09.11.2009 15:13
Physiotherapie

Fibromyalgie - Leben mit Schmerzen

Fibromyalgie - Leben mit Schmerzen

Die Fibromyalgie wurde früher oft als Weichteilrheumatismus bezeichnet, was jedoch nicht korrekt ist. Diese Erkrankung ist nicht entzündlich und ist vor allem durch Schmerzen in den Muskeln gekennzeichnet. Verschiedene Schmerzdruckpunkte, die so genannten Tender Points, reagieren auf Druck mit Schmerzen, so dass der Mediziner schnell einen ersten Anhaltspunkt für die Diagnose erhält. Diese Druckpunkte befinden sich im Nacken, an den Schultern, am Rücken und in den Hüften, es sind insgesamt 18 Punkte, an denen Sehnen ansetzen.


Die Sehnen und Muskeln des Patienten sind jedoch nicht krankhaft verändert, so dass eine genaue Ursache für die Entstehung einer Fibromyalgie noch nicht herausgefunden werden konnte. Es ist auffallend, dass wesentlich mehr Frauen als Männer von dieser Erkrankung betroffen sind. Die meisten Patienten sind zwischen 20 und 50 Jahre alt, die Fibromyalgie kommt jedoch auch bei älteren Personen und sogar Kindern recht häufig vor. Insgesamt sind rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung von dieser Erkrankung betroffen.

Da die Ursachen bisher weitgehend unbekannt sind, können nur verschiedene Theorien aufgrund von Beobachtungen aufgestellt werden. Es wird vermutet, dass ein Trauma, zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Operation eine Fibromyalgie begünstigen kann. Außerdem werden bestimmte Infektionen für die Entstehung der Muskelschmerzen verantwortlich gemacht, aber auch ein gestörter Stoffwechsel in der Muskulatur. Die Schmerzen sind nicht immer gleich stark ausgeprägt und hängen von mehreren Faktoren ab. So können zum Beispiel Stress, Müdigkeit, Ängste, feuchtes oder kaltes Wetter sowie starke körperliche Anstrengung die Beschwerden erheblich verschlimmern.

Es kann beobachtet werden, dass Patienten mit Fibromyalgie einen auffallend schlechten Schlaf haben. In der Folge kommt es durch den Mangel an Erholung häufig zur Ausbildung von Depressionen. Es ist bisher noch nicht klar, ob die Fibromyalgie zu den psychosomatischen Erkrankungen gezählt werden kann. Klar ist jedoch, dass die Psyche einen starken Einfluss auf diese Krankheit hat. Es ist nur nicht sicher, ob starker psychischer Stress zu einer Fibromyalgie führt, oder ob die psychischen Veränderungen infolge der Erkrankung entstehen. Es wurde festgestellt, dass es Probleme mit der Bildung von bestimmten Botenstoffen gibt, so dass der Gehirnstoffwechsel bei den Betroffenen gestört ist. Eine psychosomatische Komponente wird deshalb vermutet, weil keine Veränderungen an der Muskulatur festgestellt werden können, sondern dass nur die Schmerzempfindung im Gehirn gestört ist. Trotzdem bilden sich die Patienten die Schmerzen nicht nur ein, sondern sie sind wirklich vorhanden.

Die Fibromyalgie ist vor allem durch starke Schmerzen gekennzeichnet, die als fließend und großflächig beschrieben werden. Die Patienten leiden viele Jahre unter den Schmerzen, die durch Massagen, Krankengymnastik und körperliche Betätigung noch verstärkt werden können. Die Betroffenen fühlen sich regelrecht krank und abgeschlagen. Um die Diagnose stellen zu können, müssen mindestens 11 der Tender Points schmerzen, wenn Druck auf sie ausgeübt wird. Desweiteren müssen die Beschwerden bereits über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten bestehen.

Schmerzmittel und Rheuma-Mittel verschaffen den Patienten meistens kaum Linderung. Eventuell macht der Einsatz von Antidepressiva Sinn, damit der Körper sich besser entspannen kann. Wärmeanwendungen und das Durchführen von Entspannungsübungen können die Symptome wesentlich verbessern. Die Patienten sollten versuchen, Stress weitgehend zu vermeiden, und ein möglichst ruhiges Leben zu führen.


Schreiben Sie einen Kommentar

Fibromyalgie - Leben mit Schmerzen


Login:
vor 130d
Gast
05.10.2011 16:21

Rosemarie Gwosdz sagt:
rosigwosdz@t-online.de
Ich bin die 1.Vorsitzende der FLD e.V.
Ihre Internetseite ist für uns sehr Gut.
Dieser Beitrag wurde von einem unregistrierten Gast verfasst.