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Muskelzerrung- massieren oder nicht?


tanja3008

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Geschrieben

ich habe morgen einen Patienten mit Muskelzerrung in der Wade.
eigentlich schon tausend mal behandelt aber heute habe ich erst gehoehrt das es gut sein soll diese Stelle zu massieren. Ich habe aber noch gelernt das man auf verletzten Muskeln nicht rummassieren sollte. Und wie ist das mit Querfritktionen an der Schmerzstelle..machts nun Sinn zur Regeneration oder ist es anfangs zu viel (anfangs- 3Tage nach Unfall)

hoffentlich hat jemand ne super antwort die mich nicht mehr verwirrt ;)


Geschrieben

Morgen!! Es kommt natürlich immer drauf an wie stark eine Verletzung ist. Ein Muskelriss und eine Zerrung, sind trotzdem ein großer Unterschied, obwohl es beides Verletzungen sind. Was ist denn dein Ziel bei der Behandlung von Verletzungen? Bestimmt die verbesserung der Regeneratio, unterstützung der Wundheilung. Dies geschieht durch verb. des Stoffwechsels und der Durchblutung. Dafür stehen dir verschieden Maßnahmen zur verfügung. Strom, Ultraschall, MLD, und natürlich auch massagetechniken. Akut würde ich eher mld machen da ja noch eine entzündung da ist. Aber selbstverständlich kannst du massieren. Dabei achtest du doch immer auf die toleranz des pat., und überschreitest diese sowieso nicht. übrigens ist es sehr häufig daß man pat. durch massagetechniken behandelt, gerade überlastungen können diese sehr effektiv sein.

gruß thomas

Geschrieben

Ich würde zu Beginn nicht mit Massagetechniken beginnen wie bbgphysio schon erwähnt hat kann man ja noch viel mehr tun. Würde eher MLD machen.

Geschrieben

Ja klar. Mld waerme und antagonisten Training sind auch meine ersten Aktionen. Mir wird nur immer wieder gesagt das auf der schmerzstelle ruhig auch mal Querfriktionen gemacht werden koennen..damit die gerissenen Fasern eben wissen in welche Richtung sie wieder wachsen sollen. Ich bin da nur aengstlich grade wenn man an die Myositis denkt.

Geschrieben

Hallo das mit den Zellen und der Richtungsgebung ist schon richtig , jedoch ist es günstiger die Ausrichtung der Zelle über die Funktionsbewegung zu geben. Hier mit einer Intensität von ca 5/10. Dies macht erst Sinn bei der Proliferationsphase/ remodelierung.
Frag Dich was die Massage erreichen soll. Stoffwechselerhöhung ist bereits in der Akutphase ausreichend vorhanden.

Geschrieben

Da die Wundheilung ja noch nicht abgeschlossen ist und der Körper selbst noch viel macht, sollte bei den Massagetechniken kein Schmerz ausgelöst werden!

Geschrieben

Keine Massage, siehe folgende Studienzusammenfassung:


Zusammenfassung

15 Fälle von Myositis ossificans traumatica im Bereich des Oberschenkels werden analysiert. In praktisch allen Fällen war ein stumpfes Trauma die auslösende Ursache. Die Erkrankung, deren Abgrenzung in den sehr frühen Stadien gegenüber dem osteogenen Sarkom problematisch ist, hat drei typische Verlaufsformen. Die Therapie muß dem Stadium der Erkrankung angepaßt sein. Auf jeden Fall ist eine passive Irritation der betroffenen Bezirke durch Massage zu unterlassen. 2 operierte Fälle werden beschrieben.

Geschrieben

Man muss sich erstmal veranschaulichen was eine Muskelzerrung überhaupt ist. Abzugrenzen zu einem Muskelfaseriss. Bei einem Muskelfaseriss handelt es sich um einen Riss der Sarkomere/Filamente. Aktin.- Myosinfilamente gehen zugrunde. Es kommt durch das Trauma zu Einblutungen im Gewebe. Ist der Riss nicht mehr tendomuskulär erfolgt nur eine Sekundärheilung. Innerhalb des tendomuskulären überganges können Satelitenzellen den Faseriss komplett ausheilen !
Anders sieht es bei einer Zerrung aus. Eine Zerrung ist ein kollabieren der aktin.- myosinfilamente. Das Sakomer wird nicht beschädigt, ist jedoch in seiner Funktionsweise eingeschrenkt. Zu Einblutungen kommt es in diesem Falle nicht.
Durch das kollabieren der Sakomere kommt es zu einem gestörtem Trophikproblem des Gewebes.

Nun kann man nachvollziehen wie man es behandelt. Eine Zerrung wird mit Trophiktraining nachbehandelt.
Beispiel: Zerrung in den Ischios. Übung: Kniebeuger 31-40 WDH 4-6 Serien täglich durchführen.
Die verbesserte Trophik führt zur einer Auflössung des Kollaps der Sakomere.

Behandlung Faseriss: Da das Sakomere ausserhalb des tendomuskulären Überganges nicht mehr zu retten ist unterstützen wir dem Körper bei der Sekunderheilung d.h. es werden Dehnungen durchgeführt um den Markophagen piezoelektrische Impulse anzubieten um die Blaupause für die Fibroblasten nach dem 6 Tage zu bilden. (Faserausrichtung)
Dosierung: Dehnungen alles 4-6 Std durchführen rhytmisch 20 mal 1 Sekunde an der Dehngrenze halten. Zu beachten ist die 4-6 Stunden gelten auch Nachts ! Der Patient muss aufstehen und den Zellen durch die Dehnung, Impulse geben denn die Rehabilitation hört ja nicjt auf wenn wir schlafen ! Die Dehnungen werden bis zum 6. Tag durchgeführt. Danach gelangen Fibroblasten in das Gewebe und verschließen das Wundegeweben.

Von Massagen ist bei einem Faseriss abzuraten da Blut mit im Spiel ist und das könnte wie schon erwähnt zu Myositis ossificans führen.
Auch eine Massage bei einer Zerrung rate ich ab aus einem ganz einfachen Grund. Ein Muskel ist ein aktives Gewebe also wird es auch aktiv Nachgesorgt !

  • 3 weeks later...
Geschrieben

Ich würde nur Wärmeanwendungen machen, wenn dem Pat. das gut tut. Wir haben gelernt, nicht bei frischen Verletzungen der Muskulatur massieren. Aber ich steh noch am Anfang der Ausbildung.

Kommentare

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  • Beiträge

    • japanworm
      Also heute, 3 Tage nach Behandlung, geht's mir immer noch schlechter als am Tag der "Zerrung" selbst. Die Physiotherapeutin hat heute ihren Chef dazu geholt, für mich eigentlich auch ein Schuldeingeständnis, dass ihre Behandlung einfach zu viel war und alles nur verschlimmert hat ... ich muss damit jetzt leben. Ich konnte vor 4 Tagen bereits wieder schmerzfrei Treppen gehen und einen kurzen Spaziergang machen während jetzt wieder alles wehtut. Die Zeit hat getickt, das hat mich jetzt um mind. 7 Tage zurückgeworfen und ich muss meinen Flug zu einem Tanzfestival jetzt absagen, was ich ohne die Behandlung nicht hätte machen müssen ...   Der Chef meinte, es handelt sich wohl eher um einen (leichten) Riss ....    Heute is Tag 11-12 seit der Verletzung.
    • Ioannis
      Hi Gianni, danke für die Rückmeldung.   Ich habe bereits eine Einlage im Schuh, die die Beinlängendifferenz ausgleicht. Auch darüber hinaus habe ich schon vieles probiert: Physiotherapie, Wärmebehandlungen sowie moderaten Ausdauersport und Krafttraining.   Das Ganze geht bei mir ja schon seit 20 Jahren so, und eigentlich bin ich mit der Hüfte immer sehr gut klargekommen. Das eigentliche Problem ist aber, dass mich seit zwei Jahren massive Kopfschmerzen in den Wahnsinn treiben, die ich davor nie hatte.   Meine rechte Hüfte ist kaputt und ich vermute stark, dass mein Körper das mittlerweile bis hoch zum linken Kiefer kompensiert, da ich dort auch eine Blockade und diese ständigen Spannungskopfschmerzen habe.   Ich habe es vor Kurzem sechs Wochen lang mit Sport probiert, was anfangs auch gut lief. Aber ich merke einfach, dass ich an etlichen Stellen Verspannungen kriege – wahrscheinlich durch die ständige Fehlstellung und das Kompensieren, obwohl ich wirklich nur leicht trainiert habe.   Ich werde jetzt erst mal eine orthopädische Reha machen und ziehe danach eine Hüft-TEP nach der AMIS-Methode ernsthaft in Erwägung, um die Ursache endlich anzugehen. Angst habe ich trotzdem und Unsicherheit!    Vielen Dank und liebe Grüße
    • japanworm
      Danke für die Rückmeldung. Ja, es ist auch ein Plattfuß, der da mit reinspielt. Ich versuche jetzt gezielt die Beinmuskulatur aufzubauen. Die Kniescheiben sind tatsächlich beide zu beweglich.   Mir wurde jetzt von mehreren Stellen zu Einlagen geraten, um wenigstens eins der mechanischen Probleme sofort in den Griff zu bekommen. Natürlich möchte ich trotzdem Übungen mit dem Fußbett machen. Da hatte der Pyhsio auch bei beiden Füßen einen Triggerpunkt gezeigt, der seh wehtut....   Ich hoffe, dass das dann wirklich was bringt.

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