Hier nun der Text. War noch Essen bestellen, hat deshalb ein wenig länger gedauert... :)
Aktive Insuffizienz
Sie liegt vor, wenn ein Muskel nicht in der Lage ist, sich so stark zu verkürzen, dass er die endgradige Stellung der Hebel, Zeiger oder Verschiebekörper in den von ihm überbrückten Bewegungsniveaus aktiv fixieren kann.
Aktive Insuffizienz bedeutet, dass der Muskel in Bezug auf die Skelettanteile, an denen er befestigt ist, zu lang ist.
Die aktive Insuffizienz eines eingelenkigen Muskels ist immer pathologisch. Bei Muskeln, die mehr als ein Bewegungsniveau überbrücken, ist eine gleichzeitig endgradige Verkürzung des Muskels wegen der physiologischen passiven Insuffizienz auf der antagonistischen Seite mehrgelenkiger Muskeln gar nicht möglich.
Passive Insuffizienz
Sie liegt vor, wenn ein Muskel sich nicht so weit dehnen lässt, dass der Bewegungsausschlag der Heben, Zeiger oder Verschiebekörper in dem von ihm überbrückten Bewegungsniveaus bis an die Arretierung (Endgradigkeit) ausgeschöpft werden kann.
Passive Insuffizienz kann physiologisch sein, wenn ein Muskel mehr als ein Bewegungsniveau überbrückt.
Die passive Insuffizienz im Rahmen der Norm ist eine erwünschte ökonomische Bremse.
Passiv insuffiziente Muskeln stehen unter Zugspannung und fühlen sich daher genauso hart an wie ein kontrahierter Muskel.
Bei abnormer passiver Insuffizienz tritt diese Bremswirkung zu früh ein und stört Bewegungsabläufe und Statik oft erheblich, z.B. Ischiokruralverkürzung. Die passive Insuffizienz eines Muskels, der nur einer Schaltstelle überbrückt, ist immer pathologisch.