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Morbus Lederhose - verkürzte Achillessehne


Sebastian

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Geschrieben

Hallo ihr Lieben,

ich habe aktuell eine junge Patientin in Behandlung (14 Jahre). Auf dem Rezept steht Morbus Ledderhose und Achillessehentendopathie.

Sie gibt einen drückenden und stechenden Schmerz im Bereich der Achillessehne und des Os naviculare plantar beim Laufen an. 

Der Orthopäde sagt, die Achillessehne wäre auf beiden Seiten verkürzt. Nebst 6xKG hat sie auch Einlagen verschrieben bekommen, die den Schmerz an der Achillessehne etwas lindern. 

Folgenden Befund (bds. gleich) habe ich erhoben:

isom. D'ext S++

passive D'ext S++ und E++

passive D'ext und Pronation im Chopar'schen Gelenk S++ und E++

Druckschmerzhaft entlang des Gastrocnemius medialer Kopf

 

Nun meine Frage nach etwaigen Therapieansätzen und -vorschlägen und inwiefern ihr der Diagnose "Morbus Ledderhose", welcher ja das Pendant zum Morbus Dupuytren an der Hand ist, Aufmerksamkeit schenken würdet.

Liebe Grüße von einem bald PI

Sebastian 


Geschrieben (bearbeitet)

Habe das erste Mal auf meinem MT Kurs von der Erkrankung gehört und kenne mich da nicht wirklich aus.

Muss man da differenzieren zu anderen Erkrankungen?

Nervengleitfähigkeit gegeben? Tarsaltunnelsyndrom - Testungen machen?

Anteriores Kompartment frei?

Kann sein, dass ich hier ganz falsch liege, finde die Thematik interessant, aber habe zu wenig Wissen über dieses spezielles Erkrankungsbild.

Viel Erfolg für den Patienten und Dich

bearbeitet von northface
Geschrieben

Servus Sebastian,
deine passiven und aktiven Testungen sind zwar lobenswert aber wenig aussagekräftig.
Ich muss den Menschen immer in aktion sehen. Das heißt du musst ihn stehen und gehen lassen und dabei beobachten wie sich der Fuß verhält.
Also, ich würde auf folgendes achten :
im Stand:

  • Achte darauf wie die Knie stehen X oder O
  • Schau dir die Füße unter Belastung an, hat sie eher einen Knick-Senkfuß oder neigt sie zum Hohlfuß?
  • Lass deine Patientin laufen (alles natürlich barfüßig) und achte darauf ob sie ausweicht bzw. ihr die Sehnenverhärtungen der Fußsohle Probleme bereiten und sich unbewusst einen unphysiologischen Gang angeeignet hat.

im liegen:

  • In RL, nimm die Ferse in deine Hände und spüre, während du eine eversion und inversion machst,
    ob die passiven Bewegungen zu fest oder zu locker sind. (evtl. Bänderproblematik oder Coxa Pedis)
  • Schau dir das Wadenbeinköpfchen an (aufgestelltes Knie). Lässt es sich leicht verschieben, sitzt es zu fest?
  • Mache den D´ext-Test. nochmal und lass das Knie dabei leicht gebeut (30°) um den Soleus zu testen.

Vergiss nicht die Tests immer im Seitenvergleich zu machen. Frag sie ob sie noch ob sie hohe Absätze trägt und nach ihren Sportaktivitäten.
Am Morbus Ledderhose an sich, kannst du nichts machen (Genetisch bedingt), wenn´s schlimmer wird könnte man das operieren, aber mit mäßigem Erfolg (kommt meist wieder). Sie selber kann mit einem Golfball das Gewebe weich halten, in dem sie im sitzen drauf tritt und massiert (sanft).

Das wären so meine Ideen. Teste das mal aus und gib dann wieder Bescheid,

Bis dann, Gianni

Geschrieben

Hallo Gianni,

Vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort.

Besagte Patientin war heute wieder zur Therapie da und ich habe mir die von dir genannten Punkte angeschaut:

Im Stand:

- Beinachse o.B. 

- im Stand neigt sie deutlich zum Hohlfuß, bei der Palpation der Plantarfaszie ist ein sehr hoher Tonus zu spüren

- Beim Gehen verschmelzen Initial Contact und Loading Response miteinander. Das Auftreten mit der Ferse ist deutlich zu hören, der OK bewegt dich nahezu gar nicht, also auch kein Armschwung.

Im Liegen:

- bds Inversion locker, Eversion sehr fest

- Fibulaköpfchen lässt sich bds. gut gleiten/abheben, löst jedoch einen leichten ziehenden Schmerz nach distal aus.

- D'ext hatte ich bereits vorher auch in 30° Flexion gemacht, es nur nicht aufgeführt. Der Test ist o.B.

Da sie erst 14 ist, trägt sie noch keine Absätze. Sportlich ist der Schulsport 2x Woche zu nennen. Mehr macht die an Sport nicht aufgrund ihrer Beschwerden.

Geschrieben

Servus Basti,
ich würde folgendermaßen vorgehen:

  1. zunächst in BL, Triggerpunktbehandlung des Gastrocnemius, lösen der Verklebungen zwischen den Köpfen
    (sehr schmerzhaft, vorsichtig behandeln)
  2. Triggerpunkt- und Faszientechnik der langen Flexoren und des tibialis posterior
  3. Manuelles dehnen der Achillessehne mit passivem Einsatz des Fußes in D´Ext (mache ich mit meinem Oberschenkel) Fuß überhängen lassen.
  4. Danach, immer noch in BL, schnappe ich mir den calcaneus und mobilisiere diesen, in dem ich ihn ein paar Mal mit meinem Handballen nach ventral schiebe (dabei den Fuß gleichzeitig in P´Flex bringen) und einige Male nach dorsal schieben (den Fuß in D´Ext bringen)
  5. Mobilisation des Talo-Naviculargelenkes
  6. Schaue nach evtl. blockaden der Fußgelenke, speziell im OSG und USG
  7. Zum Schluss zeigst du ihr noch eine exzentrische Sehnendehnung, die sie öfter am Tag durchziehen soll. Das kommt aus der Achillodyniebehandlung und ist sehr effektiv:

https://www.youtube.com/watch?v=HFZYnOzwfmQ

Viel erfolg!!!

Geschrieben

Hallo Sebastian. Ich habe etwa den ähnlichen Behandlungsansatz wie der Gianni. Ich mache gern immer eine Kombination aus aktiven Sachen (übungstherapie), Manuelle Therapie und passive Therapie (zb. Strom, Ultraschall). Ist die Achillodynie bereits mehrere Wochen her dann ist bei Sehnenreizungen immer ein excentrisches Training sinnvoll. Für die Wade und Achillissehne ist die Übung wo Gianni hier verlinkt hat super. Nur über die Traingsparameter kann man sich streiten. Aber irgendeine Richtlinie braucht halt der pat. 2 Sätze und nur jeden 2. Tag die Übung sind sicher auch ausreichend. Danach kommen Techniken aus der MT. Ich dehne übrigens die Wade und Achillissehne genauso wie Gianni?. Fuß im Überhang und man kann wunderbar mit seinem Oberschenkel das Sprunggelenk in d’ext bringen und gleichzeitig die Wade massieren. Ist die d’ext. eingeschränkt könnte man noch mit PIR arbeiten. Die Achillissehne kannst du auch quer dehnen in dem du dich seitlich zum Pat.stellst, mit Beiden Händen im Gabelgriff mit Zeigefinger und Daumen greifst und dann gegeneinander mobilisierst. Dann so Sachen wie Behandlung vom os naviculare und fersenmobi. Diese mobilisiere ich aber manchmal nach med. und lat. für das USG. Zum Schluss kannst du noch einen durchblutetungsfördernden Strom für die Achillissehne machen wie IG, oder TOCH oder Ultraschall.l.g

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  • Beiträge

    • bbgphysio
      Guten Morgen, Ich hab nicht alles detailiert gelesen. Aber nur mal vorweg. Ein stich in der Muskulatur ist eigentlich fast immer ein Muskelfaserriss. Das heimtückische ist daß man bei normalen und kontrollierten Bewegungen keinen Schmerz verspürt. Dann denktk man, super Ich kann wieder Sport machen und plötzlich gibts wieder einen Stich. Leider musst du Geduld haben auch wenn es schwer fällt.Ich habe Breakdance gemacht und hatte das selbe Problem. Holte mir einen Muskelfaserriss der Hamstrings. Ein Muskelfaserriss dauert leider i.d.R. 2-3 Monate. Man kann aber trotzdem übungen machen angepasst an die Heilungsphase. Eleektrotherapie zur Unterstützung ist aufjedenfall gut. Ich weis das ist lästig. Aber  es muss heilen und um so länger da den muskel nicht überstrapazierst desto besser. Übungen ja auch mit leichter kräftigung später dann mit mehr intensität aber immer angepasst. 
    • gianni
      Es gibt verschiedene Theorien und Ansichten, wie sich eine Fehlfunktion der einzelnen Segmente C1, C2 und C3 auf die Augen auswirken, je nachdem mit welcher "Brille" das Problem betrachtet wird. Die Neurologen sagen: Das Auge wird vom 2. Hirnerven versorgt und hat nix mit der WS zu tun. Die Osteopathen: C1 (Atlas) wirkt sich auf die Augen aus. Die Chinesen (Akupunktur): Behandeln C2/3 und die Ohrpunkte (Bild oben). Ich: bin auch der Meinung, dass C2 und der Trigeminus-Nerv (Kiefer) etwas damit zu tun hat. Da der Trigeminus zwischen den beiden Nerven sitzt, das für die Augenbewegung verantwortlich ist. Wird durch das nächtliche pressen oder knirschen der Zähne dieser Kiefernerv gereizt, kann er die benachbarten Hirnnerven mit stimulieren.     I - N. olfactorius (Riechen) II - N. opticus (Sehen) III - N. oculomotorius (Augenbewegung) IV - N. trochlearis (Augenbewegung) V - N. trigeminus (Gesichtssensibilität, Kaumuskulatur) VI - N. abducens (Augenbewegung) usw...
    • Gast Marilu
      Hallo, vielen Dank für deine Antwort und das Kompliment.  Da ich meine Krankheitsphase mittlerweile so vielen Ärzten schildern musste, sprudelt sie wahrscheinlich schon wie ein Gedicht heraus.  Vielen Dank für diese Hinweise. Glücklicherweise konnte ich meinen Termin in der Physio Praxis so umändern, dass ich wieder eine osteopathische Behandlung erhalte. Ihre Kollegin hat auch ganz tolle Arbeit geleistet, darf wohl aber als Manualtherapeutin die ersten beiden Wirbel nicht manipulieren.  Mein Termin beim Orthopäden war leider ernüchternd. Da ich keine strukturellen Defizite habe per MRT Befund, sei das nicht seine Baustelle. Ich konnte ihn allerdings überreden mich wenigstens noch einmal händisch zu untersuchen. Er stellte fest, dass mein Kiefer nicht richtig arbeitet und empfahl mir eine Zahnschiene zur Nacht. Das sagte meine Therapeutin ebenfalls. Der Termin steht demnächst beim Zahnarzt an. Und ein Rezept für Physiotherapie konnte ich ihm auch noch aus dem Ärmel schütteln. Aber mehr nicht. Er ist überzeugt, dass die Ursache wo anders liegt. Auch die Sehproblematik sei nicht mit der HWS begründbar. Das habe ich auf mehreren Seiten im Internet allerdings bereits anders gelesen und auch meine Osteopathin sagte, dass ein Zusammenhang bestehen kann. Könnte es sein, dass auf Grund der hypertonen Kiefermuskulatur die Augenmuskulatur betroffen ist ? Das sitzt ja alles sehr eng beieinander. Oder wäre der Vagus Nerv auch eine mögliche Ursache für die Augenproblematik ? Sowohl Neurologe als auch Orthopäde finden diese Symptomatik unpassend zu einer HWS Problematik. Der Orthopäde möchte mich nach Abschluss meiner Therapie gerne wiedersehen allerdings nur, weil Zitat: "er es spannend findet ob es was gebracht hat".    Vielen Dank und einen schönen Tag! 

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