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Geschrieben

Hi Leute!

Kennt sich vielleicht jemand mit der aktiven und passiven Insuffizienz aus?

Ich schreibe am Mittwoch in Bewegungslehre eine Prüfung und mit der Erklärung meiner Lehrerin kommt niemand von uns zurecht...

Sobald ich meine, es verstanden zu haben, kommt ein Beispiel, das wieder alles durcheinander wirft. Vielleicht könnt ihr mir auch Beispiele dazu geben, damit ich es mir besser vorstellen kann.

Ich hoffe auf euch... :)

Liebe Grüße, TheRealNadine

Geschrieben

Huhu Nadine,

bei der aktiven Insuffizienz ist der passive Bewegungsweg weiter als der aktive,
bei der passiven Insuffizienz sind passiver und aktiver Bewegungsweg gleich

Beispiel:
aktive Hüftflex von 150°, passiv 170°, bedeutet jetzt, dass der Agonist zu schwach ist und / oder der Antagonist zu kurz

aktive Hüftflex von 130°, passiv auch 130°, bedeutet dann, dass etwas mit dem Kapsel-Band-Apparat nicht in Ordnung ist.

So verständlich?
Eva

Geschrieben

Hi!

Ich kann zwar nachvollziehen, was du meinst, allerding kann ich nur wenig Verbindung zu dem (recht komplizierten) Text aus dem Unterricht ziehen, da steht was ganz anderes.

Was ich von meinem Text glaube verstanden zu haben ist, dass bei aktiver Insuffizienz ein Muskel nicht endgradig kontrahieren kann (was ja deiner Beschreibung entspricht) und bei der passiven Insuffizienz ein Muskel sich nicht endgradig dehnen kann. Weiterhin wird da allerdings noch zwischen pathologisch und physiologisch, sowie eingelenkiger und zweigelenkiger Muskel unterschieden. Dort hört dann mein Verständnis auf.

Geschrieben

hast schon recht ..

aktiv insuffizient ist ein Muskel, wenn er sich nicht endgradig kontrahieren kann, physiologisch ist das bei zwei- und mehrgelenkigen Muskeln, diese können aktiv nicht das volle Bewegungsausmaß in allen überzogenen Gelenken erreichen... (zB. M. extensor digitorum longus am Fuß zieht ja über OSG und die Zehengelenke, er kann nicht im MTP I und im OSG die volle DE machen, weil sich bei Bewegung beider Gelenke meines erachtens nach die Aktinfilamente sonst überlagern)... pathologisch wäre es,w enn ein eingelenkiger Muskel wie der M. brachialis nicht die volle Flex im EBG schaffen würde... eingelenkige Mm. sollten schon das volle aktive Bewegungsausmaß schaffen.

passive Insuffizienz (ebenfalls richtig gesagt) wenn ein Muskel sich nicht soweit dehnen lässt, dass ein gelenk das volle passive Bewegungsausmaß erreicht... physiologisch wär das wieder, wenn ein 2-gelenkiger Muskel (zB M. rectus femoris) über beide Gelnke in verlängerung gebracht wird.. d.h. Ext. im HG und KG, dann wird das volle Bewegungsausmaß nicht in beiden gelenken erreicht... pathologisch wäre es, wenn das bei einem eingelenkigen Muskel nicht geht..

das ist, was wir in der Schule in den KG-Grundlagen hatten

vll hilfts dir..

mfg Jule

PS: sry wegen der Groß/Kleinschreibung, ich bin immer zu faul darauf zu achten ;-)

Geschrieben

Hier nun der Text. War noch Essen bestellen, hat deshalb ein wenig länger gedauert... :)

Aktive Insuffizienz
Sie liegt vor, wenn ein Muskel nicht in der Lage ist, sich so stark zu verkürzen, dass er die endgradige Stellung der Hebel, Zeiger oder Verschiebekörper in den von ihm überbrückten Bewegungsniveaus aktiv fixieren kann.

Aktive Insuffizienz bedeutet, dass der Muskel in Bezug auf die Skelettanteile, an denen er befestigt ist, zu lang ist.

Die aktive Insuffizienz eines eingelenkigen Muskels ist immer pathologisch. Bei Muskeln, die mehr als ein Bewegungsniveau überbrücken, ist eine gleichzeitig endgradige Verkürzung des Muskels wegen der physiologischen passiven Insuffizienz auf der antagonistischen Seite mehrgelenkiger Muskeln gar nicht möglich.


Passive Insuffizienz
Sie liegt vor, wenn ein Muskel sich nicht so weit dehnen lässt, dass der Bewegungsausschlag der Heben, Zeiger oder Verschiebekörper in dem von ihm überbrückten Bewegungsniveaus bis an die Arretierung (Endgradigkeit) ausgeschöpft werden kann.

Passive Insuffizienz kann physiologisch sein, wenn ein Muskel mehr als ein Bewegungsniveau überbrückt.
Die passive Insuffizienz im Rahmen der Norm ist eine erwünschte ökonomische Bremse.
Passiv insuffiziente Muskeln stehen unter Zugspannung und fühlen sich daher genauso hart an wie ein kontrahierter Muskel.

Bei abnormer passiver Insuffizienz tritt diese Bremswirkung zu früh ein und stört Bewegungsabläufe und Statik oft erheblich, z.B. Ischiokruralverkürzung. Die passive Insuffizienz eines Muskels, der nur einer Schaltstelle überbrückt, ist immer pathologisch.

Geschrieben

Versuche das mal einzeln zu analysieren. Finde aber hammelchens Erklärung sehr einleuchtend....

"Aktive Insuffizienz
Sie liegt vor, wenn ein Muskel nicht in der Lage ist, sich so stark zu verkürzen, dass er die endgradige Stellung der Hebel, Zeiger oder Verschiebekörper in den von ihm überbrückten Bewegungsniveaus aktiv fixieren kann."
Der Muskel ist also nicht in der Lage, den Bewegungsweg endgradig zu halten.

"Aktive Insuffizienz bedeutet, dass der Muskel in Bezug auf die Skelettanteile, an denen er befestigt ist, zu lang ist."
Zu lang == zu wenig kontrahiert ??

"Die aktive Insuffizienz eines eingelenkigen Muskels ist immer pathologisch. "
Logisch.

"Bei Muskeln, die mehr als ein Bewegungsniveau überbrücken, ist eine gleichzeitig endgradige Verkürzung des Muskels wegen der physiologischen passiven Insuffizienz auf der antagonistischen Seite mehrgelenkiger Muskeln gar nicht möglich."
Bedeutet das, dass bei zweigelenkigen Muskeln agonistisch immer eine aktive Insuffizienz vorliegt, weil antagonistisch physiologischerweise eine passive Insuffizienz vorliegt?!?


"Passive Insuffizienz
Sie liegt vor, wenn ein Muskel sich nicht so weit dehnen lässt, dass der Bewegungsausschlag der Heben, Zeiger oder Verschiebekörper in dem von ihm überbrückten Bewegungsniveaus bis an die Arretierung (Endgradigkeit) ausgeschöpft werden kann."
Also auch wieder der Antagonist, der die Bewegung des Agonisten hemmt.

"Passive Insuffizienz kann physiologisch sein, wenn ein Muskel mehr als ein Bewegungsniveau überbrückt.
Die passive Insuffizienz im Rahmen der Norm ist eine erwünschte ökonomische Bremse."
Lapidar gesagt verhindert die passive Insuffizienz des Antagonisten, dass der Agonist das Gelenk zu weit in die endgradige Stellung bringt.

"Passiv insuffiziente Muskeln stehen unter Zugspannung und fühlen sich daher genauso hart an wie ein kontrahierter Muskel."
Logisch.

"Bei abnormer passiver Insuffizienz tritt diese Bremswirkung zu früh ein und stört Bewegungsabläufe und Statik oft erheblich, z.B. Ischiokruralverkürzung. "
Für dich verständlich?

"Die passive Insuffizienz eines Muskels, der nur einer Schaltstelle überbrückt, ist immer pathologisch. "
Ein eingelenkiger Muskel darf also keine passive und auch keine aktive Insuffizienz aufweisen.


Zusammenfassend ist das ganze ja doch anders, als ich es gelernt habe.

Aktive Insuffizienz bezieht sich also auf den Agonisten einer Bewgegung. Der Muskel ist nicht in der Lage, dass volle endgradige Bewegungsausmaß durch Kontraktion hervorzurufen. Bei eingelenkigen Muskeln ist diese pathologisch, bei zweigelenkigen physiologisch.

Passive Insuffizienz bezieht sich auf den Antagonisten einer Bewegung. Der Muskel kann nicht so weit gedehnt werden, dass der Agonist die Bewegung endgradig ausführen kann. Bei eingelenkigen Muskeln ist das wieder pathologisch, bei zweigelenkigen physiologisch.

So hab ich das verstanden und es deckt sich ja weitesgehend mit hammelchens Beitrag... :-)

LG,
Eva

Geschrieben

Also ich hab von beidem vorher noch nix gehört, es klingt aber logisch. Die Bezeichnungen klingen hier in der Tat so, als würde aktiv sich auf Agonisten und passiv sich auf Antagonisten (@evi - du hast da glaube nen schreibfehler in deiner zusammenfassung oder??? ).

Hab mal google bissi gequält und 2 schöne Beispiele gefunden, wo die beiden Arten auch beim normalen Menschen anzutreffen sind - und daher wohl kaum als pathologisch einzuschätzen sind.

Grundlegend sind passive und aktive Insuffizienz bei eingelenkigen Muskeln immer pathologisch - das ist ja soweit klar.

Bsp aktive Insuffizienz (es geht um maximale Kraft über den gesamten Weg): Bei palmarflektierter Hand ist es nicht möglich die Faust fest zu schließen.
(logisch, weil die Flexoren bei Kontraktion ja durch die veränderten Winkel im Handgelenk schonwieder eine Öffnung der Faust einleiten).

Bsp passive Insuffizienz (es geht um die maximale Dehnung, dass der Agonist seine Kraft über den physiologischen Raum ausüben kann): Rumpfflexion (Finger-Boden-Test) geht mit gestreckten Beinen schlechter als mit gebeugten Beinen.
(auch logisch, weil ICM entspannt wird).

Mfg Stephan

Geschrieben

Hi Leute!

Vielen Dank für eure Erklärungen, ich denke, ich hab es verstanden und kann morgen beruhigt in die Klausur gehen.

Danke Eva, dass du den Text verständlich zusammengefasst hast, jetzt verstehe ich auch, was da so im Detail drinnen steht. :)

Liebe Grüße, Nadine

Geschrieben

@therealnadine:
Du wirst wahrscheinlich dies Nachricht nicht mehr lesen, aber ich wünsche Dir viel Glück für die Prüfung!

Bei mir ist es auch bald soweit *br*...

besos d mephia

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    • Hallo,   von 02.2025-07.2025 war ich viel laufen (30-40km pro Woche). vorher habe ich zwei Jahre keinen Sport gemacht. Die 40km habe ich natürlich nach und nach aufgebaut. 07.2025 habe ich mich zum Fußball angemeldet. Das erste Trainung auf Kunstrasen fand statt - ohne Probleme. Zwei Tage danach war ich, wie gewohnt, 11,5km laufen, um am Ball zu bleiben. Wiederum 2-3 Tage danach - also insgesamt fast eine Woche nach dem ersten Training wollte ich wieder auf den Platz. Schon beim allerersten Innenseitenpass habe ich starke Schmerzen im Adduktorenbereich links und rechts- jedoch rechts extrem - gemerkt. Ich musste direkt abbrechen. ich war seitdem (6 Monate her) sicher 12-15 Mal beim Arzt, bei 6-8 verschiedenen Ärzten. Anfangs wurde eine Zerrung vermutete. Als keine Besserung eintrat, bat ich um MRT. Leider wurde dort ein MRT mit Fokus auf die Hamstrings (anstatt Adduktoren gemacht). Ein zweites MRT des Beckens mit Fokus auf Hüftimpingement, Symphyse und Adduktorenansätze gab es im Laufe auch. Dazu Sonografie der Leiste (nicht der Adduktoren) und Röntgen.   insgesamt wurden festgestellt:   weiche Leisten links und rechts - als Hauptursache ausgeschlossen. Ich habe auch keinerlei Schmerzen beim Husten oder Niesen.   diskreter Labrumriss rechts - als Hauotursache ausgeschlossen - u.a. brachte eine Hüftgelenksinfiltration keine Besserung.   minimales Ödem in Symphyse, am Schambein - hier hatte ich drei Mal fokussierte Stoßwelle (die 3. Sitzung vor 10 Tagen) - bisher ohne Erfolg oder Besserung.   ein Arzt erkannte eine kleine Insertionstendinopathie auf einem der MRTs am Adduktor rechts.   außerdem wurde eine Beckenverwringung erkannt und behoben.   allerdings wird es seit sechs Monaten immer schlimmer. Ich habe 24/7!! Schmerzen - im Liegen, im Sitzen, im Gehen. Jede Alltagsbewegung schmerzt und ich kann kein Gewicht auf das Bein verlagern. Ich kann mich auch nicht bücken, nur mit nahezu vollem Gewicht auf dem linken Bein.   ich habe viel ChatGPT gelesen und gehe eigentlich von einer chronischen Tendinopathie der Adduktoren(ansätze) aus - mit Schambeinentzündung, die anscheinend dadurch gekommen ist.   allerdings macht mir die Schwere sowie Länge der Schmerzen Sorgen. Bei Dreh- sowie Rotationsbewegungen des Beines sind es messerstichartige Schmerzen im Adduktorenbereich. Mein Bein fühlt sich zum Teil wie Pudding an und die Schmerzen haben sich auch schon weiter innen hinten am Oberschenkel Richtung Sitzbein ausgebaut. Ich kann nicht auf harten Stühlen länger als 15 Min. sitzen.   bisher fand keine Physiotherapie statt.   mein Plan jetzt wäre ein weiteres MRT speziell für die Adduktoren, ggf. noch ein MRT der Lendenwirbelsäule und dann Physiotherapie (oder ambulante Reha)? mit Unterstützung von vielleicht ACP/PRP Eigenblutinjektionen an Adduktorenansatzbereich!?   Hat jemand eine Idee oder kann etwas dazusagen. Ich mache mir mittlerweile extremste Sorgen, dass etwas irreversibel geschieht mit jedem Tag, der vergeht. Ob die Sehen/Muskeln jemals wieder sich erholen können und ich schmerzfrei werden. Anscheinend muss ich in die Belastung gehen, weil 6 Monate schonen anscheinend nichts gebracht hat. Allerdings tut jede Bewegung weh. Irgendwie ist es ein Teufelskreislauf. Es geht natürlich auch auf die Psyche - sehr sogar.
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