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    Unsere Artikel im PhysioWissen.de - Physiotherapie Magazin

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      Noch einmal Physiotherapie-Schüler/in sein! Allein der Gedanke wird vielen von uns eher aufgestellte Nackenhaare als einen dringlichlichen Wunsch auslösen. Die Situation der Physiotherapeuten ist leider hinlänglich bekannt. 
      "KEINE WAHL" - die Physiotherapie Demo in Leipzig am 21.03.2015 soll darauf aufmerksam machen. Bitte seid dabei, nur so können wir etwas bewirken! Allein schon dem Nachwuchs sind wir es schuldig, dabei zu sein.
      Sehr spannend fanden wir die Gedanken, die sich die Schüler der Bildungsakademie Dresden / Schulteil Leipzig über unseren Beruf gemacht haben. Der "kleine" Schüler sitzt an seinem Tisch und grübelt über die Zukunft, welche Wünsche und Träume man hat und mit welchen Gedanken man sich über Perspektiven, Lohn und Vergütung und mögliche Freizeit beschäftigen muss:

      Copyright: Bildungsakademie Dresden - Klasse E35

    • Vor einigen Tagen haben wir das Lehrbuch Chiropraktik ausführlich betrachtet, woraufhin es Rückmeldungen bei uns gab, dass Einrenken keine Option moderner Physiotherapie sein sollte, gibt es doch weit sanftere Methoden zum lösen von Blockierungen. 
      Was ist eine Blockierung?
      Spannend an dieser Stelle ist, dass keiner genau weiß, was eine Blockierung überhaupt ist. Den einzigen gemeinsamen Nenner, auf den man sich in allen Lehrbüchern einigen kann ist die Definition einer "Gelenk-Funktionsstörung". Nicht mehr und nicht weniger.
      Auch Fakt ist die Tatsache, dass sich der Körper ans einrenken gewöhnen kann. Vielmehr wurde beobachtet, dass das "knacken" und das darauf folgende Erleichterungsgefühl wie eine Belohnung auf den Körper wirkt und dieses Gefühl will man fortan gern immer öfter. 
      Chiropraktik als Geschäftsmodell
      Beim Streifzug durchs Internet sind wir auf Dr. Lee gestoßen, der seine Dienste der Chirotherapie in Hollywood anbietet. Was sein Werbevideo bei uns auslöst, kann man gar nicht in Worte fassen. Seht selbst:
      Video

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    • In der Krebsforschung machen Wissenschaftler immer wieder neue Entdeckungen, die beim Verstehen und Bekämpfen der Krankheit helfen sollen. Die neuste Entdeckung aus Großbritannien klingt einfach, soll aber sehr vielversprechend sein.
      Was hat die neue Krebsforschung angestoßen?
      Professor Michael P. Lisanti und seine Gattin – beide Teil der Breakthrough Breast Cancer Research Unit – fragten ihre 8-jährige Tochter Camilla, wie sie Krebs behandeln wollen würde. Die Antwort des Mädchens war ziemlich einfach: sie würde Antibiotika verschreiben, da für sie Krebs nichts anderes als eine hartnäckige Krankheit ist.
      Der Gedanke war für Professor Lisanti so simpel und zunächst unwahrscheinlich, dass er die Idee seiner Tochter zum Anlass nahm, um eine ganz neue Forschungsreihe zu starten. Dabei wurden verschiedene Gewebeproben mit acht unterschiedlichen Krebstumoren jeweils fünf gängigen Antibiotika ausgesetzt. Das Ergebnis war verblüffend: vier der fünf Antibiotika bewirkten einen Rückgang der Tumorbildung und das Absterben der Krebszellen.
      Wie soll Anbitiotika gegen Krebs helfen?
      Professor Lisanti fand heraus, dass die Antibiotika die Mitochondrien in den Krebszellen angriffen und zerstörten. Dadurch konnten die Mitochondrien, die als „Kraftwerke der Zellen“ gelten, ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Die Zellen starben ab und der Tumor ging dadurch ein, ohne dass gesundes Gewebe bei der Behandlung beschädigt wurde.
      Die Erklärung für diese erstaunliche Wirkung würde nach Meinung des Professors in der Herkunft der Mitochondrien liegen. Die Wissenschaft nimmt an, dass diese von Bakterien stammen, welche sich vor Millionen von Jahren mit Zellen anderer Lebewesen verbanden und durch die Zellteilung verbreiteten. Dabei hätten die Mitochondrien ihre Eigenschaften als Bakterium aber anscheinend behalten. Das ist nach Professor Lisantis Auffassung die Erklärung dafür, dass die Antibiotika die Mitochondrien angreifen und zerstören konnten, obwohl diese eigentlich zu menschlichen Zellen gehörten.
      Neue Forschung in Aussicht
      Nach den ersten, vielversprechenden Testreihen mit Krebszellen und Antibiotika will Professor Lisanti mit seiner Forschungsgruppe den nächsten Schritt gehen und die Tests mit menschlichen Probanden weiterführen. Die Hoffnung liegt darin, die Ergebnisse aus den kleinen Testreihen wiederholen zu können. Langfristig gesehen würde eine funktionierende Therapie mit Antibiotika fast nur Vorteile für Patienten mit sich bringen. Zum einen wäre die Behandlung wesentlich verträglicher als die bisherige Chemo-Therapie, bei der die kranken Krebszellen durch eine Mischung aus aggressiven Chemikalien und Bestrahlung zerstört werden sollen. Zum anderen wäre eine Behandlung mit Antibiotika wesentlich günstiger, da die notwendigen Mittel in nahezu jeder Apotheke erhältlich sind.
      Ob und wann es weitere Forschungen zu den Wirkungen von Antibiotika auf Krebszellen geben wird, ist aber noch unklar. Erst müssen die Ergebnisse von Professor Lisanti gefestigt werden, um eine Grundlage für weitere Forschungen bilden zu können.
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    • Heilmittelerbringer erwirtschaften mit der Behandlung privat Versicherter einen rechnerischen Mehrumsatz von 13.300 Euro pro Jahr. Das ergab die aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der privaten Krankenversicherer (WIP) aus Köln. Die Berechnung des Umsatzes bezieht sich auf die theoretische Zahl von insgesamt 70.360 Heilmittelerbringer in Deutschland. Davon sollen über 45.000 als Physiotherapeuten tätig sein.
      10% der Deutschen sind privat versichert
      Die Daten der Erhebung stammen aus dem Jahr 2013. Laut Studienleiterin Verena Finkenstädt gab die GKV in jenem Jahr rund 5,6 Milliarden Euro für Heilmittel aus. Dem gegenüber stehen die Ausgaben der Privaten Krankenversicherer (PKV) in Höhe von knapp 1,6 Milliarden Euro. Etwa zehn Prozent der Deutschen sind privat versichert.
      Im Fokus der Studie stand der rechnerische Vergleich von PKV und GKV in puncto Heilmittelausgaben. Der kalkulierte Mehrumsatz stellt die jährlichen Gesamtausgaben der Privaten Versicherer einer fiktiven Summe gegenüber: Jene ist der Betrag, die die PKV für Heilmittel ausgäbe, wenn sie mit dem Budget der gesetzlichen Krankenkassen agierte.
      Private kassen geben 60% mehr für Physiotherapie aus
      Autorin Finkenstädt beziffert die Heilmittelauslagen der PKV im Jahr 2013 auf 1.554 Millionen Euro. Der hypothetische Betrag, der nach GKV-Richtlinien entstanden wäre, beläuft sich auf 618 Millionen Euro. Daraus ergibt sich für die Heilmittelerbringer ein rechnerischer Mehrumsatz in Höhe von 936 Millionen Euro. Sind die Zahlen korrekt, gaben die Privaten Versicherer mehr als doppelt so viel für Heilmittel aus wie die gesetzlichen Kassen.
      Aus dem Studienergebnis das durchschnittliche Umsatzplus für Physiotherapie-Praxen abzuleiten, ist nur eingeschränkt möglich. Es mangele an offiziellen Daten über die Gesamtanzahl der Heilmittelerbringer in Deutschland, so Finkenstädt. Die Autorin verweist auf die Erhebungen des Statistischen Bundesamts; jenes erfasst nur die Gesamtanzahl der zugelassenen Physiotherapeuten und schließt auch Therapeuten mit ein, die im stationären Sektor tätig sind.
      GKV Kürzungen vergrößern den Spalt
      Die verlässlichsten Zahlen liefern Statistiken, die auf das sogenannte Institutionskennzeichen (IK) Bezug nehmen. Ein IK erhält jeder Heilmittelerbringer für die Abrechnung mit der jeweiligen Krankenkasse. Die Studie beziffert daraus folgend die Anzahl der ambulant tätigen Physiotherapeuten im Jahr 2013 auf 45.190. Die Zahl der zugelassenen Heilmittelerbringer in Deutschland wird mit 70.360 angegeben. Der Vergleich schließt mit der Nennung des Umsatzplus von 13.300 Euro, den Heilmittel-Praxen durch die Behandlung privat Versicherter rein rechnerisch erwirtschaften. Dieses Ergebnis stellt den Effekt der Etatkürzungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) deutlich heraus.
      Die Daten über die Ausgaben der gesetzlichen Kassen entstammen der amtlichen Statistik des Bundesgesundheitsministeriums. Diese umfasst die finalen Rechnungsergebnisse der GKV. Die Höhe der PKV-Auslagen bezieht die Studie aus den Veröffentlichungen des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V. Die zitierten Ausgabenwerte für gesetzliche Kassen und private Krankenversicherer schließen Zuzahlungen beziehungsweise Selbstbehalte mit ein.
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    • Ich gebe zu ich habe etwas überlegt, ob ich dieses Buch für Physiotherapeuten vorstellen möchte, sieht man doch leider die in meinen Augen falsche Tendenz nach immer mehr "einknacken", was nicht nur außerhalb physiotherapeutischen Tätigkeisbereiches liegt, sondern oftmals auch zu heftig, zu früh und zu häufig eingesetzt wird.
      Nutzen für Physiotherapeuten
      Bei näherer Betrachtung hat das Buch einen sehr hohen Wissensgehalt für das Verständnis von Osteomechanik, Gelenkstellungen und Mobilisationstechniken, die ich selten so kompakt in einem Buch zusammengetragen gesehen habe. Chiropraktik und Manipulationen werden wohl immer heiß diskutiert, jedoch heißt dies ja nicht, dass man nicht nahezu alle Techniken auch mobilisierend einsetzen kann. Vielmehr geht es um das Grundverständnis, wie Gelenke funktionieren und in welchen Achsen, Winkeln und Richtungen eine Mobilisation überhaupt nur funktionieren kann.
      „Bewegung ist Leben und Leben ist Bewegung“, zitiert Autor Henrik Simon in seinem Vorwort des aktuell herausgegebenen Werkes „ Lehrbuch Chiropraktik“ den berühmten Universalgelehrten Leonardo da Vinci. Als Mediziner und erfahrender Chiropraktiker hat es sich der Autor zur Aufgabe gemacht, über 100 Techniken der manuellen Medizin präzise zu erläutern und mit insgesamt 380 Abbildungen anzureichern. Dabei setzt er auf Heilung durch die sanften Methoden der Chiropraktik, die sich vor allem – in Anlehnung an die Osteopathie – auf antiblockierende Bewegungstechniken stützt.
      Qintessenz der amerikanischen Chiropraktik
      Henrik Simon erlernte spezifische Techniken dieser schonenden und sanften Behandlung während seines Studiums bei dem amerikanischen Chiropraktikers Dr. L. Dean Kirchner. Der international bekannte Doktor der Chiropraktik und Vorstand der Chiropraktischen Gesellschaft in Kansas gilt als Verfechter der einfachsten und ungefährlichsten chiropraktischen Techniken. Sie wirken gezielt auf spezifische Verschleißerscheinungen ein oder versuchen, diese prophylaktisch verhindern. Während der amerikanische Chiropraktiker sich jetzt aus Altersgründen vom aktiven Berufsleben zurückzieht, bleiben seine Lehren in dem Werk von Simon erhalten. Dabei stellt der Autor in seinem Lehrbuch nicht nur die allgemein physiologische Mechanismen dar, die zum Verständnis der amerikanischen Chiropraktik wichtig sind. Sondern er führt ebenso die Wirkungsmechanismen auf und und erklärt, auf welche Körperteile sich chiropraktische Techniken im Einzelnen auswirken.

      Chiropraktische Techniken nach Körperregionen
      Das Lehrbuch von Henrik Simon verfolgt eine klare Systematik und eignet sich deshalb gut zum „Querlesen“. Ein Sachwortregister am Ende des Buches hilft, gezielt nach entsprechenden Themengebieten zu suchen, um diese selektiv zu lesen. Mit Ausführungen zur Geschichte und der Philosophie der Chiropraktik in Deutschland sowie einer Übersicht über die Verbände und Ausbildungsmöglichkeiten startet der theoretische Teil des Lehrbuchs. Hier werden zudem die Grundlagen der chiropraktischen Funktionsmechanismen ausführlich erläutert, die Indikationen und Kontraindikationen sowie die Aspekte der Diagnostik und allgemeines Basiswissen zu chiropraktischen Behandlungen erklärt.

      Der praktische Teil ordnet die Anwendung chiropraktischer Techniken den Körperteilen zu. Hier verdeutlicht der Autor das manuelle Prozedere nach einem festgelegten Schema. Wo genau liegt der Palpationsgegenstand, welche Position sollten Patient und Behandler einnehmen, welche Impuls kann ausgelöst werden und wo lässt sich stabilisieren, welche Kontaktpunkte und Impulsrichtungen entstehen und wie lässt sich die Behandlung am entsprechenden Körperteil durchführen? Abbildungen mit entsprechender Ausführung und Illustrationen zu den einzelnen Körperteilen tragen zum Verständnis bei und helfen beim Lernen der Fachbegriffe. Im Abkürzungs- und Sachverzeichnis am Ende des Lehrbuchs können Leser grundlegendes Fachvokabular nachschlagen und sich über weiterführende Literatur informieren.
      Beispiel: Mobilisation des ISG

      Fazit
      Angehenden Chiropraktikern kann dieses Werk ausdrücklich empfohlen werden. Als umfassendes Nachschlagewerk gehört es nicht zu den Büchern, die man nur einmal liest. Das mit zahlreichen praktischen Tipps und präzisen Anleitungen angefüllte Lehrbuch kann als eloquenter Begleiter sicherlich so manchem Chiropraktiker als wertvolle Alltagsunterstützung dienen.
      Für Physiotherapeuten stellt das Buch einen sehr großen Wissensspeicher dar, wenngleich es nicht die "Lizenz zum einrenken" sein soll. Genaues Verständnis für Biomechanik ist jedoch garantiert.
      Copyright: Karl F. Haug Verlag - Stuttgart

    • Unter der leicht irritierenden Überschrift "Mäuse und Löwen" (Mäuse - klar, aber welches sind hier die Löwen?) berichtete der Spiegel in seiner Ausgabe 3/2015 über die miserable bis existenzgefährdende Vergütung von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten.
      Simone Edlinger, seit 26 Jahren selbstständige Physiotherapeutin, hatte der Reporterin Michaela Schießl Einblicke in den Arbeitsalltag in ihrem Traumberuf verschafft. Bei 15 bis 16 € Vergütung für eine 25-minütige Behandlung musste Edlinger zum Schluss zehn Stunden pro Tag in der Praxis verbringen, um über die Runden zu kommen. Darunter litt ihre eigene Gesundheit. Als letzte Konsequenz gab sie ihre Kassenzulassung zurück und behandelt jetzt nur noch Selbstzahler und Privatpatienten.
      10h pro Tag in der Praxis
      Gut 30 € pro Stunden mögen manchem uninformiertem Arbeitnehmer zunächst angemessen erscheinen. Berücksichtigt man dazu aber nicht direkt honorierte Tätigkeiten, wie die Praxisorganisation, den gestiegenen bürokratischen Aufwand bei der Dokumentation der Behandlung und die von den Kassen eingeforderte Überprüfung der Arztrezepte, ergibt sich ein anderes Bild. Dazu kommen Abrechnungen und andere Tätigkeiten in der Buchhaltung und die Steuererklärung, die entweder selbst erledigt oder teuer in Auftrag gegeben werden müssen. Nicht zuletzt sind die Aufwendungen für Weiterbildung, Miete, Ausstattung der Praxis, Versicherungen und Altersrückstellungen erhebliche Kostenfaktoren, die bei allen Selbstständigen in der Gesundheitsbranche einkommensmindernd zu Buche schlagen.
      Weiterbildung und Nebenkosten fressen den Gewinn auf
      Die anspruchsvolle, selbst finanzierte dreijährige Ausbildung zum Physiotherapeuten wird damit oft nur mit einem Einkommen honoriert, das in den vergangenen zehn Jahren inflationsbereinigt gesunken ist, für Selbstständige aufgrund der gestiegenen Nebenkosten noch stärker als für Angestellte. Das wird sich möglicherweise in naher Zukunft in einem Versorgungsmangel der älter werdenden Bevölkerung niederschlagen. Physiotherapeut Wim Jansen, der seit 29 Jahren seine Praxis führt, berichtet in einem Video-Interview (Spiegel.de Video), er könne seine Mitarbeiter nicht angemessen entlohnen. Das führe dazu, dass er, obwohl er Arbeit für zwei bis drei zusätzliche Therapeuten hätte, einfach keine weiteren qualifizierten Mitarbeiter finde.
      Beruf des Physiotherapeuten muss attraktiver werden
      Vor diesem Hintergrund, auch nach Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) vom Juni 2014 scheinen die Nachwuchszahlen zurückzugehen, fordert der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK), den Beruf attraktiver zu gestalten und die Vergütungen deutlich anzuheben. Mithilfe der Kampagne „38,7 % mehr wert.“ soll die bisherige ungerechte Praxis öffentlich kommuniziert und eine angemessene Bezahlung für die wichtigen Leistungen der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten durchgesetzt werden. Auch die Landesgruppen des VPT (Verband physikalische Therapie) und der VDB-Physiotherapieverband weisen in der Öffentlichkeit schon länger auf die drängenden Probleme hin. Der VD fordert einen Satz von mindestens einem Euro pro Therapieminute, damit nach der Zahlung aller Nebenkosten ein angemessenes Gehalt für die Therapeuten übrig bleibt. Das Einstiegsgehalt nach der teuren selbst finanzierten Ausbildung liegt für junge Physiotherapeuten in einigen Ländern derzeit nur geringfügig über dem gesetzlichen Mindestlohn (http://www.gehaltsvergleich.com/gehalt/Physiotherapeut-Physiotherapeutin).
      Der neu gegründete „Bund vereinter Therapeuten e.V.“ bläst zum Angriff. In einem Aufruf zur Demo und Kundgebung in Leipzig am Samstag, 21. März 2015, dem sich bereits mehrere andere Verbände angeschlossen haben, fordert er die Politik dazu auf, die Zukunft für „Heilmittelerbringer und Patienten“ zu sichern.
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    • Guido Bruscia gilt als einer der bekanntesten Trainer für funktionelles- und Kettlebelltraining in Italien, sowie auch in diversen anderen Ländern. Er unterrichtet an Bildungseinrichtungen für Therapie, Fitness und Bodybuildung, arbeitet als technischer Leiter der Functional Training School, Personal Trainer und Fitness Coach. Vor diesem Buch verfasste Guido Bruscia bereits mehrere erfolgreiche Bücher in diesem Bereich.

      Functional Training
      In dem 512 Seiten langen Buch nähert sich Guido Bruscia dem Thema funktionelles Training wissenschaftlich fundiert an, trotzdem ist es leicht verständlich geschrieben. Das Buch spaltet sich in drei Teile auf. Zunächst wird Functional Training mit seinen Vorzügen erklärt. Im Allgemeinen integrieren funktionelle Bewegungsformen mehrere Muskeln und Muskelgruppen gleichzeitig, wodurch sich hierbei ein Gegensatz zum traditionellen Krafttraining bildet, bei welchem die Muskulatur hauptsächlich isoliert trainiert und beansprucht.
      Es wundert also nicht, dass das funktionelle Training in der Vergangenheit in der Fitnessbranche an großer Bedeutung gewonnen hat und mittlerweile auch im Breiten- und Freizeitsport weit verbreitet ist.
      Training der Fußballnationalmannschaft
      Besondere Aufmerksamkeit bekam das funktionelle Training im Jahr 2006 als die deutsche Fussballnationalmannschaft unter Kooperation mit einem amerikanischen Fitnesstrainer sich mit Hilfe dieser Methode für die Weltmeisterschaft vorbereitete. Wer erinnert sich nicht an die Bilder in den Medien der Nationalspieler, wie sie mit Medizinbällen, Schlingen und Co. trainierten.
      Das Prinzip des funktionellen Trainings ergibt sich aus der Beobachtung, dass kaum Bewegungen im Alltag eines Menschen auf lediglich ein Gelenk beschränkt sind, somit sei es auch zweckmäßiger den Körper getreu der alltäglichen Belastung zu trainieren.

      Sehr breite Trainingszielgruppe
      Fakt ist, es können unter korrekter Anwendung Personen aller Altersklassen und Leistungsniveaus vom funktionellen Training profitieren. Gerade aus diesen Gründen verwundert es nicht, dass die Ursprünge dieses Prinzips in der Rehabilitation von Verletzungen und Erkrankungen zu finden sind.
      Diesem theoretischen Teil folgt ein praktischer Teil mit vielen entweder durch Geräte gestützten Übungen oder Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Somit lassen sich durch das Einbauen von Trainingsutensilien wie beispielsweise Kettlebells, Medizinbällen, Sandsäcken, Schlingentrainer die sportlichen Komponenten der Kraft, Balance, Stabilität, Ausdauer, Schnellkraft und Flexibilität verbessern. Infolgedessen, lassen sich solche Übungen sehr gut in verschiedene Rehabilitations-Programme einbauen. Gleichzeitig kann das funktionelle Training einen großen Beitrag zur Verletzungsprävention leisten.

      Komplette Trainingsprogramme
      Der abschließende Teil stellt verschiedene Trainingsprogramme vor. Ob Gewichtsreduktion oder Kraftsteigerung, hält man sich strikt an den Plan so lassen sich mit Sicherheit beeindruckende Resultate erzielen. Zudem kann man sich sehr gut an diesen Plänen orientieren, sofern man sich individuell einen Plan zusammenstellen möchte.
      Fazit
      Das Buch "Handbuch Functional Training" stellt eine gute Möglichkeit als Einstieg in die Materie des funktionellen Trainings dar. Die in dem Buch vorgestellte Trainingsmethode eignet sich für die verschiedensten Altersgruppen, von Hochleistungssportler bis unerfahrener Einsteiger, die sich fit für den Alltag halten möchten. Für erfahrene Sportler oder auch Betreuer in den verschiedensten Bereichen des Sportes ist es eine tolle Option seinen eigenen Wissensstand zu erweitern, und dadurch oftmals nötige neue Reize im Training zu setzen.
      Copyright: Meyer&Meyer Verlag

    • das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Deshalb möchte ich heute die Chance ergreifen und mich herzlich bei Ihnen für das Vertrauen bedanken, das ihr in den vergangenen Monaten in uns gesetzt haben! Wir hoffen, dass wir alle Erwartungen, Wünsche und Anliegen so erfüllen konnten, wie Sie dies selbst für Ihre Patienten ermöglichen.
      Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in ein erfolgreiches neues Jahr!
      Frohe Weihnachten,
      Stephan Schmied
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    • Sehr häufig sehen wir Senioren im Alter 65+ in unseren Praxen, wobei wir mit den verschiedensten Krankheitsbildern konfrontiert werden. Eine sehr merkliche Gruppe sind traumatische Verletzungen, die durch Sturz entstehen.
      Sturzprophylaxe
      Physiotherapie zur Sturzprophylaxe ist mittlerweile eine anerkannte Therapieform und wird sowohl in Einzel- als auch in Gruppenbehandlungen erfolgreich eingesetzt. Schwer abzuschätzen, wie vielen älteren Menschen wir damit zum Teil heftige Verletzungen ersparen können.
      Betroffene Altersgruppen
      Eine britische Studie zeigt eindrucksvoll, dass bereits die Patientengruppe ab 60 Lebensjahren ein erhöhtes Risiko zeigt, ab 65 Jahren steigt das Risiko nochmals deutlich an. Grund genug, schon in diesen Altersgruppen mit konsequtenter Sturzprophylaxe zu beginnen. Die Studie sagt nichts über die Verteilung von Stürzen mit schweren Verletzungen zum Lebensalter aus, aber das war auch nicht das Ziel.
      Wirtschaftliche Folgen
      Vielmehr sollten die Kosten untersucht werden, die hieraus entstehen. Was anfang herzlos klingt, schenkt man dem Leid der Betroffenen damit keine Beachtung, ist aus wirtschaftlicher Sicht gravierend. So kam man zum Ergebnis, dass leichte und mittlere Stürze quasi keine Behandlungskosten verursachen, ein schwerer Sturz schlägt dafür mit ca 5000 Pfund (ca 6300 Euro) Behandlungskosten zu Buche. Auf deutsche Maßstäbe umgerechnet kommt das ca 400 Einheiten Krankengymnastik gleich.
      Die Zahl ist natürlich etwas hypothetisch, zeigt aber sehr deutlich, dass Physiotherapie als effektive Variante auch wirtschaftlich gesehen sinnvoll ist.
       
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    • Der Bund Vereinter Therapeuten hat die Aktion: “Gemeinsam handeln – gemeinsam aktiv!” ins Leben gerufen, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, denen die Heilmittelerbringer ausgesetzt sind. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Ausbildung zum Physiotherapeuten, aber auch zum Ergotherapeuten, Logopäden, Masseur oder Podologen aufwendig selbst finanziert werden muss, und im Vergleich zu anderen Berufsgruppen die Löhne ein sinkendes Niveau aufweisen.
      Diese Situation gefährde die flächendeckende Versorgung von Patienten mit Therapien: Die Wartezeiten seien teilweise unerträglich lang, es bestehe kaum noch Möglichkeiten für Hausbesuche, und erstmals sei der Nachwuchs in den entsprechenden Fachberufen durch sinkende Ausbildungszahlen rückläufig. Zudem werde in den Medien ein verzerrtes Bild der Berufsstände dargestellt, welches das Vertrauen der Patienten unterminiere. (mit Verweis auf die Sendung von Report München am 2.12.2014). Die Initiatoren der Aktion machen deutlich, dass sich an den beschriebenen Missständen dringend etwas ändern müsse. Darum haben sie eine Briefaktion ins Leben gerufen und fordern alle Kollegen und auch Patienten dazu auf, ihren Bundestagabgeordneten ihre missliche Lage ausführlich und persönlich darzulegen, um Änderungen anstoßen zu können. Das Motto diese Aktion lautet: Nur gemeinsam können wir etwas erreichen!
      Was sind die Forderungen des Bundes Vereinigter Therapeuten?
      Durch den demografischen Wandel seien wir alle Veränderungen ausgesetzt, die sich besonders im Gesundheitsbereich negativ auswirken. Einem steigenden Therapiebedarf stünden zu wenige, schlecht entlohnte Heilmittelerbringer gegenüber. Diese Schieflage können die Therapeuten nicht mehr länger ausgleichen und äußern in Anbetracht der kommenden Entwicklungen starke Besorgnis. Die flächendeckende Versorgung der Patienten mit den nötigen Therapien müsse gewährleistet sein, um deren Gesundheit und Wohlbefinden erhalten zu können.
      Dazu zählt auch, dass die Heilmittelerbringer in den Bereichen Ergotherapie, Logopädie, Massage, Physiotherapie und Podologie für ihre verantwortungsvollen Aufgaben fair entlohnt werden. Durch die Bindung an die Grundlohnrate sind jedoch 200.000 Heilmittelerbringer in Deutschland von einer Senkung der Reallöhne betroffen - ein Umstand, den der Bund nicht länger hinnehmen möchte.
      Wie sollen diese Forderungen durchgesetzt werden?
      In einer groß angelegten Briefaktion sollen die jeweilig zuständigen Bundestagsabgeordneten aufgefordert werden, die Rahmenbedingungen für die Berufsstände der Heilmittelerbringer zu verbessern. Der Bund beruft sich hierbei auf den Koalitionsvertrag der Bundesregierung, in dem es unter Punkt 2.4 heißt: "Der
      Einsatz von qualifizierten nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen, die delegierte ärztliche Leistungen erbringen, soll flächendeckend ermöglicht und leistungsgerecht vergütet werden." Diesen Worten haben Taten zu folgen.
      Links
      Download: Musterbrief an die Bundestagsabgeordnete
      Bundestagsabgeordnete/n Ihres Wahlkreises suchen
       
      Jeder Betroffene ist aufgefordert, einen Brief zu schreiben, der persönlich formuliert sein soll um die Bundestagsabgeordneten aufzurütteln. Die Probleme der Patienten und die eigene missliche Lage sollen geschildert werden um zu verdeutlichen, dass diese Situation geändert werden muss.
      Auf der extra eingerichteten Aktionsseite findet jeder entsprechende Vordrucke und Formulierungshilfen. Eine individuelle Formulierung sei jedoch ausschlaggebend, um abwiegelnde Standard-Antworten auf Standard-Briefe von vornherein auszuschließen.
      Auch Patienten sollen aufgefordert werden, sich zu äußern und sich an der Aktion zu beteiligen. Erst wenn das breite Interesse der Öffentlichkeit geweckt sei, könne sich etwas ändern. “Gemeinsam handeln – gemeinsam aktiv!”
      Update 11.12.2014

      Glücklicherweise gehört unsere Geschäftsadresse zu 2 verschiedenen Wahlkreisen, sodass wir insgesamt 5 Bundestagsabgeordnete in unserem Wahlkreis erreichen können. Wir sind gespannt, da es sich hier um Abgeordnete verschiedener Fraktionen, namentlich der SPD, CDU/CSU und der Bündnis90/Die Grünen handelt.