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    PhysioWissen

    Missstand Physiotherapie

    Im Rückblick auf das Jahr 2011 liegt es leider nahe, sich mit gravierenden Missständen im Gesundheitssystem auseinander zu setzen. Die deutsche Politik macht es uns Physiotherapeuten nicht einfach.

    1) Abrechnungsirrsinn und Absetzungen von Physiotherapie Rezepten

    Zu nennen ist hier der totale Irrsinn in der Abrechnung von Heilmitteln. So wird Beispielsweise nahezu keine Schikane ausgelassen, Fehler in der Verordnung zu Lasten der Physiotherapeuten auszulegen und anstatt hier die zumeist eingesessenen Ärzte in der korrekten Ausstellung zu schulen und die Computerprogramme der Praxen konsequent auf Fehlervermeidung zu optimieren, wird die Zahlung unkorrigierbar abgelehnt. Ein Trauerspiel für einen sowieso schon komplett unterbezahlten Arbeitsbereich, der zunehmend Existenzen kostet.

    2) Physiotherapie Ausbildung - wer studiert hat nix davon

    Neben zermürbenden Regulierungen im Heilmittel- und Abrechnungsbereich ist auch nach wie vor die Ausbildungssituation in Deutschland ungenügend geregelt. Staatlich anerkannt ist noch immer nur die schulische Ausbildung, eine höhere Ausbildung an Universitäten wird zwar ebenfalls akzeptiert, jedoch wird der höhere Aufwand in der täglichen Arbeit am Patienten nicht anders vergütet. Vorteile bringen diese höheren Ausbildungsformen zur Zeit nur in der Forschung sowie im Ausland. Die Universitäten und Hochschulen gehen jedoch immer weiter voran und bieten weitere vollzeitliche und nebenberufliche Studiengänge an. Die neueste Ankündigung kommt hier von der FH Aachen, die diesen Studiengang ab dem Wintersemester 2012/13 anbieten wird.

    3) Erfahrungsbasierte Entlohnung

    Der 3. Missstand ist die Gleichbehandlung der Therapeuten. Klingt auf den ersten Blick wie ein wünschenswertes Ziel, jedoch kann eine gleiche Vergütung eines Berufseinsteigers und eines Therapeuten mit mehrjähriger Berufserfahrung und mehreren absolvierten Fortbildungen nicht sein. Kein anderer Berufszweig ist so im Zwang Fortbildungen zu absolvieren um seine Qualität zu verbessern wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden. Momentan ist hierfür der Anreiz lediglich die eigene Qualitätssicherung sowie die Arbeitsplatzerhaltung. Eine bessere Entlohnung für die mutmaßlich hochwertigere Behandlung fehlt im heutigen Gesundheitssystem leider völlig. Würden hier seitens des Gesetzgebers Anreize in Form von besserer Bezahlung hochqualifizierter Fachkräfte pro Behandlung geschaffen, wäre auch der alltägliche Frust über die zumeist selbst zu tragenden Kosten für Weiterbildungen nicht so hoch, hätte man doch eine Aussicht auf eine Refinanzierung. Unklar ist auch, warum die Krankenkassen dies nicht konsequent unterstützen? Liegt die Behandlungsdauer, -effizienz und -erfolg eines erfahrenen Therapeuten doch mutmaßlich höher und spart somit im Umkehrschluss wieder Kosten.

    4) Akademisierung der Physiotherapie

    Selbstverständlich würde eine Akademisierung der Physiotherapie weitere Fragen aufwerfen, wie zum Beispiel, wie mit langjährig aktiven Therapeuten verfahren wird, welchen Stand der Therapeut im Bezug zum Arzt hat und wie das Diagnoserecht verteilt wird, doch sind diese Fragen im Moment nur theoretischer Natur, da sie von den Personen, die etwas verändern könnten nicht gestellt werden. Die Therapeuten müssen zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes so viele Stunden am Patienten bewältigen, dass keine Zeit für Lobbyarbeit bleibt und die Verbände legen die Hände in den Schoß. Ob hieran mangelnde Ideen oder einfach nur Resignation Schuld ist, bleibt unbeantwortet.

    Physiowissen als Sprachrohr

    An dieser Stelle möchten wir gern allen, die etwas bewegen möchten unsere Hilfe anbieten und strecken auch den Vertretern der Gesundheitspolitik die Hand zum Gespräch aus und bitten Sie sich folgende Frage ehrlich zu beantworten: Ist Physiotherapie nicht einer der wertvollsten Berufe, die es gibt? Wo sonst wird mit derartig intensiven Bemühungen 1:1 direkt am Patient an dessen Wohl und Gesundheit gearbeitet? Stephan Schmied



    Rückmeldungen von Benutzern

    Recommended Comments



    Gut geschrieben Stephan. Die Auswirkung der Missstände geht soweit, das wir Therapeuten selbst bald auf therapeutische Hilfe angewiesen sind, denn an dem Satz: Die kränkesten, sind die therapeuten selbst, ist was wahres drann. In den vielen Fortbildungen die ich bisher besucht habe, viel mir immer wieder auf, wieviel Therapeuten selbst an Schmerzen leiden. Dann stellt sich doch die Frage: Wie kann ein Therapeut andere "heilen", wenn er selbst körperliche und seelische defizite hat. Ganz stark betroffen , sind Therapeuten in der Akutklinik. Im Großen und Ganzen finde ich es sehr wichtig, selbst als Therapeut Gesund zu sein, denn sonst schaufelt man sich mit sicherheit bald selbst sein Grab " Burn-Out ". Bin leicht vom Thema hier abgekommen... aber das lag mir auf der Seele :)

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    Leider, leider! Ich war vor 3 Jahren kurz vorm Burn-out und habe mich als Konsequenz von dem Beruf in der praktischen Form verabschieden müssen. Sehr schade, weil ich den Job liebe und ich auch behaupten würde durchaus gute Resultate erzielt zu haben.
    Wir kommen vom Thema ab, aber Missstände gibt es noch deutlich mehr...

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    Wahre Worte... Wie kann es sein das man als Physio nach einer passenden Wohnung Ausschau halten muss und immernoch zusammen mit der Freundin in einem Zimmer in einer WG mit 6 Leuten wohnt und es einfach nicht schafft rauszukommen.......
    Warum werden wir Therapeuten so Gebeutelt vom System?
    Es ist ein wunderbarer Beruf und ich liebe ihn über alle Maße .
    Zudem sollte es eine Angleichung des Lohnes zwischen Ost und West stattfinden.
    Wir hier in den neuen Bundesländern leisten genau die gleiche Arbeit wie die Therapeuten in den alten Bundesländern.Warum das so unverschämt differneziert wird wie in anderen Berfusgruppen auch ist mir völlig unverständlich.
    Zudem sollten die Behandlungszeiten wie bei der Krankengymnastik wieder angehoben werden .
    15 min. Krankengymnastik? ehrlich? Hochgerechnet in einer Woche sind das 30 min. ...... Unverschämt da heilt sich der Patient ja von selbst.. deswegen therapieren wir trotzdem immernoch 30 min weil das wesentlich mehr Sinn macht. Denn die Forderungen der Krankenkasse sind völlig Sinnfrei. Diese Leute sollten ersteinmal an sich selbst sparen und dann mehr in die Patienten investieren.

    Ich find den Beitrag zu den Missständen echt gut.
    Solangsam sollte jedoch in gesammt Deutschland was passieren.
    Die Grenzen zwischen Ost und West werden durch die Politik gezogen und nicht durch das Volk. Wir Deutschen haben es hingenommen das wir bis 67 arbeiten sollen andere Länder gehen auf die Barikaden wenn es nur um 60 Jahre geht. Der Deutsche nimmt alles hin.
    Es reicht .... die Missstände sind nicht nur in der Medizin die Missständehaben ihre Wurzeln ebenso weiter oben.

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    Gut geschrieben Stephan. Die Auswirkung der Missstände geht soweit, das wir Therapeuten selbst bald auf therapeutische Hilfe angewiesen sind, denn an dem Satz: Die kränkesten, sind die therapeuten selbst, ist was wahres drann. In den vielen Fortbildungen die ich bisher besucht habe, viel mir immer wieder auf, wieviel Therapeuten selbst an Schmerzen leiden. Dann stellt sich doch die Frage: Wie kann ein Therapeut andere "heilen", wenn er selbst körperliche und seelische defizite hat. Ganz stark betroffen , sind Therapeuten in der Akutklinik. Im Großen und Ganzen finde ich es sehr wichtig, selbst als Therapeut Gesund zu sein, denn sonst schaufelt man sich mit sicherheit bald selbst sein Grab " Burn-Out ". Bin leicht vom Thema hier abgekommen... aber das lag mir auf der Seele :)

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    Hey! Mir fällt dazu nur eins ein-und das löst wieder ein schlechtes Gewissen in mir aus, aber ich bin nur ehrlich, ich geb´s einfach zu: Ich finde meinen Arbeitsplatz-Magneten auch regelmäßig wieder im unabhängigen, im Wellness-Bereich: in dem , vorausgesetzt es ist ein etablierter Betrieb, viel mehr zu verdienen ist.Davon wiederum nur kann ich, ohne ins Straucheln zu kommen , meine Weiterbildungen machen und bezahlen. Ich Ich sitze quasi im Fuchsbau und warte in sichererer Umgebung darauf , dass endlich mal was passiert, besonders im Bereich der Vergütung. Aber ich will ja auch nicht wirklich warten müssen. Das macht keinen Spaß! Drum werde ich wahrscheinlich die nächsten Gelegenheiten nutzen, die OMT als nächstes Ziel abwickeln und mich ins Ausland verpissen! Echt mal, ich geb nichts auf diesen Staat-ich selber kann hier nichts zum Ändern beitragen,tut mir Leid, dafür habe ich keinerlei kompetenzen, aber dass es bisher noch niemand geschafft hat, das hat mich allerhand frust in der vergangenheit gekostet-und wozu sich krumm ärgern, lieber geh ich doch aufrecht in einem besseren Staat meinen Weg in diesem kurzen Leben.

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    Sehr interessanter Beitrag und vor allem finde ich es super, dass dieses Problem angegangen wird. Allerdings frage ich mich, warum sich keiner auch für die Masseure einsetzt.

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    So lange es immer genügend Götter in Weiß gibt, die zu ihren Patienten sagen, dass sie das bisschen Turnen auch noch einem Anleitungsblatt durchführen können und wir Physios nicht die Zeit und Kraft, solche Leute eines Besseren zu belehren, wird sich meiner Meinung nach nichts ändern. Ich bin selber ausgestiegen, nachdem mein Gehaltsniveau nach einem einigermaßen akzeptablen Stand in den 90ern nach 2000 immer weiter nach unten ging. Jetzt arbeite ich in einem Bereich, wo ich auch nicht mehr verdiene, aber immerhin frei bin von Zeittakten und merkwürdigen Vorgaben, die mich nach 15 Jahren im Beruf an die Grenzen meiner Belastbarkeit führten. Den jüngeren Kollegen wünsche ich, dass sie eine Chance bekommen, wo ich leider selbst keine mehr sehe.

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    Meiner Meinung nach, sind wir viel zu unbeachtet. Wenn wir auch nur für einen Tag streiken würden, was da los wäre. Aber dafür sind wir zu gute Menschen, da unsere Patienten uns brauchen, weil sie auf ITS liegen, oder die Reha benötigen. Ich finde es auch einen Missstand das Kollegen mehr Geld für das gleiche bekommen als ein ein Kollege aus Dresden, oder woanderes aus den "neunen Bundesländern". Auch sollten wir alle am selben Strang ziehen, nicht wer ist der beste oder sonste was.

    Das ist meine Mrinung und spiegelt meine Gedanken wieder

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    Schöner Beitrag Stephan, bin voll und ganz deiner Meinung.
    Was ich allerdings nicht glaube, ist, wenn wir streiken würden, dass irgendwer davon Notiz nähme. Dafür werden wir von den Ärzten und den Krankenkassen für zu unwichtig gehalten. Es stirbt ja keiner wenn er einen Tag mal keine Behandlung bekommt. Wenn allerdings Züge nicht fahren, Flugzeuge nicht starten oder keine OP´s gemacht werden, das merkt man hingegen schon. Somit ist unsere Verhandlungsposition leider nicht so zwingend wie in anderen Branchen.

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    Lieber Stephan!

    Du sprichst mir aus Seele. Ich bin seit 2,5 Jahren in Österreich in einem Krankenhaus tätig und mit deinen Worten triffst du viele Punkte, die auch in Österreich in hohem Maß problematisch sind. Mitteleuropa ist in Physiohinsicht ein Entwicklungsland ohne Entwicklung.
    Vielen Dank, dass du dir Gedanken gemacht hast und diese geäußert hast.
    Deine Bemühungen schätze ich wertiger ein als die Arbeit der Verbände sowohl in Österreich als auch in Deutschland. Denn ohne Leidenschaft und Einsatzfreude ist ihre Funktion recht zweifelhaft.

    Nochmal danke!

    Alex

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    Endlich! Danke für diesen Beitrag!
    Missstand kann man das schon nicht mehr nennen. Ich rate jedem Jugendlichen der sich für diesen Beruf interessiert, kategorisch ab! Man investiert zig tausende Euros in die Ausbildung und Fortbildungen und bekommt dafür ein Gehalt über das so mancher Kassierer beim Aldi schmunzeln würde. Ich kan mich nur diechris anschließen. Am besten man schaut, dass man raus aus Deutschland kommt. Ein kleiner Trost bleibt: die zunehmende Unfähigkeit vieler Ärzte und Kliniken macht unseren Beruf immer wichtiger! Aber es macht mich einfach traurig,dass ein solch wichtiger Beruf so gering geschätzt wird. Leider geht es jedem gelernten Beruf in Deutschland so. Am besten raus aus der EU!

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    Ich bin keine Physiotherapeutin, sondern Ergo, doch alles, was
    dieser Beitrag an Missständen aufzeigt, kann ich aus meiner Sicht
    nur unterstreichen.
    Zusätzlich erschwerend kommen in Niedersachsen die niedrigen
    Richtwertgrößen der Ärzte hinzu, welche seitens der Ärzte eine niedrigere
    Verordnungsfrequenz zur Folge haben.
    Inhaltlich ist es nach wie vor mein Traumberuf, kann jedoch
    aufgrund der Arbeitsbedingungen nicht empfehlen, diese Ausbildung
    Zu machen.

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    Wenn irgendwo die "Missstände" in der PT angesprochen werden, hagelt es von allen Seiten Zustimmung ("Viel zu unterbezahlt" - "Nicht genug Wertschätzung für das was wir tun").
    Das trifft zu und das will ich auch garnicht abstreiten - im Gegenteil.
    Nur frage ich mich, wieso sich so viele beklagen, die dann aber in keinster Weise in einer berufsständischen Vertretung (einem Verband)organisiert sind.

    "Die Verbände legen die Hände in den Schoß" - und die Physios ihre gleich hinterher. Und dann schaut man sich um und fragt sich wieso denn hier eigentlich nichts passiert.

    Die meisten Physios in Deutschland sind nicht Mitglied in einem der Berufsverbände, sehen den Sinn meist auch nur wenn sie dadurch vergünstigte Fortbildungen machen können.
    Das sind dann übrigens auch die Berufsverbände die dann in politischen Verhandlungen sitzen und sagen "Die Physiotherapeuten in Deutschland wollen..." - und dann kommen die Anderen am Tisch (Politikvertreter, Ärzte uvm.) und sagen "Ach, die Physiotherapeuten in Deutschland wollen ... ? Aber Sie vertreten doch nur xx% der Physiotherapeuten in Deutschland"

    Wenn die Physiotherapeuten wollen, dass sich etwas ändert an den beruflichen Rahmenbedingungen, dann müssen auch die Physiotherapeuten etwas dafür tun!!!

    Sicher, es hat nicht jeder Zeit aktiv in Verbandsarbeit einzubringen (diese ist ja in der Regel auch rein ehrenamtlich zu bewältigen) aber selbst eine passive Mitgliedschaft in einem der Verbände macht Sinn, denn nur so können wir unsere Lobby stärken.

    Stephan du schreibst:
    An dieser Stelle möchten wir gern allen, die etwas bewegen möchten unsere Hilfe anbieten und strecken auch den Vertretern der Gesundheitspolitik die Hand zum Gespräch (...)

    Hast Du da konkrete Vorstellungen?!

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    Japp habe ich - ich möchte gern einen Brief aufsetzen und diesen an die größten Parteien schicken mit der Bitte um konkrete Antworten. Ob man damit etwas bewegt weiß ich nicht, aber mal rütteln schadet nichts.
    Wir können immerhin aktuell für ca 15% der Therapeuten sprechen mit unseren > 26000 Mitgliedern - ist ja schon mal was und sicher könnte ein konkreter Aufruf und Unterschriftenaktion hier auch noch weiter helfen.

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    Ja, ich finde es auch gut geschrieben und auch sehr wichtig, diese Dinge mal zu besprechen... Ich bin der Meinung, daß man mal deduktiv an die Sache dran gehen sollte und sich im Großen anschauen sollte was los ist:

    - Da wurde über den Staat geschrieben. Ist die BRD ein echter Staat? (Google mal "Die Jahrhundertlüge.pdf" oder "HRB 51411")
    - Unser Anatomie- & Physiologielehrer (ein Arzt) sagte uns: "Ihr Berufsstand wurde von einer Aus- und Weiterbildungsmafia übernommen" - wer würde da nicht zustimmen? Klar muß man up-to-date bleiben, doch ist sowohl die Ausbildung als auch die Fortbildungen einfach zu teuer! Ist es nicht ein wenig so, daß wir uns unsere Ausbildung erkaufen, erst recht, wenn das demnächst per Studium erfolgen soll? Während wir in der Schule sitzen arbeiten wir nicht, richtig; doch im Praktikum arbeitet man mit - warum bezahlt man noch fürs Arbeiten gehen? Wenn KFZ-Mechaniker, IT-Spezis oder Bankkaufleute und Krankenschwestern/-pfleger während der Ausbildung eine Ausbildungsvergütung erhalten, dann sollte das für uns auch so sein! Private Schulen sind da ein Thema für sich, denn "privare" (lat.)=berauben, enteignen!!!
    - dann wurde "Streik" angesprochen: Ich würde mitmachen und ich denke sehr wohl, daß die Bevölkerung das merken würde (nicht nur wenn Ärzte oder Fluglotsen streiken)
    - Krankenkassen und Unterbezahlung: Auch hier deduktiv denken! Was hat das mit unserem Schuldgeldsystem zu tun? Was hat das mit Zins und Zinseszins zu tun?

    Es muß sich Grundlegendes ändern, denn im Prinzip reden wir hier nur über Symptome, doch sagen tun wir beinahe gar nichts - geschweige denn daß wir über Ursachen nachdenken!

    MfG

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    erst mal....vielen dank stephan....endlich spricht es mal jemand an.
    aber es gibt noch einen weiteren missstand, wie ich finde. und das ist die unterschiedliche vergütung der einzelnen bundesländer. ich habe seit 1,5 jahren eine eigene Praxis in sachsen-anhalt und bin immer wieder empört, zu sehen wie groß die unterschiede zwischen ost und west auch nach mehr als 20 jahren deutscher einheit sind. ich will niemanden zu nahe treten, aber ich mache doch bitte keine schlechtere arbeit als meine "west"-kollegen!!!! wobei man auch noch sagen muss, dass die mietnebenkosten bei uns mittlerweile so hoch sind, wie überall in deutschland. also wo bitte ist die begründung für derartige unterschiede????
    und zum Thema diagnoserecht kann ich nur sagen, was einige ärzte auf die verordnungen schreiben, läßt uns keine andere wahl, als selbst zu diagnostizieren. die meisten ärzte bei uns leben doch nach dem Motto, "lieber therapeut, komm selbst drauf, was deinem patienten fehlt".

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    Generell liegt das Problem in der Struktur dieses Zweiges der Gesundheitsberufe. Statt einen Dachverband der stark genug wäre den Kassen bei zu kommen bestehen ZVK VPT VDP IFK PVS DVP ect. Solange alle Ihren eigenen Brei rühren und nicht zusammen fungieren passiert nichts. Weiterhin gibt es nicht wirklich eine Gewerkschaft die sich für bessere Bedingungen einsetzt. Und zum Schluss das wichtigste es wird schlicht und einfach zu schluderig gearbeitet keine genauen Dokus zu starre Behandlungsabläufe die trotz Misserfolg aus welchen Gründen immer durchgezogen werden. Ein Verband eine Gewerkschaft nachvollziehbare schlüssige und dokumentierte Behandlungen sind der Schlüssel zum First Contact und zu einer besseren Tarifpolitik

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    Vielleicht wäre es mal sinnvoll auf die Strasse zu gehen und zu Demonstrieren! Einfach nur Aufmerksamkeit zu bekommen und die Leute mal wach rütteln. Wenn keine was sagt oder macht, warum sollten sie dann was ändern.So wie, wo es kein Problem gibt, brauch ich nichts ändern.

    Mich nervt persönlich auch diese unterschiede zwischen Ost- und Westgeld. Die Mieten,das Essen,das Benzin ist doch auch schon fast überall gleich! Ich könnt wetten das irgendwann,wenn es so weiter geht ein Notstand von Therapeuten im Osten geben würd!!

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    tja , einen echten notstand wird es -im osten erst recht-nicht geben..wie gesagt, manche aus den eigenen reihen(siehe tobermann) zweifeln ja an der bedeutsamkeit und wichtigkeit unseres interessanten tätigkeitsfeldes und meinen, dass wir daher auch keine chance bei tarifverhandlungen oder überhaupt nur erhört zu werden haben-und von den überdimensional vielen ALten wird man es schon mal gar nicht, und gebraucht auch schon mal gar nicht mehr lebensnotwendig, da sie in uns keine hilfe zur lebensqualitätbesserung mehr sehen können.
    Wertschätzung..tja, wie ist das gleich noch mal mit der Wertschätzung,je teurer , desto höher...
    Klienten im Wellness haben seltsamerweise alle generell eine viel höhere Wertschätzung für ein und dieselbe Leistung natürlich im Vergleich nur gültig mit der selben ausführenden Person, als "Patienten"..und da schließe ich natürlich alle psychisch erkrankten Patienten aus.Versteht , was ich sagen möchte, ich glaube, wir müssen unbedingt raus aus dieser Staatsabhängigkeit. Auch, um höhere Effektivität unserer gesamtdurchschnittlichen Leistung zu erzielen,denn bei der Behandlung von Patienten mit negativer Compliance kommen nun mal nur rote Zahlen raus.
    Ist das zu abstrakt oder versteht ihr mich? Ich hoffe, dass Ihr meine Sichtweise teilt. Was für die Patienten erstmal schlechtere Bedingungen sind , macht ja aber deren Therapeuten nur besser. Ja dann wäre es wie in den U.S.A. und da hat man auch mehr Geld für die Entwicklung und Forschung-sogar, und sogar noch jetzt in diesen Zeiten..
    Und in Anbetracht dessen, dass die Krankenkassen uns sowieso nur etwas so um ein Prozent (der Ausgaben für alle verfügbaren leistungen im spektrum Medizin) ihrer aufmerksamkeit schenken, also uns nach wie vor nicht zu würdigen wissen, obwohl WIR ihre Kassensparschweine füllen würden, wenn sie endlich mal von z. B. vielen unnötigen Operationen abkommen würden- in Anbetracht dessen, frag ich mich, wieso dieses Land noch keine Therapeuten-Autonomie vorangetrieben hat.

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    Ja hier wurde es schon gut beschrieben,dass wir uns in einem mafiösen System befinden!Da wird sich leider auch nichts dran ändern,steht zuviel Kohle auf dem Spiel.Ich für meinen Teil muss leider leider sagen,dass ich es bereue diesen Beruf gewählt zu haben.Nach wie vor ein höchst interessanter Beruf,aber mit diesen ganzen "Nebenwirkungen" die größte Fehlentscheidung meines Lebens.

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    tja , einen echten notstand wird es -im osten erst recht-nicht geben..wie gesagt, manche aus den eigenen reihen(siehe tobermann) zweifeln ja an der bedeutsamkeit und wichtigkeit unseres interessanten tätigkeitsfeldes und meinen, dass wir daher auch keine chance bei tarifverhandlungen oder überhaupt nur erhört zu werden haben-und von den überdimensional vielen ALten wird man es schon mal gar nicht, und gebraucht auch schon mal gar nicht mehr lebensnotwendig, da sie in uns keine hilfe zur lebensqualitätbesserung mehr sehen können.
    Wertschätzung..tja, wie ist das gleich noch mal mit der Wertschätzung,je teurer , desto höher...
    Klienten im Wellness haben seltsamerweise alle generell eine viel höhere Wertschätzung für ein und dieselbe Leistung natürlich im Vergleich nur gültig mit der selben ausführenden Person, als "Patienten"..und da schließe ich natürlich alle psychisch erkrankten Patienten aus.Versteht , was ich sagen möchte, ich glaube, wir müssen unbedingt raus aus dieser Staatsabhängigkeit. Auch, um höhere Effektivität unserer gesamtdurchschnittlichen Leistung zu erzielen,denn bei der Behandlung von Patienten mit negativer Compliance kommen nun mal nur rote Zahlen raus.
    Ist das zu abstrakt oder versteht ihr mich? Ich hoffe, dass Ihr meine Sichtweise teilt. Was für die Patienten erstmal schlechtere Bedingungen sind , macht ja aber deren Therapeuten nur besser. Ja dann wäre es wie in den U.S.A. und da hat man auch mehr Geld für die Entwicklung und Forschung-sogar, und sogar noch jetzt in diesen Zeiten..
    Und in Anbetracht dessen, dass die Krankenkassen uns sowieso nur etwas so um ein Prozent (der Ausgaben für alle verfügbaren leistungen im spektrum Medizin) ihrer aufmerksamkeit schenken, also uns nach wie vor nicht zu würdigen wissen, obwohl WIR ihre Kassensparschweine füllen würden, wenn sie endlich mal von z. B. vielen unnötigen Operationen abkommen würden- in Anbetracht dessen, frag ich mich, wieso dieses Land noch keine Therapeuten-Autonomie vorangetrieben hat.

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    ...."Wo sonst wird mit derartig intensiven Bemühungen 1:1 direkt am Patient an dessen Wohl und Gesundheit gearbeitet?" Bei Logopäden, Podologen, Masseuren und Ergotherapeuten! Sonst gefällt mir der Artikel sehr gut.

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