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Hi Leute, 

bei uns kam die Frage auf wie genau Iontophorese funktioniert. Also wie das Medikament dann ins jeweilige Gebiet gelangt. Kann mir jemand den Vorgang erklären?

Vielen Dank schon mal im Voraus:)

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Hallo antjezoey,

soweit bekannt, besteht ein Stromfluss bei der Elektrotherapie bei einer Standardbehandlung aus der Anode und der Kathode. Der Strom fließt sofern keine Mittelfrequenz besteht, von Minus nach Plus, sprich von Kathode zur Anode.

Bringst du das Medikament (wenn negativ geladen, gibt da verschiedene) unter die Anode an, fließt es mitsamt der negativen Ladung durch das Gewebe bzw. ins Blut (und kann dort wirken) zur anderen Seite. So gelangt es in den Körper. Wichtig ist, auf das feuchte Zellstoffpapier zu achten, sowie den Strom am Ende langsam wieder runterzudrehen.

Ich hoffe das ist die Antwort die du suchst.

LG

bearbeitet von Walley

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Hallo und vielen Dank für deine Antwort. Mein Verständnisproblem liegt darin, nachzuvollziehen wie das Medikament in die Tiefe des Gewebes gelangen soll. Würde es nicht im Normalfall, den Weg des geringsten Widerstandes wählen und an der Oberfläche entlangwandern? 

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Nein, da der Wirkstoff mitsamt des Stroms (wie in Walleys Beispiel) von der Anode zur Kathode fließt - wie im Fluss . einfach treiben lassen, da haste am wenigsten Arbeit - somit gelangt es ins betroffene Gewebe und kann dort wirken.

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Vielen Dank für deine Antwort, hast du irgendwo eine Quelle dafür, dass der Strom durch die verschiedenen Gewebsschichten fließt? Knochen, Gelenkkapsel etc. sind doch schlechte Leiter, würde das nicht eher dafür sprechen, das der Strom gar nicht tief ins Gewebe geht? 

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"Die entsprechenden Arzneistoffe müssen dabei eine elektrische Ladung haben oder in einem Leitelektrolyten gelöst vorliegen, in dem sie mitgerissen werden Nur so können sie im elektrischen Feld beschleunigt werden und somit die Haut durchqueren, um dann in das Blut oder in das Gewebe zu gelangen."
https://de.wikipedia.org/wiki/Iontophorese#cite_note-2

"Die genaue Wirkweise der Therapie ist bisher noch nicht bekannt. Vermutet wird jedoch, dass die elektrische Ladung Einfluss auf die Zellen der Schweißdrüsenausgänge nimmt, die dadurch die Schweißbildung reduzieren."

https://www.stark-gegen-schwitzen.de/hyperhidrose-therapie/iontophorese/behandlung/

"
Der Wirkungsmechanismus ist noch nicht hinreichend geklärt. Reinauer et al (1995) gehen in ihrer Studie von einer postsynaptischen Störung des sekretorischen Epithels aus. Sato et al (1993) vermuten eine Akkumulation von Wasserstoffionen im Ausführungsgang und sekretorischen Teil der Schweißdrüsen mit destruktiven Veränderungen durch den niedrigen pH-Wert."

http://flexikon.doccheck.com/de/Iontophorese
 

Habe das gerade mal so rausgesucht.
Ich hatte mein Wissen auch nur noch aus der Schule und offensichtlich ist es noch nicht ausreichend geklärt wie das funktioniert.

Bin auch eher Fan von Phonophorese
"Wird dazu eine medikamentenhaltige Salbe benützt heißt der Ultraschall „Phonophorese“. Diese Ultraschall-Vibrationen werden von den meisten Menschen während der Behandlung nicht wahrgenommen. Die Behandlung wirkt durchblutungsfördernd, stoffwechselanregend, schmerzstillend und eignet sich für kleine Behandlungsgebiete."
http://www.activvital.de/therapien/58-ultraschallphonophorese.html

"Bei der (Ultraschall-) Phonophorese wird ein kopplungsfähiges Medikament wie z.B. Voltaren Emulgel, Mobilat-Gel, Contratubex usw. als Kontaktmedium verwendet und so das Medikament mittels Ultraschall ins Gewebe/unter die Haut transportiert. Bei diesem Verfahren ist die Tiefeneindringung des Medikamentes vom Zeitfaktor und der Frequenz abhängig und weniger von der Intensität. Die Ultraschalltherapie lässt sich auch gut mit Gleichstrom- oder einigen Reizstrom­verfahren kombinieren wodurch die Wirksamkeit noch gesteigert werden kann. Bei der indirekten Beschallung befindet sich der zu behandelnde Körperteil im Wasserbad. Das Wasser stellt hierbei das Verbindungsmedium dar."

https://gelenk-klinik.de/konservativ/ultraschalltherapie.html

 

Ich hoffe ich konnte dir damit etwas helfen :)

 

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Ja ja der liebe Strom. :)
Als man anfing die ersten Unterseekabel zu verlegen um zum Beispiel von Europa nach Amerika telegrahpieren zu können stieß man auf ein Problem.
Die Kabel waren zwar isoliert aber scheinbar verloren die Signale aus irgendeinem Grund enorm an Energie wenn sie durchs Wasser mussten. Verlief das Kabel hingegen über Land (also durch Luft) so trat dieser Effekt nicht auf.

Man ging diesem Phänomen nach und stieß auf etwas Hochinteressantes.
Strom fließt nicht wie Wasser sondern Strom ist ein Feld.


Im ,,normalen" Gebrauch reicht es völlig aus sich vorzustellen wie Elektronen oder Ionen durch ein Medium (Kabel, Wasser, Mensch) fließen wie Wasser durch eine Röhre. Aber sobald man Effekte erklären will muss man den Strom als Feld sehen.
Was passiert denn bei einer ,,Querdurchflutung" des Kniegelenkes mit sagen wir mal einem Gleichstrom?
Zwischen der Kathode und der Anode spannt sich ein elektrisches Feld auf. Und dieses Feld erfasst alles was zwischen den Polen liegt also die Haut, Muskeln, Sehnen, Knochen. Unter anderem erfasst es auch die Wirkstoffe eines Medikamentes und diese werden dann entlang der Feldlinien zu den jeweiligen Polen transportiert.
In einem mehrschichtig aufgebauten Leiter wie dem Knie sind allerdings nicht alle Schichten von der gleichen Anzahl an Feldlinien durchzogen. Gut leitende Schichten weisen eine höhere Dichte auf als schlechter leitende Schichten. Allerdings weist auch die am schlechtesten leitende Schicht (der Knochen) immernoch einige Feldlinien auf und wo Feldlinien sind, da sind auch Ladungsträger. Also gelangt das Medikament, wenn auch in geringer Dosis, bis an/in den Knochen.

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    • Sorry, da habe ich deine Fußheberschwäche gar nicht mehr im Kopf gehabt. Es gilt halt soviel und weit wie möglich.  Ich drück dir die Daumen, dass es mit dem Nerven bald wieder wird. LG
    • Gast Karl
      Alles klar, das werde ich auf jeden Fall machen. Bei Strecken die Zehen hochziehen wird mit dem Nerv zwar etwas schwierig aber ich versuchs  Ok, solche Sachen hab ich bei mir im Aufbautraining auch schon gemacht. Was da direkt auffällt ist der Unterschied links zu rechts, rechts hab ich einfach viel mehr Balance und muss auch weit weniger mit den Armen etc. ausgleichen. Ich glaube aber dass der Nerv da auch eine ziemlich große Rolle spielt, vom Knie selber fühlt sich das eigentlich schon ganz gut an. Vielen Dank nochmal für die Infos! Grüße, Karli 
    • Hi Karl, Eine gute Ergänzung, jedoch nicht ganz ausreichend. Gemeint ist die direkte Mobilisation des Knies in die entgradige Streckung und Beugung, also soweit du kommst. Hier geht es darum immer mehr an Bewegung dazu zu gewinnen. Hierzu täglich bei Gelegenheit auf den Rücken legen und die Knie im Wechsel zur Brust/zum Kinn ziehen und wieder ausstrecken. Beim Ranziehen die Zehen spitz machen, beim Ausstrecken hochziehen (also Ferse nach vorn). Die Muskeln betreffend ja. Bei der Beugung reicht es abzuwarten, bis du soviel hast wie du für den Sport brauchst. Was aber dann nicht heißt, nicht weiter daran zu arbeiten. Wichtiger jedoch ist die Stabilität. Teste diese gelegentlich durch koordinative Übungen mit wechselnder Belastung. Auf einem Wackelbrett stehend eine Kettlebell oder Hantel um den Rumpf herum geben ohne zu wackeln. Oder mit einem Bein auf dem Wackelbrett/Kissen stehend ein Gewicht vor dir auf den Boden legen (links/rechts/mitte) und mit Handwechsel aufheben. Auch mal ruhig absichtlich kleine Wackler einbauen um zu sehen, wieviel das Knie derzeit erträgt. Alles weitere an Fortschritt wird dir dann dein Knie sagen.
    • Darum sage ich, das musst du bei einem Physio testen lassen. Diese "Krepitationsgeräusche" lassen sich nur in bestimmten Postitionen und in einer Kombination aus Muskelanspannung und Gelenkbewegung reproduzieren!
      So wie du das beschreibst, ist es ziemlich sicher, die Rückseite der Kniescheibe (Retropatellar). Wenn du das nicht anschauen lässt, und dem rechtzeitig entgegenwirkst, kannst du mit der Zeit eine so genannte "Retropatellararthrose" oder eine "chondropathia patellae" entwickeln!! Noch hast du ja keine Schmerzen, das ist schon mal ein gutes Zeichen. Ich will dir ja keine Angst machen, aber ich würde das nicht unnötig hinausziehen.
    • Es gibt sie natürlich auch, die EMS gegener. Meist sind das Fitness-Studio-Besitzer, die absichtlich Negativschlagzeilen verbreiten, weil sie Angst haben, dass keiner mehr kommt 🤣. Darum bieten neuerdings viele Studios das auch selber an. Ähnlich ist das mit der E-Zigarette, da schaut die Tabakindustrie auch darauf, dass nicht zu viele abspringen und somit potenzielle Raucher verlieren.
      Mach dir deswegen also keine Sorgen. Wäre das wirklich so gefährlich, hätte man das schon lange verboten. Ich muss zugeben, ich mache das selber nicht bei meinen Patienten, da ich in meiner Praxis Schwerpunktmäßig Füße und Gelenke behandle.