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Arbeiten im Liegen


Ephedra

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Geschrieben

Hallo Zusammen,

leider habe ich Probleme mit der HWS. Dadurch sind Daumen und Zeigefinger meines rechten Armes teilweise taub und kribbeln. Dieser Zustand wird auch leider kaum besser.
Habe auch eine Steilstellung der HWS. 
Soweit ich es verstanden habe kommen die Beschwerden einmal durch eine Vorwölbung der Bandscheiben. c6/c7 am schlimmsten aber auch c5/c6.
Und durch kleine knöcherne Fortsätze, die sich an den Wirbeln gebildet haben. Osteochondrose

Ich arbeite als Softwareenwickler und da ich vom langen Sitzen eh Nackenprobleme bekomme und gelesen habe, dass Sitzen das neue Rauchen ist, habe ich mir meine Monitore so über dem Bett installiert, dass ich nun auch im Liegen arbeiten kann.
Auch sonst vermeide ich das Sitzen wo ich kann, z.B. abends auf der Couch etc.

Außerdem habe ich 23kg abgenommen und mit Joggen und Krafttraining mit Hanteln angefangen.
Ich versuche Schultern und Nacken zu trainieren. Fahre auch relativ viel Fahrrad.

Kraulschwimmen tut mir immer gut aber wegen der Bäderöffnungszeiten hier für mich leider kaum machbar.

Ein höhenverstellbarer Schreibtisch wurde von der Rentenversicherung leider abgelehnt.

Ist die Idee im Liegen zu arbeiten gut oder letztlich doch eher schädlich?

Ich denke mir, wenn ich liege kann das Gewicht des Kopfes die Bandscheiben ja wenigstens nicht belasten, oder?
Ich lege mir auch immer eine kleine Nackenrolle unter um die (noch so grade vorhandene) Lordose zu unterstützen.
Durch Sport und Bewegung hoffe ich die Bandscheiben wieder füllen zu können.
Denke ich da richtig?

Was kann ich sonst noch tun?
 


Geschrieben

Guten Morgen Ephedra! Deine Diagnose passt auch exakt zu deinen Symptomen. In diesen Wirbelsegmenten wird dein Daumennerv (n.radialis) irritiert. Das ständige Sitzen ist Gift  das stimmt, dadurch kommt ein ungünstiger Druck auf die Bandscheibe. Es ist so daß in einer Ruhephase also z.b. Liegen die die Bandscheibe wieder flüssigkeit in sich aufnimmt, bei Belastung drückt sich diese wieder raus, ähnlich wie bei einem Schwamm der in einem Teller mit Wasser liegt und ausgedrückt wird. Lässt man den Schwamm wieder los saugt er sich wieder mit Flüssigkeit voll. Dadurch ernährt sich die Bandscheibe. Dieser Prozess sollte möglichst abwechselnd passieren. Kommt eine einseitige Arbeit, also z.b. langes Sitzen im Büro dazu, dann funktioniert dieser Flüssigkeitsaustausch nicht mehr und ei BS verhungert quasi. Die Hülle kann aufreisen und das BSmaterial sich in den Nervenkanal ergießen. Dazu kommt noch der Druck dazu durch das krumme Sitzen wo das BS material ebenfalls noch vermehrt nach hinten rausdrückt. Letztendlich ist es die Abwechslung von Ruhe und Belastung was die BS braucht. Wenn dich die Rückenlage entlastet kannst du klar ersteinmal so Arbeiten. Aber ein Dauerzustand ist es nicht. Hier sollte aufjedenfall was passieren. Es gibt in der Physiotherapie gute Maßnahmen um dein Problem zu behandeln und auch in den Griff zu bekommen.

Als Erstes sollte die Bandscheibe die auf den Nerv drückt durch Techniken aus der Manuellen Therapie wieder zurückgebracht werden. Auch den Nervenkanal kann man durch spezielle HWS-mobilisationen öffnen und so die Nervenwurzel entlasten. Es gibt auch Methoden um deinen N.radialis zu behandeln, mit sog. Nervenmobilisationen   um Verklebungen zu lösen und die Regeneration des Nervs zu fördern.

Danach sollte man an BSV vorbeugenden Maßnahmen arbeiten und die HWS auch stabilisieren.

Aber Ich bin überzeugt daß das wird;)  Du solltest dir nur ein Rezept holen für KG oder MT

Gruß Thomas

Geschrieben

Hallo Thomas,

vielen Dank für deine Antwort. Das hat mir mehr geholfen als alles was die Ärzte mir bisher so erklärt haben.
Ich hatte schon Physiotherapie und die Dame hat an meinem Hals rumgedrückt und gezogen. Aber es hat nichts gebracht.
Ich hab es dann aufgegeben, zumal man die Ärzte immer anbetteln muss um die KG Rezepte und mich an das Taubheitsgefühl und Kribbeln in der Hand gewöhnt. Das ist jetzt schon über mehrere Monate so und ich dachte man kann da eh nichts dran machen.

Möglicherweise sind es auch mehr diese Osteochondrosen die auf den Nerv drücken? Ich habe mal zwei MRT Bilder angehängt.

Kann es passieren oder ist es vielleicht schon passiert, dass der Nerv abgestorben ist?

Und nochmal Danke für die Antwort und die Mühe die ihr euch hier im Form macht. Das ist wirklich hilfreich und klasse.
(Falls du mal Fragen zu Matehmatik hast, da kann ich aushelfen :D )

MRT1.jpg

MRT2.jpg

Geschrieben

Hallo Ephedra!

Ich kann dich beruhigen, dein Nerv ist mit Sicherheit nicht abgestorben;) Es ist nämlich so. Dein Nerv wird ebenfalls von kleinen kapillaren versorgt, das sind die kleinsten Blutgefäße. Wird der Nerv so stark gedrückt das seine Versorgung nicht mehr gewährleistet ist wird er nicht nur mit einem krippeln und Taubheitsgefühl reagieren sondern mit Schmerzen. Das wäre eine Bedrohung für den Nerv, und die roten Warnlämpchen (Schmerzen) springen an. Bevor dein Nerv abstirbt würden nach Sensibilitätsstörungen und krippeln, motorische Ausfälle folgen i.Sinne von Kraftidefizit und Lähmungen. Um das zu verstehen muss man wissen wie ein Nerv im Querschnitt aussieht. Im Inneren befinden sich geschützt von den Sensiblen Fasern die Motorischen. Diese Sind dafür zuständig daß wir überhaupt unsere Muskulatur anspannen Können. Um Ihnen liegen wie eine Hülle die Sensiblen Fasern, die für das Gefühl zuständig sind, und auch Schmerzreize die über Rezeptoren ins Gehirn weitergeleitet werden liegen ausen. Das ist sinnvoll. Die motorischen Fasern sind letztendlich viel wichtiger wie die Sensiblen Nervenfasern. Sobald die Hülle komprimiert wird kommt es also zunächst zu krippeln und Taubheitsgefühlen. Geht die Kompression weiter oder ist sie heftig daß sogar Motorische Fasern im Inneren gedrückt werden dann kommen erstmal Schmerzen, meist auch brennende Schmerzen, die diese Gefahr signalisieren. Zum Schluss kommt es dann zu Lähmungen. Trotzdem sollte so schnell wie möglich deine Nervenwurzel entlastet werden. Was deine Therapeutin gemacht hat war eine HWS-traktion. Man zieht die HWS quasi in die länge. Dies kann bei akuten BSV sicherlich für Entlastung sorgen, aber es gibt effekivere Methoden da Der Nervenkanal nur solange erweitert wird wie eine Traktion durchgeführt wird danach ist der Zustand aber wieder wie vorher. Auf dem oberen  MRT bild kann man nun sehr schön deine BSV in den entsprechenden Wirbelsegmenten sehen und deine Beschwerden nachvollziehen. Hier muss unbedingt das ausgetretene BSmaterial wieder zurückgebracht werden. Ich habe bei meinen Pat.gute Erfahrung gemacht mit der Mobilisation der HWS in die Extension (Das ist die überstreckung) der HWS.  Haben deine Therapeuten auch den Nerv mitbehandelt? Dies wäre auch eine wichtige Sache, über sog. N.radialis mobilisation zusätzlich die Nervensymptome zu reduzieren, denn  auch der Nerv der in Mitleidenschaft gezogen ist, muss sich ja wieder regnerieren. Oft ist das NErvensystem noch unflexibel und das NErvengleitlager verklebt. Deshalb sollte 1.die Ursache in der HWS behandelt werden und 2. Eine Symptombehandlung der betroffenen Nerven mit in der Behandlung Eingebunden werden

Als Unterstützung zur Nervenregeneration und Parallel zur Behandlung könntest du dir bei der Apotheke Vitamin B12 holen. 

Ich würde mir aber ein Rezept über Manuelle Therapie verschreiben lassen. Dadurch  kannst du sicher sein daß die Therapeuten auch eine MT zusatzfortbildung haben und kennen sich etwas besser aus.

Gruß THomas

Geschrieben

Wow danke für die Antwort. Jetzt verstehe ich das alles viel besser.
D.h. mit der manuellen Therapie kann man das Kribbeln tatsächlich wieder wegbekommen?
Das wäre schon gut, wenn das ginge.

Leider ist deine Praxis 450km entfernt von meinem Wohnort.  -_- 
Da muss ich wohl hier (E/GE/BO) mal genauer nach jemand gutes suchen.

Geschrieben

Kein Ding Ephedra;)! Aber Selbstverständlich bekommt man das krippeln wieder weg, da bin Ich sogar überzeugt. Man sollte sich zwar mit Versprechungen und Prognosen zurückhalten da es immer die Ausnahme gibt. Aber Ich kann es aus eigener Erfahrung sagen da wir schon viele Pat.mit BSV behandelt haben und das krippeln weggebracht haben. Leider gibt es auch bei uns Physios unterschiede. Die Methoden wo Ich dir oben geschrieben habe müsste aber jeder Physio mit einer MT ausbildung kennen. Nur durch die Kombination mit HWS  und Nervenmobi lassen sich die Beschwerden in den Griff bekommen. Danach sollte die HWS stabilisiert werden, da diese durch die BSvorfälle instabil ist. Hier geht es dann um die tiefe, sog.segmentale Nackenmuskulatur. 

Ja schade, hätte dich gerne behandelt:( Auser du machst bei uns mal nen Kurzurlaub am Wochenende. Wir haben eine schöne Gegend und das könntest du dann z.b. kombinieren. Wenn du willst kann Ich dir auch Übungen zeigen wie du als Überbrückung dich selbst weng behandeln kannst 

Aber Kopf hoch das wird schon mit der richtigen Behandlung;)

Geschrieben

Grüßdich Ephedra,
der Thomas hat so ziemlich alles gesagt was zu sagen ist. Ich wollte dir nur noch, um es in deiner "Programmiersprache" auszudrücken, eine weitere "Variable" anbieten. HIER hast du ein Video, dass du beüben solltest. Denn die Therapie alleine wird dir auf Dauer nicht helfen. Du musst deine "Tiefen Rückenmuskeln" oder auch "autochthone Muskulatur" z.B. der Musculus erector spinae wieder aktivieren. Man denk, man macht ja Fitnesstraining und ist ja sonst aktiv, aber bestimmte Muskelgruppen lassen sich nicht ohne weiteres trainieren, weil man nicht einmal weiß, dass es sie gibt. Das sind Muskeln, die z.B. auf plötzliche Lageveränderungen des Körpers reagieren. Viellecht suchst du dir noch weitere Übungen oder informierst dich selber mal genauer über die "Tiefe Rückenmuskulatur der Wirbelsäule", so wie das HIER. Osteochondrosen sind eigentlich Veränderungen der Wirbelkörper, die typischer Weise durch Instabilitäten verursacht werden, da die Wirbelsäule einerseits von den kurzen Nackenmuskeln, zu verspannt gehalten werden, adererseits sind die tiefer liegenden Muskeln oder vorderen Halsmuskeln zu entspannt. Es sollte immer ein gesundes Gleichgewicht herrschen.

Zum Schluss noch eine weitere Variable. Zusätzlich zum Vitamin B12 vom Thomas, empfehle ich das "Neurotrat S Forte"! Das ist ein VitaminB-Komplex, das speziell auf Nervenschädigungen abgestimmt ist.
 

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  • Beiträge

    • Gast Meike Kk
      Hallo zusammen, aktuell schreibe ich meine Masterthesis im Bereich Public Health. Für meine Umfrage zum Thema "Risikofaktoren für Stress bei Physiotherapeuten", suche ich weitere Teilnehmer. Dauert auch nur maximal 5 Minuten, ist anonym und würde mir sehr weiter helfen! Teilnehmen können alle, die aktiv als Physio arbeiten und aus Deutschland kommen. Ich danke euch! https://uc2456.customervoice360.com/uc/Team_Meike_Karen_Kaster/b75b/
    • salkin21
      Moin zusammen,   ich brauche mal eine ehrliche Einschätzung bzw. Tipps zu meiner aktuellen Situation, da ich langsam nicht mehr weiter weiß. Bei mir wurde eine Chondropathia patellae Grad 2 im Knie festgestellt. Zusätzlich habe ich ein extrem instabiles Sprunggelenk mit insgesamt 6 Bänderrissen in den letzten 4 Jahren. Dazu kommen eine verkürzte Achillessehne sowie weitere verkürzte Strukturen/Bänder in den Beinen.   Außerdem habe ich: einen Senk-Spreiz-Knickfuß gleichzeitig einen Hohlfuß eine leichte X-Bein-Stellung   Aktuell bin ich deswegen in Physiotherapie. Mein Physio sagt im Prinzip hauptsächlich „dehnen“, allerdings fehlt mir ein klarer Plan bzw. eine sinnvolle Struktur aus:   Dehnung Mobilität Stabilität Krafttraining Wiedereinstieg ins Joggen/Fußball   Mein Ziel wäre es, Anfang Juni wieder Fußball spielen zu können – möglichst ohne Schmerzen und ohne dauerhaftes Tape. Aktuell versuche ich wieder mit dem Joggen anzufangen:   3x pro Woche jeweils ca. 25 Minuten 1 Minute Joggen bei 8 km/h danach 2 Minuten Gehen bei 5 km/h Laufkadenz beim Joggen liegt bei ca. 160–170       Problem dabei: Meine Schienbeine machen extrem Probleme. Teilweise verhärten sie komplett und ich bekomme kleine „Bobbel“ bzw. Schwellungen unter der Haut. Knie, Wade und Schienbein wechseln sich mit den Beschwerden teilweise ab. Wenn ich mein aktuelles Laufprogramm mache, bin ich eigentlich dauerhaft knapp an der Belastungsgrenze.     Folgende Hilfsmittel habe ich: Airex-Matte Resistance Bands Gym-Mitgliedschaft   Meine Fragen: Können meine Fußfehlstellungen und die X-Bein-Stellung die Ursache für die anhaltenden Probleme sein? Klingt das eher nach einer Überlastungskette durch die gesamte Beinachse? Sollte ich aktuell überhaupt weiter joggen oder erstmal komplett auf Low-Impact-Ausdauer (Bike/Stairmaster/Crosstrainer) wechseln? Welche Übungen wären bei dieser Kombination wirklich sinnvoll? Macht eine professionelle Laufanalyse bzw. Einlagenversorgung Sinn? Ich wäre echt dankbar über Erfahrungen oder Einschätzungen von Leuten mit ähnlichen Problemen oder physio-/sportmedizinischem Hintergrund.   Zusatz: Die Knieprobleme kamen nach meinem Urlaub im August, der erste Orthopäde hatte mir gesagt das ich eine verschobene Kniescheibe habe und daher die Schmerzen kommen, was aber eine Falsch Diagnose war. Die richtige Diagnose kam im Februar dann. Ich bin aktuell 21 und es ist meiner Meinung nach nicht nochmal das ich weder Joggen noch normal laufen kann. Leider finde ich in der Umgebung keinen Physio der mich ernst nimmt.
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      Hallo, ich habe vor 27 Tagen Botox nach dem PREEMPT-Schema wegen chronischer Migräne bekommen (195 Einheiten). Seit ungefähr Tag 13–14 habe ich deutliche Beschwerden im Hals-/Nackenbereich entwickelt.   Symptome: starke Steifigkeit/Zuggefühl im Nacken und oberen Rücken Schmerzen/Druckgefühl Überlastung führt oft zu deutlicher Verschlechterung („Blockade“/Schutzspannung) ich muss viel liegen und den Kopf anlehnen/stützen   Wichtig: keine Schluckstörungen keine Atemnot keine echte Kopfhalteschwäche mit Nach-vorne-Fallen des Kopfes   Ich versuche aktuell Pacing: kleine Wege in der Wohnung kurze Aktivitätseinheiten dazwischen viel Entlastung keine aggressiven Übungen Meine Frage: Kann man so eine Botox-assoziierte Nackenproblematik vorsichtig zuhause selbst angehen, ohne direkte Physiotherapie vor Ort? Welche Bewegungen oder Übungen wären typischerweise sinnvoll, ohne die Schutzspannung weiter zu provozieren? Ich habe Sorge, dass zu aggressive Physiotherapie mich eher verschlechtert.   danke

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