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Kapselmuster


mayoona

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Geschrieben

Hallo,

ich hab mal wieder ne Frage. Kann mir jemand erklären, was genau ein Kapselmuster ist, und was es bedeutet, wenn ein Gelenk in dieser Fehlstellung (das ist es doch, oder?) ist?!

Lg


Geschrieben

KM ist keine Fehlstellung sondern gibt ein charakteristisches Muster an, in dem ein Gelenk typischerweise einschränkt, wenn durch ein Krankheitsbild die Kapsel in ihrer Gesamtheit ansich betroffen ist, unabhängig davon, ob dabei ein Schmerz generiert wird oder nicht(!). Die Einschränkungen werden passiv getestet und ergeben, je nach Betroffenheit, ein Ratio (Maß der Einschränkung.

Zb Glenohumeralgelenk
AR > ABD > IR
Ratio: 3 : 2 : 1

Das heißt, dass zuerst die Außenrotation einschränkt, danach die Abduktion und dann erst die Innenrotation. In diesem Beispiel ist die Außenrotation charakteristisch 3x so stark eingeschränkt wie die Innenrotation.

Findest du also bei einem Patienten bei passiven Bewegungen im Seitenvergleich all diese Bewegungseinschränkungen, dann liegt ein Kapselmuster vor. Sind nur 2 Bewegungen eingeschränkt ist dies hier nicht unbedingt der Fall. Auch ist sich die Wissenschaft über die genauen Muster (und noch mehr die dazugehörigen Ratios) nicht ganz schlüssig. Du wirst in verschiedener Literatur auch verschiedene Werte finden.

Wenn du ein solches Muster findest, dann kannst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einer Gelenkpathologie ausgehen, aber nicht schlussfolgern, dass bei atypischen Einschränkungen das Gelenk nicht betroffen ist! (relativ hohe Spezifität, jedoch keine zwingende Sensitivität der Tests).

Schmerzfreie Gelenkpathologien mit Einschränkungen sind Arthrosen, schmerzhafte Arthritiden.

Mfg STephan :)

  • 1 month later...
Geschrieben

Hallo!

Habe jetzt gehört, dass Kapselmuster gar nicht mehr so unbedingt in der Praxis gesehen werden, d.h. es kann zum Beispiel eine arthritis im Gelnek vorliegen, ohne das bei der passieven Untersuchung die bekannten bewegungseinschränkungen vorliegen.
Mit Ausnahme von gleno-humral Gelenk und Hüfte (hierbei allerdings hauptsächlich innenrotation)

Stimmt das, oder sind diese Kapselmuster doch meistens anwesend?

LG FysioNL

Geschrieben

Kapselmuster sind spezifisch definiert und weißen mit sehr hoher Spezifität auf eine Gelenkpathologie hin. Wogegen bei einer anderen Verteilung der Einschränkungen nicht gesagt werden kann, dass sicher keine Gelenkpathologie vorliegt. Gerade für die Hüfte sind mittlerweile eine Reihe von Mustern im Gespräch, das häufigste ist jedoch Innenrotation >>> Extension > Abduktion > Außenrotation (Ratio: 3 : 1 : 1 : 1). Auch die Ratio ist ein Richtwert und findet sich in jeder Lektüre unterschiedlich.

Findet man in der Hüfte zb. eine leichte Einschränkung der Innenrotation sollte man bezüglich der Extension und Abduktion sehr genau schauen ob nicht eine kleine Einschränkung vorliegt. Die Einschränkung mit der höchsten Ratio allein vorkommend kann daher immer eine beginnende Pathologie darstellen.

Nicht in die Befunde hineininterpretieren, aber wachsam sein.

Mfg Stephan

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  • Beiträge

    • Ioannis
      Hi Gianni, danke für die Rückmeldung.   Ich habe bereits eine Einlage im Schuh, die die Beinlängendifferenz ausgleicht. Auch darüber hinaus habe ich schon vieles probiert: Physiotherapie, Wärmebehandlungen sowie moderaten Ausdauersport und Krafttraining.   Das Ganze geht bei mir ja schon seit 20 Jahren so, und eigentlich bin ich mit der Hüfte immer sehr gut klargekommen. Das eigentliche Problem ist aber, dass mich seit zwei Jahren massive Kopfschmerzen in den Wahnsinn treiben, die ich davor nie hatte.   Meine rechte Hüfte ist kaputt und ich vermute stark, dass mein Körper das mittlerweile bis hoch zum linken Kiefer kompensiert, da ich dort auch eine Blockade und diese ständigen Spannungskopfschmerzen habe.   Ich habe es vor Kurzem sechs Wochen lang mit Sport probiert, was anfangs auch gut lief. Aber ich merke einfach, dass ich an etlichen Stellen Verspannungen kriege – wahrscheinlich durch die ständige Fehlstellung und das Kompensieren, obwohl ich wirklich nur leicht trainiert habe.   Ich werde jetzt erst mal eine orthopädische Reha machen und ziehe danach eine Hüft-TEP nach der AMIS-Methode ernsthaft in Erwägung, um die Ursache endlich anzugehen. Angst habe ich trotzdem und Unsicherheit!    Vielen Dank und liebe Grüße
    • japanworm
      Danke für die Rückmeldung. Ja, es ist auch ein Plattfuß, der da mit reinspielt. Ich versuche jetzt gezielt die Beinmuskulatur aufzubauen. Die Kniescheiben sind tatsächlich beide zu beweglich.   Mir wurde jetzt von mehreren Stellen zu Einlagen geraten, um wenigstens eins der mechanischen Probleme sofort in den Griff zu bekommen. Natürlich möchte ich trotzdem Übungen mit dem Fußbett machen. Da hatte der Pyhsio auch bei beiden Füßen einen Triggerpunkt gezeigt, der seh wehtut....   Ich hoffe, dass das dann wirklich was bringt.
    • gianni
      ...das wäre auch meine Vermutung. Was hast du bisher schon unternommen, bzw. welche Behandlungen wurden schon ausprobiert? Hast du für deine Beinlängendifferenz schon mal einen Fersenkeil/Schuherhöhung bekommen?

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