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Examensprüfung #7 Elektrotherapie

PhysioJan

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Da ich gerade in den Examensprüfungen stecke, habe ich nicht ganz so viel Zeit um dieses Thema anzukurbeln.
Aber ich schreibe immer mal meine Erfahrungen über die einzelnen Prüfungen auf und nun dachte ich mir.
Gucken wir mal wie das alles so ankommt - ob der Text zu lang, zu kurz ist, ob es euch zuviele Informationen sind oder ihr noch Fragen habt.
Es ist ein Experiment, daher schreibt mir all eure Gedanken dazu und ich gucke was man daraus machen kann.
In erster Linie möchte ich informieren, für jeden der daran interessiert - ob für den jungen Menschen nach der Schule, der doch ein Auge auf die Physioterhapie geworfen hat
oder den Auszubildenden der gerade mitten drin steckt oder jemand der wie ich, vor einigen Wochen noch kurz davor stand und keine Ahnung hatte was ihn erwartet und all die, die sich sonst noch angesprochen fühlen möchten :)

 

Daher hier einmal mein Erlebnis zur Elektroprüfung:

 

Elektroprüfung:

Am Tag vorher hatten wir noch Prüfungsvorbereitung in der Lungenklinik, das ging so bis 12uhr.
Dann sind die meisten runter – wo sich schon die anderen Kommilitonen versammelt hatten und gingen nochmal alle Ströme und Geräte durch – habens angelegt und jeder sich verrückt gemacht.
Jedoch wird dort nochmal sehr intensives Brainstroming betrieben – irgendwas schnappt man immer auf, was man dann doch noch gut gebrauchen kann.
Bei mir war es ausschlaggebend, ein Post von einem Kollegen hier im Forum.
N. Ischiadicus tritt L5/S1 aus – läuft bis in den Fuß und ist typisch für Krämpfe.
Jedenfalls, den halben Tag noch daheim wahnsinnig gemacht, alles mögliche noch dazu gelesen und durchgearbeitet – und immer wieder sind neue Ungereimtheiten entstanden.
Um 1Uhr hab ich dann alles ausgemacht, vorher kurz alles überflogen – unters Kopfkissen und gute Nacht.
Habe noch 2 Packungen Vit. B Komplex genommen – da ich wirklich aufgeregt war.
(Wurde uns von unserer Schulleiterin empfohlen - da das Vitamin B wie ein Schutzschild um die Nerven liegt und diese widerstandsfähiger macht - gerade in Stressigen Zeiten sehr gut, ich nehme dazu noch ein Multivitaminpräparat - um wirklich topfit zu sein)
Am nächsten Morgen, war ich relativ entspannt - meine Prüfung war erst um 13uhr angesetzt, daher konnte ich ganz gut ausschlafen.
Nochmal alles kurz überflogen – Kaffee gekocht, noch eine geraucht und irgendwie lief die Zeit denn schneller als gedacht – noch Frühstück vorbereitet wie die anderen Tage auch
Haferflocken, Chiasamen, Flohsamenschalen, Eiweißpulver – alles mit Wasser übergossen und „ziehen“ gelassen, während ich unter die Dusche bin und mich erst mal frisch gemacht habe.
Dann davon 2/3 weggelöffelt und dann musste ich auch schon los.
Dort angekommen, noch eine geraucht – meine Leute gesucht, alle die, die schon fertig waren haben für Massage geübt, was wir direkt am nächsten Tag hatten.


Musste dann auch schon raus und warten – es vergingen noch so 10min, in denen ich nur nervös hin und hergelaufen bin.
Dann Tür ging auf, ich wurde reingerufen.
Ich wurde gefragt ob ich mich fit für die Prüfung fühle, was ich bejahe und unterschreibe.
Dann durfte ich die Karte ziehen – es lagen so 30stk vor ihm.
Irgendeine gegriffen.

Thema: Galvanischer Strom
Patient gibt an, im linken Bein ausstrahlende Schmerzen zu haben, die vom N. Ischiadicus ausgelöst werden.

Hab es vorgelesen, durfte die Karte mitnehmen und mir wurde ein Gerät zugeteilt.
Der Proband saß vor mir und lächelte mich nur freundlich an und wartete auf weitere Anweisungen.
Die Prüfer gaben mir meine 10-15min Anlage/Vorbereitungszeit die ich dringend nötig hatte.
Erstmal waren das Metallelektroden – richtig nostalgisch.
Dann Schwämme suchen – so, nächster Schritt – Elektroden ausmessen und max. mA Zahl rausfinden. Kein Stift dabei und wild rumgerechnet – kam dann bei 10.8 raus.
Versucht zu merken und Anlage überdenken.
Bei Galvanik kommt die Anode auf den Schmerz – aber er hat ja keine direkten Schmerzen.
Aber Nervenschmerzen werden absteigend behandelt – also Anode proximal, Kathode distal.
Wie ich ja hier im Forum gelernt habe, L5/S1 – dort die Anode hingelegt – Kathode wollte ich eigentlich auf den Fuß kleben – aber dafür waren die Kabel zu lang.
Also wie auch hier gelernt, kann es zu Muskelkater in der Wade führen – also Kathode dort draufgepackt – joa nur noch die Geräteeinstellung.
War glücklicherweise nicht viel – alles durchgeklickt – eingestellt.
Dann kamen die Prüfer auch schon zum Abschluss meines Vorgeprüften und ich also schnell die Schwämme nass gemacht – müssen für Galva schon nasser sein also erst zum Schluss.
Bin dann nochmal ans Gerät und wollte nur schnell gucken ob es noch andere Galvanische Programme gibt. Gabs nicht zurück und gewartet.
Was ich nicht wusste, das Gerät stellt seine Einstellungen wieder zurück wenn man das Programm gewechselt hat.
Also sprach der Prüfer mich an, dass da noch was nicht stimmt – ich guck hin und „Oh!“
Erklärt was ich getan habe, er gab mir die Möglichkeit es umzustellen – was auch direkt geschehen ist. Dann war gut und sollte die Therapie einleiten.
Ich in Therapeutenrolle, erklärte dem Patienten was wir gerade machen, was ich vorhabe etc.
Dann wurden immer wieder ein paar kleine Fragen gestellt.

z.B. Was ich mache, wenn ich merke, der Strom tut dem Patienten nicht gut.
Meine Antwort, den Strom wechseln.

Er sagt mir, der Arzt hat eindeutig Galvanischer Strom aufgeschrieben, was mache ich?
Ich: den Arzt anrufen und ihm mitteilen, dass es nicht möglich ist, da Gefahr für den Patienten bestehen kann.
Er wieder: "Der Arzt besteht darauf und ist Profi darin, ich solle das so machen."
Dann ich, „gut, er ist verantwortlich dafür – ich hab mein möglichstes gegeben“
Jetzt wo ich das schreibe, es gibt glaube ich noch einen modifizierten Galvanischen Strom ?!
Er sagte dann nichts weiter dazu und wollte von mir wissen wie die Galvanik wirkt – er wollte die Depolarisation hören – ich hab ihm das Oberflächlich beschrieben – war ein kleines hin und her aber hat mich gut dahin geleitet.
War dann fertig – das Gerät war dann auch durch – habe meinem Patienten gedankt, ihm natürlich mitgeteilt – wenn er Veränderungen merkt, solle er mir das in der nächsten Sitzung bitte schildern.
Alle haben gelacht, ich einen halben Liter Schweiß leichter und unglaublich erleichtert.
Raus und Massage gelernt.
 



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