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Chronische Schmerzen durch Narbe


Gast Simon Schneider

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Geschrieben

Hallo zusammen,

 

ich hatte vor 10 Jahren eine Operation am Schulterblatt. Es wurde eine Knochenwucherung an der Unterseite des Blatts entfernt. Zurück blieb eine Narbe von ca. 12 cm. Sie verläuft vertikal am rechten Schulterblatt entlang. Laut ärztlicher Einschätzung sind meine Romboiden durch die Narbe verletzt und eingeschränkt. Die Narbe strahlt je nach Belastung starke Schmerzen in den gesamten rechten Arm und die Schulter aus, sowie in die Hände und Finger. Im Bereich des Schulterblatts habe ich ebenfalls Schmerzen. Ich habe schon so ziemlich alles an Wissen zu der Thematik versucht aufzusaugen, leider bringt nichts dauerhaften Erfolg. Meine Strategie seit zwei Jahren ist mäßiges Krafttraining einmal die Woche und mehrmals die Woche massieren der verklebten Faszien um die Narbe mit einem Massageball. Btw das Gewebe um die Narbe ist extrem verklumpt, es lässt sich aber auch nicht wegmassieren. Ich habe bereits zig Physiobehandlungen, Myoreflextherapie und eine Reha durch. Die Problematik verschwindet aber nie ganz. Sobald ich zu stark überreize beginnt der Schmerz. Mache ich gar kein fitness kommen die Schmerzen ebenfalls nach einer Zeit. Das ganze ist sehr frustrierend und belastend zumal ich gerade mal 30 bin. Zu erwähnen ist auch noch, dass ich einen ziemlichen Beckenschiefstand habe und meine Muskeln vor allem zwischen rechtem Beckenknochen und unterster Rippe sind ebenfalls krass unter Spannung. Das rechte Bein ist auch das „kürzere“. Ich bin gerne offen für jegliche Einschätzung und Tipps. Habe aber auch selbst ein paar Fragen bzw. Ideen.

 

1.) Macht ein Besuch beim Hautarzt Sinn? Narbe lasern, spritzen whatever... hat jemand Meinungen oder Erfahrungswerte?

2.) Kann es sein, dass die Schmerzursache eigentlich im Becken liegt? Verkürzte Muskeln zwischen Becken und Rippen, Spannung überträgt sich auf Narbe dadurch Zug und Schmerzausstrahlung in Arm? 

3.) Es ist schon seltsam, dass die Narbe erst fünf Jahre nach der OP angefangen hat Probleme zu machen. Die ersten Jahre gab es gar keine Schmerzen o.ä. Dann vor 6,5 Jahren extreme Fitnessphase, dreimal die Woche Kraftsport und nach 1,5 Jahren begannen schlagartig die Schmerzen. Die ersten zwei Jahre nur im Arm und in den Händen. Dann wurde irgendwann der Zusammenhang zur Narbe hergestellt und irgendwann kamen auch die Schmerzen im Schulterblatt hinzu. Meinungen?

4.) Gibt es Übungen die mir jemand für zu Hause empfehlen kann? 

5.) Ich bin froh über jeden Anhaltspunkt und jede Idee was ich noch tun könnte. Ich würde den Fehler im System so gerne entdecken und endlich dauerhaft schmerzfrei werden.

 

Ich bedanke mich vorab jede Hilfe und Idee.

 

Viele Grüße,

Simon.


Geschrieben

Guten Morgen,

schön, dass du es selbst angesprochen hast - die Narbe kann natürlich von sich aus Probleme machen - aber wenn ich von deinem Beckenschiefstand höre, klingt das für mich weitaus logischer.
Hattest du dafür denn schon Physiobehandlungen?

Durch den Beckenschiefstand kann es dann halt zur Beinlängendifferenz kommen und das ganze Fundament ist unten instabil.
Das trägt sich dann hoch und trifft auf deine andere Baustelle der Narbe und kommt wahrscheinlich zur Reaktion.

Interessant wäre auch wie sich deine extreme Fitnessphase ausgewirkt hat, wie die Übungen waren etc.

Ich würde mit der Narbe erstmal so weitermachen wie gehabt, das scheinst du unter Kontrolle zu haben.
Das Becken würde ich mir vom PT angucken lassen und dafür konkret Übungen verlangen.
Nur fürs Becken würde ich dir Beckenkreisen empfehlen, sodass alles mal vorsichtig mobilisiert werden kann.
Wärme könnte auch ganz gut tun um die Spannung der Muskeln etwas zu hemmen.
Mit einer Faszienrolle kann man auch so einiges erreichen.
Aber um eine ordentliche manuelle Therapie wirst du wohl nicht herumkommen - dein ISG sollte sich angesehen werden, ob es da schon zu Blockierungen etc. kommt - deine Rückenfaszie wird sicher auch gut verklebt sein. Deine umliegende Hüftmuskulatur auf Dysbalancen testen.

LG

Gast Beckenschiefstand
Geschrieben

Hi Jan,

 

danke für deine Antwort. Wegen dem Becken direkt hab ich keine PT gehabt bisher, aber ich werde mich zeitnah um ein Rezept kümmern. 

Ich hab in der Fitnesszeit Ganzkörpertraining gemacht, viel Bankdrücken, Rudern usw. eigentlich alles mit der Freihantel. 

Ich hab mir ein paar YouTube Videos angeschaut in denen Übungen erklärt sind, die ich jetzt mal anfange zu machen.

Ich bin gerade wieder ein bisschen mehr voll Hoffnung, da du dir die Idee mit dem Becken auch als mögliche Basisursache vorstellen kannst. Das ist wirklich krass verschoben, ich hab mal Fotos gemacht und man sieht es superdeutlich. Mein Quadratus Lumborum ist auf der rechten Seite auch krass unter Spannung und auch sehr schmerzempfindlich auf Druck. Ich werde die Tage auch mal versuchen die Faszien um den Muskel ein wenig zu behandeln.

 

VG

Simon

 

 

Geschrieben

Guten Morgen!

Ehrlich gesagt würde Ich  mich nicht nur um die Narbe kümmern oder nur da die Ursache für deine Beschwerden suchen Simon, sondern den Radius etwas erweitern. Der Jan hat z.b. das ISG angesprochen. Das würde Ich aufjedenfall mal anschauen. Es kann, muss aber nicht alles immer von der damaligen Op kommen. Über die Jahre können sich noch andere Funktionsstörungen entwickelt haben. Ich könnte mir deshalb folgendes Vorstellen. Ich bin mir da ziemlich sicher daß du ein sog. TOS hast. Ein Thoracid Outlet Syndrom. Das bedeutet daß der sog. Plexus Brachialis, das ist ein Nervengeflecht das aus den Unteren Nerven der Halswirbelsäule besteht kompremiert wird. Hier kommen diverse anatomische Engstellen und Strukturen  zwischen  Schulter und Nacken in Frage. 

Ich könnte mir folgendes vorstellen. Durch die Op am Schulterblatt und die daraus entstandene Narbe wird ein bestimmter Nerv irritiert oder ist auch verletzt worden. Wir sprechen  hier vom N.dorsalise Scabulae der genau am Innenrand des Schulterblattes entlangläuft. Brennende, ziehende Schmerzen entlang des Schulterblattes sind dafür typisch. Nerven die durch ein altes Trauma oder eine Kompression geschädigt sind, einen Treffer abbekommen haben sind allgemein empfindlicher  Werden diese irgendwann in ihrem Verlauf angefangen vom Ursprung  zu einem späteren Zeitpunkt, aber an einer anderen Stelle kompremiert reagieren diese dann plötzlich viel empfindlicher. Man nennt dies Double Crash phenomen. In deinem  Fall könnte folgendes abgelaufen sein.

Der N.dorsalis Scapulae kommt von der Halswirbelsäule raus, zieht durch die seitliche Halsmuskulatur (M.scaleni) unter dem Schlusselbein durch und dann entlang des Schulterblatt randes. Durch die Op wurde dieser Nerv irritiert. Auch das Narbengewebe sorgte dafür daß der Nerv verklebt ist und probleme macht. Zwar wurde es vielleicht über die Jahre besser, aber nun ist noch was anderes dazugekommen und der Nerv ist erneut beleidigt.

Du hast ein TOS entwickelt. Nun wird der nerv vielleicht von der HWS oder und , der Halsmuskulatur, Bereich unter dem Schlüsselbein, 1.Rippe irritiert aber an einer anderen Stelle. Und schon reagiert er wieder.

Was man machen müsste ist eine TOS behandlung um den N.dorsalis scapula und den plexus brachialis zwischen Schulter und Nacken zu entlasten. Sanfte Behandlung des Nervs entlang der Scapula um auch Verklebungen zu lösen. 

Dies kann nur ein Therapeut der eine Ausbildung zur Manuellen Therapie hat.

Viel Glück

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Geschrieben

Hier siehst du einmal den Verlauf des n.dorsalis scapulae und den Plexus brachialis. Grün eingekreist die Bereiche wo irritiert werden können. Man sieht das das krippeln,taubheitsgefühle der Finger(bei plexusirrirationen werden die Nerven komprimiert wo die Finger versorgen) und n.dorsalis scapulae sich gemeinsame anatomische engstellen Bereiche teilen was den Zusammenhang zu deiner alten OPvielleicht plausibel macht. Da fällt mir ein. Zu intensive Fascientechniken könnten den Nerv tatsächlich vermehrt reizen. Was man versuchen könnte ist eine Schröpfmassage parallel des Schulterblattes

  • 3 weeks later...

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Gast
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  • Beiträge

    • bbgphysio
      Guten Morgen! Ein Schwindel der vom Gleichgewichtsorgan im Innen Ohr kommt, wo auch der Lageschwindel dazugehört geht eigentlich immer mit einem Drehschwindel einher. Dabei kann das Organ durch entzündungen direkt betroffen sein einschließlich seinem dazugehörigen nerv oder die sog. Bogengänge sind das Problem. D.h. kleine steinchen haben sich gelöst und schwimmen nun in diesen Röhrchen rum wo sie nicht hingehören. Flimmerhärchen werden gereizt was zu lageabhängigem Schwindel führt da  die Bogengänge Kopfbewegungen dem Gehirn regiestrieren. V.a. beim Hoch und runterschauen kommt es dann zu einem Drehschwindel. Das klinische Bild pass hier aber nicht rein.   Hast du schon einmal ein Kopf CT gemacht Matze? WEnn ja vielleicht hab Ich das überlesen Wenn hier alles in Ordnung ist dann Tippe Ich eher auf ein Problem der oberen HWS. Hattest Du schon einmal ein Schleudertrauma gehabt oder ähnliche Traumatas am Kopf? Die Symptome sind typisch für eine Irritation der Art.Vertebralis. Es kann sein daß dein Atlas (1.Halswirbel) verschoben ist, oft ist er nach vorne geglitten. Auch das Herzrasen spricht dafür daß es sich eher um eine Kompression von Nervenstrukturen handel. Das Herz wird unter anderem von der Brustwirbelsäule vegetativ versorgt, aber auch oben an der HWS durch eingeklemmte Wirbel kann es zu Beschwerden kommen
    • Gast Matze
      Hallo zusammen. ich leide seit ca. 6 Jahren an einem Problem das sich wie folgt äußert. Dauerhaftes Wirr Gefühl/Watte im Kopf/Kopfenge das Gefühl das sich im Kopf alles zusammen zieht  , in schlimmeren Fällen auch mit Schüben das bei mir sogar Herzrasen auslösen kann. Speziell beim Sport aber auch beim Einschlafen manchmal.    Bei mir fing es vor 6 Jahren damit an , als ich aus einer Wirtschaft herausgelaufen bin und plötzlich ein extrem komisches gefühl in meinem Kopf bemerkte . Es war nicht direkt ein Schwindel , eher so ich nenne es immer extremes Wirr Gefühl , Benommenheit Watte im Kopf. Das Gefühl wurde so stark das ich dachte gleich gehen die Lichter aus. Danach habe ich mich auf den Boden gesetzt und auf den RTW gewartet. Im KH wurden ein paar Tests gemacht , aber alles schien in Ordnung.   Ich habe eigentlich alles schon ausprobiert Ärtzlich gesehen. Schädel MRT + Hirnströmen messen + Elektronen an beinen und Kopf , dazu wurde das schnelle aufstehen getestet was mein Blutdruck sagt. (Alles war in Ordnung) HNO Lagerschwindel Test und ein weiterer Test mit Wasser in den Ohren. (Alles war in Ordnung) Lungenarzt Lungenfunktionstest durchgeführt . Lungenvolumen lag bei 130% also sehr gut. Lungen geröngt (Alles war in Ordnung) Augenarzt spezieller Test wo ich mit den Augen an einem Gerät folgen musste. Sehstärke überprüft (Alles war in Ordnung) Extrem viele Blutwerte Testen lassen gegen so ziemlich alles . (Alles war in Ordnung) Kardiologe Herzultraschall und 24/7EKG (Alles war in Ordnung) MRT von Halswirbelsäule (Alles war in Ordnung) Trotzdem mehrfach schon Physio gemacht , bringt alles nichts.   Bestimmt noch einiges mehr . Mir fällt es nur gerade nicht ein.   Jetzt bin ich auf eine Diagnose selbst gestoßen , die es meiner Meinung nach zu 95% beschreibt. Und zwar ist das "Funktioneller Schwindel, auch PPPD genannt".   "Funktioneller Schwindel, auch PPPD genannt". ------------------------------------------------------- Häufige Symptome im Kopf Benommenheit & Wattegefühl: Der Kopf fühlt sich oft benebelt, wie betrunken oder „wie in Watte gepackt“ an. Druck- oder Kappengefühl: Viele Betroffene berichten von einem Druckgefühl im Kopfbereich, das sich anfühlt wie eine zu enge Kappe oder ein Schraubstock. Visueller Schwindel: Die Beschwerden nehmen beim Betrachten von Mustern (z. B. Streifen) oder sich bewegenden Objekten zu. [1, 2, 3]"   Typische Auslöser PPPD entsteht oft nach einem akuten Schwindelereignis, wie etwa einem Lagerungsschwindel, entzündlichen Gleichgewichtsstörungen oder Panikattacken. Danach bleibt die Unsicherheit bestehen, selbst wenn die ursprüngliche Ursache abgeklungen ist. [1, 2, 3, 4]   Typische Auslöser PPPD entsteht oft nach einem akuten Schwindelereignis, wie etwa einem Lagerungsschwindel, entzündlichen Gleichgewichtsstörungen oder Panikattacken. Danach bleibt die Unsicherheit bestehen, selbst wenn die ursprüngliche Ursache abgeklungen ist. [1, 2, 3, 4]     Vorallem bei dem Punkt "Typische Auslöser"  Genau das war eingetroffen , und seit dem das passiert ist , lebe ich mit diesem schrecklichen Gefühl im Kopf. Es vaiert gibt besser und schlechtere Tage. Allerdings ist Watte Gefühl bzw benommenheitsgefühl immer da!   Ich wollte mir einfach mal eine weitere Meinung einholen. Ich bin echt schon am verzweifeln.   liebe Grüße Matze
    • Alex Inspire
      Hallo zusammen,   ich möchte gern eine fachliche Frage in die Runde geben: Welche physiotherapeutischen Ansätze haltet ihr bei Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) langfristig für sinnvoll?   Mich interessieren vor allem Erfahrungen zu Beweglichkeit, Dehnung, Atemphysiotherapie, Erhalt von Funktionen und der Frage, wo Therapie eher unterstützt und wo sie möglicherweise überfordert. Gerade bei einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung finde ich spannend, wie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten hier den richtigen Rahmen einschätzen.   Ich beschäftige mich mit dem Thema auch auf meiner Website alexinspire.de und möchte dazu gern fundierte Perspektiven und Erfahrungen sammeln.   Danke euch. Alex

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