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Knorpelschaden hinter Kniescheibe


Gast Harald

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Geschrieben

Hallo,

kurz zu meiner Person. 185 cm, 95 kg, 49 Jahre.

Meine Kniebeschwerden fingen vor ca. 7 Jahren an. Nachdem ich einen Abend auf hartem Boden gekniet hatte, bekam ich eine Patellasehnenreizung rechts. Die ging schnell wieder vorbei aber nach einiger Zeit wurden die Schleimbeutel an beiden Knien dick, ohne dass ich Schmerzen hatte. Orthopäde sagte, da kann/sollte man nicht viel machen.

Vor fast zwei Jahren spürte ich am rechten Bein unterhalb des Wadenbeinköpfchens Schmerzen beim Gehen. Ich hatte zu der Zeit für 14 Tage eine Wohnung im 5. Stock ohne Fahrstuhl und bin auch sonst ein paar km am Tag zu Fuß gegangen. Nach einigen Wochen ging es wieder weg, kam aber immer mal wieder. Außerdem ein leichter Schmerz am Innenband des rechten Knies, beim Gehen, Treppensteigen oder auch auf dem Fahrradergometer (Schon bei 80 W nach ca. 20 min). Allerdings nicht konstant bei Belastung. Mal konnte ich prima gehen, sogar Treppen hochsprinten, mal tat es weh.

Mit einer konkreten Belastung schien es nichts zu tun zu haben. Beispiel: Ich wandere stundenlang durch die Eifel, auf einmal zwickt es im rechten Knie (wieder Bereich Innenband). Ich musste weitergehen, da ich mitten im Wald war, und nach dem ich 30 min Pause gemacht habe, ging es schmerzfrei weiter, auch bergauf. Auch am Tag danach keine Schmerzen mehr.

Der Orthopäde hat mir dann im Nov 17 Einlagen verschrieben. Subjektiv würde ich sagen, dass es leicht besser geworden ist, aber Schmerzen kommen immer mal wieder für ein paar Tage. Nun auch im linken Knie im Bereich der Kniescheibe, sehr punktuell, immer die gleiche Stelle. Z.B. beim Einsteigen ins Auto, wenn die Belastung nur auf dem linken Bein ist und das Knie leicht verdreht wird.

Im April 18 im Urlaub dann wieder das Gleiche. Schmerzen im Knie über Tage, die dann während einer Belastung (Wandern bergauf und bergab) wie von selbst verschwinden und für über eine Woche nicht wiederkommen.

Jetzt im August hatte ich eine Schwellung und Rötung am rechten Knie, bin ich dann zum MRT,

Ergebnis:

Chondromalazie Grad 2 retropatellar, kein weiterer Knorpeldefekt

Ausgedehnte Bursitis präpatellaris inferior (wurde schon vor dem MRT mit Antibiotikum behandelt)

Beginnende tibiofibulare Arthrose mit subkortikalen Läsionen tibialseitig

Bänder unauffällig

Die Radiologin erläuterte mir den Knorpelschaden und vermutete, dass ich Schmerzen bei Treppensteigen habe. Hab ich aber seltsamerweise nicht, zumindest im Moment.

Anfang September hab ich Termin beim Orthopäden wegen Besprechung MRT. Bei dem Befund vermute ich einfach, dass ich zum Physiotherapeuten muss, um Muskeln rund um das Knie zu stärken. Liege ich da richtig? Ich war noch nie beim Physio und wüsste gar nicht, wie ich einen guten finde. Vielleicht hat jemand einen Tipp im Raum Neuss?

Was mich vor allem  wundert, ist das Kommen und Gehen der Schmerzen ohne erkennbare Überlastung. Ich bin immer viel zu Fuß gegangen, aber nie viel Sport gemacht. Seit einem Jahr mache ich Beweglichkeitsübungen (z.B. Froböse auf YouTube). Außerdem Hanteltraining.

Danke für die Antworten

VG

Harald

 


Geschrieben

Servus Harald,

Typischer Weise werden deine Beschwerden durch 2-3 Ursachen hervorgerufen. Neben einer zu kräftigen oder verkürzten Quadrizeps-Sehne (höherer Anpressdruck), die Patellasehne ist eine Verlängerung der Ansatzsehne des vierköpfigen Oberschenkelmuskels (Musculus quadriceps femoris) und ist damit essentiell für die Streckung des Kniegelenks, oder einer Knick-Senkfußstellung, dass aber meistens Schmerzen der Innenseite des Knies auslöst, wäre meine Vermutung ein eher zu schwacher Muskel Namens:
"Vastus Medialis" der ein Teil des Oberschenkelmuskel "Quadrizeps Femoris" ist. Hier ein Bild zur Veranschaulichung:
http://www.got-big.de/Blog/der-quadriceps-vierkoepfiger-oberschenkelmuskelunterschenkelstrecker-muskulus-quadriceps-femoris/

Und hier noch eine Erklärung zum Vastus und die Folgen einer Schwäche, falls es dich interessiert:
https://www.dr-gumpert.de/html/knieschmerzen_oberschenkelmuskulatur.html

Da ja deine Diagnose "Chondromalazie" (Knorpelerweichung) und noch keine Chondorpathie (Arthrose) darstellt, ist es zum Glück noch nicht zu spät um Konservativ das Ruder rum zu reißen!
Die Aufgabe des Physiotherapeuten ist es nun die Ursache durch einen Befund, hierbei werden verschiedene Muskelfunktions- und Provokationstests gemacht, zu lokalisieren und anhand des Befundes die richtige Therapie aufzubauen.
Leider kennen ich keinen Therapeuten in Neuss aber als kleiner Tip, höre dich einfach mal bei deinem Freundes- und Bekanntenkreis um! Der eine oder andere war bestimmt schon mal beim Physio.

Viel Glück!!!

Geschrieben

Hallo Gianni,

danke für die Antwort. Hab mir die Links angesehen.

Mir ist dazu noch eingefallen, dass ich irgendwann gemerkt habe, dass ich unbewusst den rechten Fuß beim Gehen und Stehen nach außen drehe, deutlich weiter als den linken. Ich habe dann versucht, die Füße beim Gehen parallel zu halten, aber vielleicht ist es nicht so gut diese Fußhaltung beim Gehen zu erzwingen. Schmerzen hatte ich bei der Methode nicht.

Außerdem hatte der Orthopäde was von einer Fehlhaltung gesagt. Ich würde sagen X-Beine. Wenn ich stehe und die Knie sich berühren, ist zwischen den innersten Knochen  der Füße (Ende vom Schienbein) noch 2 cm Platz.

Vermutlich sollte ich jetzt sowieso erstmal schonen und die Bursitis ausheilen lasse. Schleimbeutel fühlt sich noch warm an (wärmer als beim linken Knie). Deswegen kühle ich mehrmals am Tag. Beim Googeln habe ich gefunden, dass Dehnen des Oberschenkels bei Bursitis hilft.

VG

Harald

Geschrieben

Hallo Harald,
die Beschreibung zu deiner Fußfehlstellung kann ich mir jetzt Bildlich gar nicht vorstellen. Man muss es sehen um es Objektiv beurteilen zu können. Aber das macht dann mit Sicherheit dein/e Therapeut/In. Das spielt sicherlich auch eine Rolle, da der Körper als funktionierende Einheit oder Zahnradsystem zu sehen ist. Hat ein Teil des Systems aus eine Fehlfunktion, funktioniert das ganze System nur noch bedingt!
Was deiner Bursitis bestimmt gut tun würde, wäre meiner Erfahrung nach Retterspitzumschläge oder Zinkleimverbände, versuch das mal.
Bei der Dehnung wüsste ich jetzt nicht was das bringen sollte. Ich würde vorsichtig sein, weil man durch dehnen des Oberschenkels mehr Anpressdruck auf die Kniescheibe bringt! Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass du die Patella im sitzen bei gestrecktem Bein mit beiden Daumen nach Fußwärts schieben könntest. Dadurch hast du eine Dehnung der Patellasehne. Weißt du wie ich meine?

Geschrieben

...ahhh, alles klar.
Diese Außenrotationfehlstellung des Fußes verursacht aber nicht das Knie, da beim gestrecktem Bein (stehen) das Kniegelenk gesperrt ist. Das heißt, diese Fehlstellung verursacht vermutlich verkürzte außenrotatoren der Hüfte!

Edit:
Ich habe mir erlaubt, deinen Link zu korrigieren, der hatte nämlich nicht funktioniert.

  • 1 month later...
Geschrieben

Hallo zusammen,

viel hat sich bei meinen Knien nicht getan. Anfang September war ich beim Orthopäden. Die Chondromalazie fand er nicht so dramatisch.

Gegen die Bursitis hat er mir Ibuflam verschrieben. Leider hab ich erst zu Hause auf dem Beipackzettel gesehen, dass das nicht so gut für die Leber ist. Da bei mir im August erhöhte Leberwerte festgestellt wurden, hab ich das Ibuflam erstmal nicht genommen. Bin in Behandlung beim Leberspezialisten, der hat noch nichts herausgefunden, meinte aber auch, ich solle besser kein Ibuflam nehmen.

Retterspitz hab ich einige Zeit für das rechte Knie als Umschlag gemacht. Die 350 ml Flasche ist komplett aufgebraucht. Ich habe auch viel gekühlt, immer für 15 min, mehrmals am Tag. Seit ein paar Tagen versuche ich Rotlicht, noch ohne spürbaren Effekt.

Es ist für mich schwierig einzuschätzen, ob ich noch eine Bursitis habe, da die Schmerzen mal kommen und mal wieder weg sind, ohne dass ich einen Zusammenhang mit einer konkreten (Sport-)belastung feststellen kann. Als ich beim MRT war, hatte ich laut Befund eine „ausgedehnte Bursitis“, aber keinerlei Schmerzen, also kann ich das nicht als Gradmesser nehmen.

Schmerzen (aushaltbar) habe ich bei folgenden Bewegungen:

Kniebeugen und Treppe runtergehen, manchmal Schmerzen (Kniescheibe linkes Knie und rechtes Knie im Bereich Innenband)

Kupplung treten beim Auto, in den letzten Tagen Schmerzen an Kniescheibe linkes Knie

Beim normalen Gehen und beim Treppensteigen habe ich fast nie Schmerzen. Auch Fahrradergometer geht gut bei minimaler Wattzahl. Ich frage mich natürlich, was ich an Bewegung machen soll. Trainieren bis der Schmerz einsetzt? Viel Gehen, das das praktisch schmerzfrei geht? Besondere Übungen zur Kniekräftigung (z.B. Einbeinstand, Kniebeugen)?

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  • Beiträge

    • japanworm
      Danke für die Rückmeldung. Ja, es ist auch ein Plattfuß, der da mit reinspielt. Ich versuche jetzt gezielt die Beinmuskulatur aufzubauen. Die Kniescheiben sind tatsächlich beide zu beweglich.   Mir wurde jetzt von mehreren Stellen zu Einlagen geraten, um wenigstens eins der mechanischen Probleme sofort in den Griff zu bekommen. Natürlich möchte ich trotzdem Übungen mit dem Fußbett machen. Da hatte der Pyhsio auch bei beiden Füßen einen Triggerpunkt gezeigt, der seh wehtut....   Ich hoffe, dass das dann wirklich was bringt.
    • gianni
      ...das wäre auch meine Vermutung. Was hast du bisher schon unternommen, bzw. welche Behandlungen wurden schon ausprobiert? Hast du für deine Beinlängendifferenz schon mal einen Fersenkeil/Schuherhöhung bekommen?
    • japanworm
      Hallo, ich bin weiblich, Mitte 40 (Perimenopause), schlank, sportlich. Mein Sport ist Tanzen und Wandern. Ich hab Knieprobleme, weshalb ich eigentlich in physiotherapeutischer Behandlung bin. Beide Knorpel sind so gut wie weg weil mechanisch einiges schief läuft und das den Knorpel über die Jahrzehnte weggerieben hat (Patella alta, Plattfuß). Entsprechend jetzt die Beinmuskulatur aufgebaut, Einlagen für den Plattfuß, Beinachse korrigieren usw.   In diesem Zuge war ich dann auch zum 1. Mal im Fitnessstudio an diversen Maschinen u.a. Beinpresse und Adduktoren-Maschine. Am nächsten Tag entsprechend Muskelkater und Pause. Am Tag darauf dann 2h getanzt, kein Problem. Dann bin ich in die Hocke gegangen, um von der Tanzgruppe ein Video zu machen. Da verweilte ich für ca. 2-3 Minuten. Dann bin ich aufgestanden, auch alles gut. Als ich dann weitergelaufen bin hab ich plötzlich einen stechenden Schmerz in der rechten Wade gemerkt (hatte auf dem linken Knie eine Kniebandage und meine Muskulatur war natürlich sehr ermüdet aufgrund der Vorgeschichte).    Also RICE-Methode, viel Schonung, dosierte Reize (Beinkreisen, Fußpumpen usw.).  Es gab keine tastbaren Veränderungen, Verhärtungen, kein Hämatom. Es war ein unangenehmes Zwicken, Ziehen bis hin zu leichten Schmerzen (max. 3). Keine Funktionseinschränkungen, aber Humpeln wegen Schmervermeidung. Am Tag nach der Verletzung war ich bei der Physio, die hat sich das mal angeschaut und meinte, da man nichts sieht wird es wohl kein Muskelfasterriss sein und hat mir nur ein paar Knieübungen gezeigt, die ich wadenschonend zuhause machen kann.   Tag 7 und ich konnte einen Mini-Spaziergang nahezu schmerzfrei machen. Ich konnte auch schon vorsichtig beidseitiges Wadenheben machen.   Tag 8: nächster Physiotermin. War etwas überrascht ob der langsamen Heilung. Ist dann in die Wade tief rein, hat das alles bearbeitet, hat sehr weh getan (wohl gemerkt die gesunde Wade auch, aber weniger weh getan). Danach noch 10 Min. an der Elektromaschine gehangen.  Ich hab danach gespürt, dass da was in der rechten Wade arbeite, die linke Wade hat sich ganz normal angefühlt obwohl sie auch bearbeitet wurde.   Tag 9: heute hab ich Spannung selbst in Ruhe und einen Ziehen / Zwicken bzw. leichter Schmerz wenn ich versuche zu Gehen und zwar ab dem 1. Schritt so dass ich wieder ins Humpeln verfalle. Physio meinte gestern zu mir: bis in ein paar Tagen wenn der nächste Termin ist Bein hochlegen und Ruhe reinbringen ... ich dachte mir noch: what? Ich kann endlich wieder 1000+ Schritte schmerzfrei gehen und ich hab jetzt lange genug geschont, ich will mal einen 10-minütigen Spaziergang machen! Aber jetzt verstehe ich, warum sie das gesagt hat ....   Es ist aber mental schwierig. Ich hab Angst, dass jetzt was "kaputt" gemacht wurde. Allerdings tut nicht die Stelle weh, die davor wehgetan hat ... ist das ein gutes Zeiche? Wie soll ich mich weiter verhalten?   Ab wann kann ich wieder milde Bewegung reinbringen und Reize setzen? Ich hätte eigentlich in 12-15 Tagen wieder fit sein müssen für ein Tanzevent, das fühlt sich aber jeden Tag unrealistischer an.   Ich möchte die Heilung auch nicht durch zu viel Schonung sabotieren. Für mich ist jetzt der erste Schritt: wie werde ich wieder alltagstauglich, dass ich schmerzfrei laufen kann? (Ich wohne im 4. Stock ohne Aufzug also muss ich mich da rauf- und runterschleppen wenn ich Einkaufen gehen muss usw.). Und ab wann kann ich vorsichtig wieder anfangen die ersten Tanzschritte zu machen? Ich muss die Wade ja an die Bewegungen gewöhnen.   Dass es noch ne Weile dauern wird bis ich wieder Wandern gehen kann (mache normalerweise 600-1000hm) ist mir schon klar, darauf liegt gerade nicht der Fokus. Der Fokus liegt auf a) schmerzfreie Alltagsbewältigung und b) tanzfit.   Am schwierigsten ist es momentan mental nicht durchzudrehen, v.a. weil es sich so anfühlt als wäre ich durch die Physiobehandlung wieder zu Tag 0 zurückgekehrt...   Ich möchte in 2 Tagen nicht, dass der Physio nochmal die Muskeln angeht... vermutlich hat sich die Wade bis dahin eh noch nicht wieder von den starken Reizen erholt.   Vielen Dank für euer Feedback. 

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