildung bedeutet, wird nur mit wenigen Cent mehr vergütet. Ich bin nicht bereit meine Motivation, meine Anstrengung, so viel meiner Zeit für so wenig zu verkaufen. Schon Physiotherapeuten sind unterbezahlt und müssen für ihre Ausbildung bezahlen wo die meisten anderen Berufe entweder durch ein Studium erworben werden oder aber in der Ausbildung schon vergütet werden. In anderen Ländern ist ein Physiotherapeut ein studiert. Diesen Dilemma darf NIEMALS auch für die Osteopathie in diesem Land Einzug halten!!!
    Grüße!
    Tinuviel

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    Bravo! Ich kann mich in allen Punkten meinen Vorrednern anschließen. Hoffentlich wird die Osteopathie niemals eine Kassenleistung. Das würde nur zum selben Schlamasssell führen, wie wir es in der PT kennen.
    Und ja: Osteopathie ist nicht mit der Pt zu vergleichen!

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    Sehr geehrte Damen und Herren,

    vielen dank für die nette Aufklärung. Ein bisschen abgehoben, dennoch sind gewisse Warheiten enthalten. Wenn sich aber dennoch jeder über die Gehälter aufregt, dann verstehe ich nicht warum es die Physios immer noch nicht geschafft haben zu streiken. Zur ganzheitlichen Sicht des Menschen, so liegt es doch wohl an jedem Therapeuten, also bitte auf dem Teppich bleiben.

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    Physios können nicht streiken,da wir politisch nicht als Akutheilberuf im Sinne Notfallversorgung angesehen werden,können demnach nicht erpressen.In der klinischen Versorgung funktioniert das natürlich besser,ist ja keinem geholfen,wenn jeder Patient ,der eingeliefert wird,einfach nicht versorgt wird,von klinischer Diagnostik mal ganz abgesehen.
    Aber keiner ist im Deutschen System gezwungen,zu einem Physio oder Osteopathen zu gehen,dann zwickt der Rücken halt weiter.Streiks würden eher dazu führen,dass noch mehr Physiotherapie in vor allem Krankenhäusern abgebaut wird.

    Es ist falsch,dass Physiotherapie nichts mit Osteopathie zu tun hat!!!!
    Es liegt ja schon in der Natur des MANUALmedizinischen Berufs,oder ist der osteopathische Triggerpunkt n anderer als der physio-Trigger.BGM hat nichts mit Faszien zu tun oder was?Es gibt ja auch n Riesen Unterschid zwischen PIR und MET....
    So ein Quatsch!
    Ich finde aber,dass sich Osteopathie und Manualtherapie UNTERSCHEIDEN,das seh ich auch so.Ich sehe die Osteopathie als sinnvolle Ergänzung für Physios an,mir fiele jetzt auch keiner ein,der besser vom Handwerk dafür geeignet wäre(Chiropraktik zähl ich nicht dazu),counterstrain werd ich ja wohl noch machen dürfen,oder soll ich nur ne Krankengymnastik mit zB einer Extremität machen?Dann bleib ich halt immer die Turnschwester und der Kneter.

    Ich bin Dafür,dass Osteopathie ein eigenständiger Beruf wird,weil:

    Krankenkassen DÜRFEN sich nicht einmischen,weil sie dann die Natur einer Osteopathischen Behandlung versauen,entweder durch zeitliche Limitierung oder Honorargedöhns,salonfähige Preise oder so,dann gibts irgendwann n Budget für Osteopathen..(wahrscheinlich 10,75 Euro pro Quartal oder so

    Die kassenärztliche Vereinigung ohnehin schon dagegen Sturm läuft,das Krankenkassen osteopathische Behandlungen finanzieren und eben immer noch viele Ärzte nicht zwischen Osteopathie von Physiotherapie unterscheiden können.
    Physiotherapie oder Osteopathie würden eher weniger verschrieben werden.

    mir meiner Meinung nach zuviele Berufsgruppen involviert sind,Ärzte machen diese Fortbildung ja auch,Physios und Ärzte halt ich für geeignet,häufig aber Arbeitsbedingungen von beiden nicht.Osteopathie gehört in ein eigenes Arbeitsumfeld,da sie nichts für 2 min,weder für 20 min ist und ausserdem zur IGEL verkommen könnte

    ich,rein wirtschaftlich gesehen in dem bisherigen System der Weisungsbefugnis geklärte Verhältnisse habe und lieber mit dem Arzt als Physio im Sinne einer Hierarchie zusammenarbeite,als mit einem Osteopathen/Manualmediziner mit Kompetenzgerangel.Der Arzt macht seinen Job und ich meinen.

    die Osteopathie an sich zu einem Trend verkommmt,wenn es jeder machen darf,
    sie soll speziell und TEUER bleiben,Gleichmacherei für Jedermann schadet immer der Qualität.

    Abschliessend:bin Physio und Osteopath,wenn ich in meiner Praxis keinen geeigneten Rahmen für eine OSTEO- Behandlung finde,mach ich auch keine.Aber ergänzt habe ich mein Spektrum in der MANUALMEDIZIN schon,ohne rumzumixen.

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