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    Studie: GKV massiv unterversorgt

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    Nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey & Company, hat sich herausgestellt, dass die privaten Krankenkassen für die zukünftig anfallenden Ausgaben keine ausreichenden Rückstellungen für ihre Versicherten bilden. Sie haben zwar 150 Mill. Rücklagen für ihre 90 Mill. Versicherten gebildet, dies wäre jedoch viel zu wenig. Es müssten jährlich 24 Mill. zusätzlich zurück gelegt werden. Diese Rechnung würde aber auch nur funktionieren, wenn die medizinischen Versorgungskosten der nächsten 40 Jahre nur um 4,4 % steigt. Die Beiträge der privaten Versicherungen sind in den letzten 10 Jahren um 74, 6 Prozent gestiegen. Bei der gesetzlichen Versicherung sind die Beiträge in den letzten 40 Jahren von 750 Euro auf 7.100 Euro gestiegen, d. h. wenn man dieser Rechnung folgt, würde man in 40 Jahren ca. 67.000 Euro Jahresbeitrag je Versicherten verlangen müssen. Der grundsätzliche Unterschied bei den Krankenkassen besteht in der Finanzierung. Die PKV finanziert sich nach dem Kapitaldeckungsverfahren. Die eingezahlten Beiträge der Mitglieder werden am Kapitalmarkt angelegt und es wird ein Deckungskapital gebildet, mit dem alle laufenden und zukünftigen Ansprüche abgedeckt werden sollen. Die Beiträge, die die Mitglieder zahlen hängt nicht wie bei der GKV vom Einkommen ab, sondern vom Leistungspaket. Dieses Paket wird nach persönlichen Risikofaktoren (Alter, Gesundheitszustand) gewählt. Diese Leistungen sind dann ein Leben lang gültig. Während in der gesetzlichen Versicherung die Leistungen vom Gesetzgeber festgelegt werden und diese können je nach finanzieller Lage geändert und gekürzt werden. Die GKV finanziert sich nach dem Umlageverfahren, d.h. die eingezahlten Beiträge der Mitglieder werden sofort für die Ansprüche anderer Mitglieder genutzt, somit können kaum Rücklagen gebildet werden. Dieses System funktioniert solange es ausreichend Beitragszahler gibt. Jedoch wirkt der demographische Wandel, die hohe Arbeitslosigkeit und die vielen Geringverdiener dem sehr entgegen. Die Beiträge beider Systeme sind abhängig von der Inflation und dem medizinischen Fortschritt. Die gesetzliche Krankenkasse trägt zusätzlich das Problem der Bevölkerungsstruktur. Eine gute Alternative ist wahrscheinlich eine Mischform aus beidem. Leidtragende dieses Systems sind hauptsächlich die Patienten. Im Anschluss daran Ärzte, Kliniken, Praxen und Physiotherapien. Diese können immer weniger bei den Kassen abrechnen. Viele Leistungen müssen bereits jetzt von den Patienten privat getragen werden. Man muss um jeden Patienten wetteifern. Die Praxen, Physiotherapien etc. müssen immer mehr Zusatzleistungen und Zusatzverkäufe erbringen um noch ausreichend Umsätze zu erzielen. In Folge dessen entwickelt sich eine gesundheitliche 2 Klassen Gesellschaft und man kann jetzt schon Ärzte und diverse Fachärzte, wie zB Zahnärzte, Hautärzte oder Augenärzte finden, bei denen man als gesetzlich Versicherter vergeblich um einen Termin bittet. Diese Teilung ist bei Physiotherapeuten glücklicherweise noch nicht in dem Maße vollzogen, jedoch zeigt sich schon seit einigen Jahren, dass die Bezahlung für geleistete Heilmittel kaum noch reicht faire Löhne zu zahlen. In Deutschland ist das Gesundheitssystem im internationalen Vergleich noch hervorragend. Es gibt eine freie Arztwahl, geringe Wartezeiten und der medizinische Fortschritt weit voran. Man kann nur hoffen, dass man eine gute Lösung für das immer stärker aufsteigende Problem findet.
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