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Äußerer Meniskusriss - welche Übungen ?


MoBu123

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Geschrieben

Hallo liebe Forumsmitglieder,

 

Ich bin 20 Jahre alt und leidenschaftlicher Skateboarder/Videograph. Im letzen Jahr, im September, bin ich deswegen auch nach Barcelona gezogen um diesen Tätigkeiten noch besser nachgehen zu können. 

Doch schon nach knapp 1 1/2 Monaten begannen auf einmal schleichend Knieschmerzen zu kommen. Es begann mit Schmerzen in der Kniekehle und nach längerem Sitzen konnte ich mein Bein nicht mehr durchstrecken. Es stellte sich her raus das der Schmerz vom Filmen und nicht unbedingt vom Skaten kam. Da ich mit meiner Kamera meinen Freunden, die professionelle Skater sind, mit gebeugtem Knie stundenlang hinterherfahre um sogenannte 'Lines' (mehrere Tricks an verschiedenen 'Obstacles' hintereinader) zu filmen.

Ich habe den Schmerz anfangs ignoriert in der Hoffnung das diese sich von alleine wieder in Luft auflösen, da ich auch nicht ausreichend Auslandsversichert war. Doch es wurde einfach nicht besser und der Schmerz ist mit der Zeit auch durchs Knie gewandert und war irgendwann weiter vorne bei der Kniescheibe, das alles auch in Kombination mit Schwellungen. Im Dezember bin ich dann nach Deutschland geflogen um einen Orthopäden aufzusuchen der letztendlich das Femeropatellare Schmerzsyndrom diagnostiziert hat. Daraufhin bin ich dann wieder zurück geflogen und habe es mit einigen Übungen zum Muskelaufbau probiert aber habe das Skaten/Filmen auch nicht sein gelassen, was für erneute Entzündungen/Schwellungen sorgte, wodurch ich dann auch die Übungen nicht mehr ausführen konnte. Irgendwann war es dann so schlimm das ich es nicht mehr ausgehalten habe und zu einem privaten englischen Arzt gegangen bin, mit dem ich dann auch ein MRT hab machen lassen. Auf dem war dann zu erkennen das ich einen Riss im Vorderhorn meines Äußeren Meniskus hab. Dieser war anfangs wahrscheinlich eher klein und ist mit der Zeit größer geworden. Meine Patella war wirklich ein wenig zu weit rechts aber dies war nicht die Ursache für die Beschwerden sonder der Riss im Meniskus.

Ich habe jetzt mit mehreren Ärzten gesprochen und alle waren der Meinung das ich eine Arthroskopie benötige, ABER auch alle waren der Meinung das es kein dringend nötiger Eingriff ist und ich keinen schlimmen Riss habe.

Ich kehre nämlich Ende dieses Sommers wieder zurück nach Deutschland um zu studieren aber bis dahin würde ich natürlich am liebsten meine Zeit noch mit dem Skaten verbringen können, jetzt wo ich noch in Barcelona bin. Mein Arzt hat auch gesagt das dies mit Bandage möglich ist und ich den Eingriff machen lassen kann wenn ich wieder in Deutschland bin. Er hat gesagt es ist rein meine Entscheidung wie viel ich das Knie belasten möchte, da es sich NUR um Schmerzen handelt und mein Meniskus, solange ich die stundenlange Kniebeuge beim Filmen, vermeide, nicht in Gefahr ist.

Ich würde jetzt gerne wissen, was für Übungen ich machen kann um meine Muskulatur und das Knie zu stärken damit es noch die 2-3 Monate Skaten bestmöglich aushält. Ich trage seit der Diagnose eine Bandage, die mir auch sehr hilft ich kann trotz Schwellung beschwerdefrei gehen. Das ging vorher nicht. Natürlich ist mir bewusst das ich vorher erstmal den Erguss ganz rauskriegen muss bevor ich richtige Übungen machen kann, aber das sieht zur Zeit auch echt gut aus und es ist kaum noch eine Schwellung zu erkennen.

Also frage ich mich, kann ich jetzt schon mit z.B. Fahrradfahren anfangen um Muskulatur aufzubauen ? Oder ist das schon zu viel Beugung für das Knie ? Generell würde ich gerne wissen was für Übungen mir helfen könnten und vor allem welche Gelenksschonend sind, da ich oft das Gefühl habe das einige der Übungen im Internet, nachdem ich sie ausprobiert habe, eher negative Auswirkungen haben (in Form von Schmerz, Schwellung etc...). Es würde mich auch interessieren ob ich dann bei den Übungen auch die Bandage tragen sollte oder eher nicht ? Ich fühle mich viel sicherer mit der Bandage aber habe auch schon gehört das diese dem Muskelaufbau sehr im Weg steht.

Ich bedanke mich schon mal im Vorraus an jeden, der sich die Zeit genommen hat sich diesen Text durchzulesen und mir zu antworten :-)

 


Geschrieben

Hallöchen,

habe mir mal gedacht, wenn hier keiner was dazu schreibt - was hier los ist.
Erstmal finde ich deinen Beruf cool - gibt immer super schöne Aufnahmen, wenn man dafür ein Händchen hat - kommts echt gut rüber.
Doof allerdings, dass du Schmerzen hast.
Die Haltung die du fürs filmen einnimmst, kann ich mir vorstellen.
Aus dem Stand nach unten, irgendwann kommen die Fersen mit nach oben und so kannst du dann ne Zeit lang hocken.
Problematisch ist allerdings nur, dass sich das Knie in einem sehr unnatürlich spitzen Winkel steht und die Belastung dort enorm hoch ist.
An sich, müsstest du wahrscheinlich nur das richtige Hocken, wie beim Kleinkind erlernen und hättest weniger Probleme.
Das Problem an der Sache ist nur, unser Körper hat schon bisschen was durchgemacht und kann dadurch nicht mehr so beweglich sein.
Da könnte man mit Dehnung an das Problem ran - das würde ich dann tun, wenn es gerade keine akute Entzündung im Knie gibt, keine Schwellung und kein Druckschmerz, keine Übermäßige Wärme...

Du könntest auch einfach die Haltung vermeiden und das ganze vielleicht im sitzen ausführen?
Da muss man dann einen Kompromiss finden.

Muskelaufbau...hmmm klar, kann man machen.
Wäre allerdings nicht mein erster Anlaufpunkt.
Mir wäre Stabilität im Knie erstmal wichtiger, klar gibts dafür die großen Muskeln die man aufbauen kann, aber auch allerhand kleine.
Die werden aktiv wenn du arbeiten musst, nicht umzufallen.
Man könnte anfangen, barfuß im Gras zu laufen, wenn das gut klappt, am Strand im feinen Sand etc.
Je wackliger es unter dir ist, desto mehr muss dein Körper gegenarbeiten.
Achte immer darauf, dass du nicht gegen den Schmerz arbeitest.  Und aufpassen dass du nicht umknickst und das Problem schlimmer machst als es ist.

Wenn du jetzt nur kurzfristig Ruhe reinbringen möchtest, kann ich dir empfehlen dich auf eine Erhöhte Fläche setzen (Küchentisch bietet sich meist dafür an.) Setzt dich drauf, lässt die Beine baumeln und pendelst sie einfach locker unter dir hin und her.
Erstmal hast du die Schwerkraft die deine Unterschenkel etwas ziehen + die Fliehkräfte beim Pendeln.
Damit entlastest du die Menisken.
Ein Knorpel wird nur durch Druck und Zugbelastung ernährt, das ist wie ein Schwamm.
Drückst du drauf, geht alles raus - lässt du den Druck weg, saugt er sich wieder auf. So funktioniert auch dein Knorpel.
Daher wäre entspanntest spazieren gehen oder lockeres Radfahren auch eine gute Sache.

Am wichtigsten ist, höre auf deinen Körper.
Er sagt dir schon was richtig und was falsch ist. Würde keine großen Beinübungen machen, mit Eigengewicht vielleicht gerade so noch.
Wäre mir die Belastung auf das Knie erstmal zu hoch.
Aber wie eben gesagt, immer so, wie es sich gut anfühlt.

Wenns mal wieder anschwillt und heiß wird, würde ich dir raten: Kühlen!
Nicht eiskalt, sonst frierst du dir noch was ein und durch reflektorisches Arbeiten der Gefäße wirds danach schlimmer als vorher.
Wenn du aber so ein Eispack umwickelst und dein Knie "abtupfst" sollte es auch erstmal besser werden,.
Alter Hausfrauentrick ist auch Magerquarkwickel, einfach in ein Handtuch, ums Knie drum rum, zweites Handtuch drüber und einziehen lassen.

Würde sobald du wieder in DE bist, einen Orthopäden aufsuchen und dir Physiotherapei verschreiben lassen.
OP würde ich dann machen, wenns garnicht besser wird und ein zweites MRT eine Verschlechterung zeigt.

So, das wars erstmal von mir.
Gute Besserung
LG
 

Geschrieben

Schönen Guten Tag,

Vielen vielen Dank für deine ausführliche Antwort, damit hilfst du mir aufjedenfall schon einmal weiter und ich bin schlauer als vorher. Das mit den kleinen Muskeln trainieren klingt einleuchtend. Ich werde dann mit verschiedenen kleineren Übungen anfangen und schauen was sich gut bzw. schlecht anfühlt. 

Das einzige was ich mich nur noch frage ist, ob es Sinn macht das Spazieren im Sand/leichte Fahrradfahren etc. mit oder eher ohne Bandage zu machen. Oder ist das hier auch wieder einfach eine Frage des eigenen Empfindens ?

Vielen Dank für die Genesungswünsche !

MFG

Geschrieben

Guten Abend,

freut mich wenn ich helfen konnte.
Die Bandage ist im Endeffekt dafür da, von extern Stabilität zu gewährleisten.
Das nicht so praktische daran ist allerdings, dass die Muskeln weniger zu tun haben - weil ja Stabilität gegeben ist.
Diese würde ich einfach dabei haben, wenn du merkst, es wird wieder unangenehm, Bandage drum und nach einer Möglichkeit des ausruhens suchen.
Dann direkt gleich mal hoch hinsetzen und Unterschenkel baumeln lassen - damit der Knorpel direkt entlastet wird.
Die Übungen würde ich auch immer so einbauen, dass du danach kurz ruhen kannst, damit die belasteten Strukturen ebenfalls entlasten können und du nicht direkt danach dich hinkniest und los gehts :D

LG

Geschrieben

Leider haben wir nicht immer Zeit Jan, aber du machst das echt toll. ?Deine Tipps sind Goldrichtig.
Ich hätte das nicht besser erklären können.

Bei jüngeren Menschen ist Charakteristisch, dass diese Risse Unfallbedingt auftreten. Akute Schädigungen des Meniskus treten bei abrupten kombinierten Bewegungen mit starker Verdrehung und Beugung im Kniegelenk auf.
Das heißt du bist wahrscheinlich öfter mal gestürzt und hast dabei mehrmals dein Knie verdreht. Oder durch die (Dreh)Belastung durch das Skaten. Das geht immer nur so lange gut, bis es mal reißt. Der Meniskus ist halt auch nur ein Knorpel xD
Ich würde erst mal versuchen, eben durch eine(n) Therapeuten/In, durch bestimmte Massagetechniken, Elektrotherapie, Traktionen, Stabi-Übungen, usw., eine konservative Ausheilung an zu streben. Der Knorpel verheilt dabei meist narbig aus. Meiner Erfahrung nach, steckt bei solchen Verletzungen zusätzlich eine Blockade des Kniegelenkes dahinter, die eine Abheilung verzögern und Schmerzen bei bestimmten Bewegungen verursachen kann.
Welches Knie (recht/links) und welcher Teil des Meniskus ist denn betroffen? Das innere (medial) oder der äußere (lateral)?

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  • Beiträge

    • gianni
      Es gibt verschiedene Theorien und Ansichten, wie sich eine Fehlfunktion der einzelnen Segmente C1, C2 und C3 auf die Augen auswirken, je nachdem mit welcher "Brille" das Problem betrachtet wird. Die Neurologen sagen: Das Auge wird vom 2. Hirnerven versorgt und hat nix mit der WS zu tun. Die Osteopathen: C1 (Atlas) wirkt sich auf die Augen aus. Die Chinesen (Akupunktur): Behandeln C2/3 und die Ohrpunkte (Bild oben). Ich: bin auch der Meinung, dass C2 und der Trigeminus-Nerv (Kiefer) etwas damit zu tun hat. Da der Trigeminus zwischen den beiden Nerven sitzt, das für die Augenbewegung verantwortlich ist. Wird durch das nächtliche pressen oder knirschen der Zähne dieser Kiefernerv gereizt, kann er die benachbarten Hirnnerven mit stimulieren.     I - N. olfactorius (Riechen) II - N. opticus (Sehen) III - N. oculomotorius (Augenbewegung) IV - N. trochlearis (Augenbewegung) V - N. trigeminus (Gesichtssensibilität, Kaumuskulatur) VI - N. abducens (Augenbewegung) usw...
    • Gast Marilu
      Hallo, vielen Dank für deine Antwort und das Kompliment.  Da ich meine Krankheitsphase mittlerweile so vielen Ärzten schildern musste, sprudelt sie wahrscheinlich schon wie ein Gedicht heraus.  Vielen Dank für diese Hinweise. Glücklicherweise konnte ich meinen Termin in der Physio Praxis so umändern, dass ich wieder eine osteopathische Behandlung erhalte. Ihre Kollegin hat auch ganz tolle Arbeit geleistet, darf wohl aber als Manualtherapeutin die ersten beiden Wirbel nicht manipulieren.  Mein Termin beim Orthopäden war leider ernüchternd. Da ich keine strukturellen Defizite habe per MRT Befund, sei das nicht seine Baustelle. Ich konnte ihn allerdings überreden mich wenigstens noch einmal händisch zu untersuchen. Er stellte fest, dass mein Kiefer nicht richtig arbeitet und empfahl mir eine Zahnschiene zur Nacht. Das sagte meine Therapeutin ebenfalls. Der Termin steht demnächst beim Zahnarzt an. Und ein Rezept für Physiotherapie konnte ich ihm auch noch aus dem Ärmel schütteln. Aber mehr nicht. Er ist überzeugt, dass die Ursache wo anders liegt. Auch die Sehproblematik sei nicht mit der HWS begründbar. Das habe ich auf mehreren Seiten im Internet allerdings bereits anders gelesen und auch meine Osteopathin sagte, dass ein Zusammenhang bestehen kann. Könnte es sein, dass auf Grund der hypertonen Kiefermuskulatur die Augenmuskulatur betroffen ist ? Das sitzt ja alles sehr eng beieinander. Oder wäre der Vagus Nerv auch eine mögliche Ursache für die Augenproblematik ? Sowohl Neurologe als auch Orthopäde finden diese Symptomatik unpassend zu einer HWS Problematik. Der Orthopäde möchte mich nach Abschluss meiner Therapie gerne wiedersehen allerdings nur, weil Zitat: "er es spannend findet ob es was gebracht hat".    Vielen Dank und einen schönen Tag! 
    • gianni
      Hallo Marilu, zunächst muss ich dir ein Kompliment machen, deine Art zu schreiben liest sich wie ein spannender Roman. So wie du uns deine Leidensgeschichte schilderst, gehe ich auch stark davon aus, dass der Übeltäter im hochzervikalen Bereich zu suchen ist. Die Symptomatik, wie Schwindel, Blutdruckschwankungen, Übelkeit, usw. spricht für sogenannte  vegetative Entgleisungen, das vom "Nervus Vagus" ausgelöst wird. Dieser Vagusnerv muss in irgendeiner Weise provoziert werden um diese Symptome auszulösen. Da du immer wieder berichtet hast, dass die Beschwerden meist in der Nacht oder am Morgen auftreten oder sich verstärken, wäre meine Vermutung, dass eine Bandinstabilität der Wirbel C1-C3 als Ursache möglich wäre. Lass das mal abklären. Am einfachsten von deiner Physio mit "Safetytest" (Sicherheitstests/Provokationstests zur Identifikation struktureller Instabilitäten der oberen HWS) oder über Funktionsaufnahmen im MRT oder Röntgen.    

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