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    Fehldiagnose Wachkoma

    Man kann sich fast nichts schlimmeres vorstellen als gefangen im eigenen Körper für Jahre als Wachkomapatient ohne Bewusstsein abgestempelt zu werden. Doch genau dieses Schicksal durchlebte der Belgier Ron Houben während der letzten 23 Jahre. Die fatale Fehldiagnose "Apallisches Syndrom oder auch Wachkoma fiel vor über 20 Jahren, nachdem Houben einen schweren Autounfall erlitt und seither keine Möglichkeit hatte zu kommunizieren, allerdings nicht wie angenommen aufgrund fehlenden Bewusstseins, sondern wegen einer nahezu globalen Lähmung. Erst neue Erkenntnisse im Universitätsklinikum Lüttich bestätigten eine nahezu normale Hirnaktivität, die durch Computertomographie dargestellt werden konnte. Wie oft fragt man sich bei der Behandlung von Patienten ohne Bewusstsein, was diese wohl mitbekommen; genau weiß es keiner, doch Houben kann jetzt mittels moderner Kommunikationshilfen berichten, wie es sich anfühlt. Ohnmächtig musste er feststellen, dass ihm sein Körper nicht mehr gehorcht und wie Ärzte und Pfleger irgendwann die Hoffnung aufgaben und die falsche Diagnose stellten. "Ich habe geschrien, aber es war nichts zu hören." Eine neue Studie geht Steven Laureys jetzt nochweiter. Seinen Schätzungen nach ist dies kein Einzelschicksal, sondern unfassbare Realität für ca. 40% der Wachkomapatienten. Oftmals konnte er noch Reste von Bewusstsein diagnostizieren, wo andere bereits keine Hoffnung mehr sahen. Der Neurologe sieht den Fehler im Gesundheitssystem. Die Diagnose wird nie leichtfertig gestellt, und unterliegt oft vielen Wochen an Diagnostik, doch wer einmal als Patient ohne Bewusstsein eingestuft wurde, wird vom System nie wieder geprüft. Stichwort: Apallisches Syndrom Apallisches Syndrom beschreibt eine schwere Hirnschädigung, bei der es zum fast vollständigen oder totalen Ausfall der Großhirnfunktion, während grundlegende Funktionen von niederen Hirnarealen wie Hirnstamm oder Rückenmark erhalten bleiben. Symptome (Definition durch die Multi-Society-Task-Force):
    • Bewusstseinsverlust
    • Kommunikationsverlust
    • Verhaltensveränderungsverlust infolge externer Reize
    • Verlust von Sprachverständnis und Sprachproduktion
    • Verlust von Blasen- und Mastdarmfunktion
    • Störung von Schlaf-/Wachrythmus
    • Erhalt von Hirnstamm, spinaler, hypthalämischer sowie autonomen Reflexen


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