Kneipp Therapie - alte Methode ganz modern

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Physiotherapie 18.08.2009

Kneipp Therapie - alte Methode ganz modern

Alles dreht sich um das Lebenselement Wasser wenn es nach Pfarrer Sebastian Kneipp ging. Er erkannte: „Wasser ist das aller erste, vorzüglichste und allgemeinste Heilmittel für den menschlichen Körper.„ und entwickelte daraus sein Konzept, das mehr beinhaltet als im Storchengang durch kaltes Wasser zu waten.

Mittlerweile hat die moderne Wissenschaft belegt, dass die einzelnen Verfahren und die Gesamtwirkung der ganzheitlichen Kneipp-Kur medizinisch wirksam sind. Eine volle Kneipp-Kur umfasst einen Zeitraum von 3 – 4 Wochen und behandelt Herz- und Kreislauferkrankungen, Durchblutungsstörungen, orthopädische Erkrankungen, Abwehrschwäche und vegetative Störungen und wird in einem Kneippkurort durchgeführt. Einige Elemente der Kneipp-Kur können aber jederzeit von jedermann durchgeführt werden. Es empfehlen sich hier z.B. das Barfußlaufen im Wasser, auf taunassen Wiesen oder im Schnee oder die Eigenanwendung von Güssen. Das Kneipp-Konzept wirkt sowohl kurativ als auch präventiv.

Die 5 Kneippsäulen

Kneipp begründet sein Konzept auf den 5 Säulen Hydrotherapie (Wasseranwendungen wie die bekannten Kneippgüsse und Wassertreten, sowie Dampfbehandlungen), Ernährung (vielseitige Vollwertkost), Bewegungstherapie (Abhärtung durch Barfußlaufen), Phytotherapie (Anwendung der entsprechenden Heilpflanzen) und Ordnungstherapie (bewusste Lebensführung durch die Balance von Körper, Geist und Seele).

Diese Ansätze sind heute wieder sehr modern und in aller Munde: Wasser spielt bei den meisten Wellnessbehandlungen eine große Rolle, in der Ernährung wird auf Slow Food und frische Zutaten gesetzt und Bewegung ist Empfehlung Nr. 1 für Jedermann. Die Heilkraft der Pflanzen spricht sich immer mehr herum, Homöopathie und Tees boomen und Anleitungen zu einem geregelteren Leben sind sehr gefragt.

Die Anwendungen

Wasser in kalter, warmer oder dampfartiger Form kommt in einer Kneippkur zum Einsatz. Sofern bestimmte Beschwerden wie die des Herz-/Kreislauf-Systems eine Kneippkur nicht verhindern, eignen sich Kneipps Anwendungen für fast jedes Alter.

Das Heilverfahren umfasst, Güsse, Bäder, Waschungen, Wickel und Dampfanwendungen. Die Güsse fördern die Durchblutung und können an den Armen, dem Gesicht, den Knien, den Schenkeln und am Rücken angewendet werden, kalt oder als Wechselguss. Dabei soll Wasser für 60 – 90 Sekunden aus einem Schlauch in weichem Strahl aus einem Abstand von 10 - 20 cm über das entsprechende Körperteil fließen. Für Gesichtsgüsse sollte die Wassertemperatur bei 16 – 18 °C und für die restlichen bei 10 – 12 ° C liegen. Warmgüsse sind auf 36°C zu erwärmen. Wechselgüsse an Armen, Knien oder Schenkeln stimulieren den Kreislauf. Während der Güsse sollte die Atmung normal bleiben.

Kneipp Anwendungen beginnen stets mit warmem Wasser und enden mit kaltem Wasser. Bäder nach Kneipp sind Voll- oder Teilbäder. Vollbäder finden in warmem Wasser statt, Teilbäder gibt es in allen Temperaturbereichen, häufig auch ansteigend. So gilt es den Körper von unten nach oben zu behandeln. Tipp: Fußbäder mit ansteigender Temperatur helfen gegen kalte Füße und Armbäder können Kopfschmerzen vertreiben. Generelle Tips zur Durchführung Wenn Sie Beschwerden haben, sprechen Sie bitte mit ihrem Arzt, ob kneippsche Anwendungen für Sie in Frage kommen. Lassen Sie sich beraten oder ziehen Sie Literatur zum Thema zu Rate.

Generell gilt aber für alle Anwendungen nach Kneipp: Gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung. Detailliertere Regeln finden Sie in der einschlägigen Literatur, dazu gehören auch die folgenden Anweisungen, weder mit vollem, noch mit leerem Magen zu beginnen, Alkohol und Zigaretten eine Stunde vor und nach der Anwendung zu meiden, für Wärme zu sorgen, damit Füße und Körper nicht auskühlen, ein Badethermometer für die richtige Wassertemperatur zu benutzen, nicht zu lange und nicht zu heiß zu baden und das Wasser abzustreifen statt abzufrottieren.



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