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Duchenne-Hinken - Wie werde ich es los?


Constantin06

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Geschrieben

Hallo zusammen,

ich bin neu in diesem Forum, leide unter das, was man, soweit ich es verstanden habe, Duchenne-Hinken nennt, d.h. beim Gehen oder auch beim Einbeinstand beuge ich mich unweigerlich mit dem Oberkörper über das Standbein (links, die betroffene Seite). Da ich zwar oft Krankengymnastik verschrieben bekommen u. auch selbst viel trainiert habe, das Hinken aber bestenfalls etwas vermindern konnte, ohne es je auch nur annähernd ganz wegzubekommen, möchte ich mich nun in diesem Forum informieren.

 

Kurz zu meinem Background:

40 J. alt, Hüftdysplasie links quasi von Geburt an, die Hüftpfanne ist etwas zu flach; daher 1. OP mit ca. 6 Monaten (nur eine Reposition), danach Spreizhose. Mein Orthopäde hat mir als Kind geraten, Sportarten zu machen, bei denen man die Beine spreizt, wie z.B. Brustschwimmen, Reiten, Ballett, Fechten, in der Hoffnung wohl, dass das die vollkommene Ausbildung der Pfanne fördert. So richtig hat das nicht geklappt, so dass ich mit 13 J. zum zweiten (und letzten Mal) operiert wurde. Der Eingriff war aufwändiger mit doppelter Osteotomie (Oberschenkel u. Becken).

Natürlich bekam ich Krankengymnastik zur Reha zuhause verschrieben, u. die Therapeutin legte wert auf Übungen zur Stärkung der Abduktoren (insb. die Übung, bei der man auf der Seite liegt u. das obere Bein abspreizt, in versch. Varianten, auch mit Gewichtsmanschetten). Damals wie heute war der Abspreizwinkel auf der betroffenen Seite eingeschränkt, u. so richtig perfekt habe ich die Übung bis heute nicht beherrscht. Auch etwa ein Seitwärts-Plank mit der betroffenen Seite nach unten fällt mir schwer, bekomme ich aber mit Müh u. Not halbwegs hin.

Es ist seit der 2. OP, dass mir dieses Duchenne-Hinken (dass es so heißt, habe ich erst kürzlich mir selbst angelesen) so richtig aufgefallen ist, und ja, es ist bis heute nicht weggegangen.

Von Orthopäden-Seite hieß es immer, dass die Hauptsache ist, dass ich keine Arthrose bekomme, denn dann bräuchte ich irgendwann eine Prothese. Beim Vergleich von Röntgenbildern im Abstand von 15-20 Jahren konnte so vor wenigen Jahren auch festgestellt werden, dass der Knorpel sich in der Zeit nicht verringert hat, was beruhigend ist.

 

Trotzdem stört mich das Hinken, es hat es schon immer, aber da es offenbar trotz wiederholter KG u. einem ingesamt sportlichen Lebenswandel nicht weggegangen. Auch sorge ich mich um Folgeschäden am Rücken, aber bisher ist dazu nichts bekannt.

 

Ich versuche jeden Tag zu trainieren, habe einen Heimtrainer, den ich jeden Tag benutze. Morgens direkt nach dem Aufstehen radel ich 10-20 Minuten, direkt gefolgt von täglich wechselnden (Split-)Workouts (1 Tag Bauch, 1 Tag Beine u. Po, 1 Tag Stretching, etc.). Etwa einmal pro Woche gehe ich schwimmen (vor allem Brust) oder trainiere in einem Reha-Studio an Geräten. Ich bin an sich schlank (BMI 23) u. gut durchtrainiert, baue leicht Muskeln auf.

Ich habe auch an den Beinen recht gut definierte Muskeln, aber auf der betroffenen Seite sieht man schon optisch, dass das Gesäß u. der Oberschenkel schmaler sind. Ein Arzt sagte, dass ich die Seite offenbar schone, auch wenn es mir nicht unbedingt voll bewusst ist.

 

Schmerzen habe ich meistens nicht, nur an manchen Tagen ein leichtes Unwohlsein im Gelenk, etwa wenn ich viel gehe, oder auch einfach in Abhängigkeit des Wetters (scheinbar).

 

Aktuell ist eine OP (zum Austausch des Gelenks) noch kein Thema, auch wenn ich gehört habe, dass Prothesen heutzutage ein Leben lang halten sollen. Daher würde ich gerne "nur" den Status Quo verändern, durch gezieltes Training, Physiotherapie, oder andere konservative Möglichkeiten. Hat da jemand Tipps für mich?

Auch freue ich mich über fallbezogene Einschätzungen zu den Ursachen für mein Hinken auf Grundlage meiner Infos.

 

Vielen Dank im Voraus!

 

Grüße

Constantin

  • 2 weeks later...

Geschrieben

Guten Abend Constantin! Das du soviel trainierst ist sehr gut. Bei dem Duchenehinken bedarf es aber einem gezielten Training.  Man kann sämtliche Muskeln aufbauen und das mit dem Hinken  könnte trotzdem nicht besser werden. Betroffen sind da  die kleinen Glutaen. Das sind die Gesäßmuskeln die unter dem  Glutmax, also unserm Po liegen. Deren Funktion ist die Hüftaußenrotation, Extension und Abduktion. Den Muskel aber nur in seiner Funktion, also Bewegung zu trainineren ist nur ein Teil des Trainings. Die eigentliche Funktion oder Wirkungsweise kommt in der Standbeinphase, hier werden die kl.Glutaen gebraucht. Deshalb ist es auch wichtig einige Übungen auch in der Standbeinphase zu machen und nicht alles nur an den Geräten. Außerdem sollte der Fokus nicht immer nur auf das Muskelaufbautraining gerichtet sein sondern auch Koordinative Übungen im Training zu integrieren. Das sind z.b.Stabiübungen auf einer Instabilen Unterlage im 1 - Beinstand. Desweiteren sollte auch ein korrigiertes Training durchgeführt werden mit einer Gangschule um dieses falsche Bewegungsprogramm mit Hinkmechanismus umzuprogrammieren.

Das ganze würde damit aus 3 Teilen bestehen.

1.Training der kleinen Glutaen. Eine gute Möglichkeit das ganze im Alltag zu integrieren wäre hier, Du stellst dich mit dem betroffenen Bein auf eine Treppenstufe. Das Andere ist frei in der Luft. Die Beine sind gestreckt. Nun bewegest du das freie Bein nach unten und ziehst es mit der Hüfte wieder nach oben. Damit wird auf der Anderen Seite mit der schwachen Hüftmuskulatur die kl.Glutaen gekräftigt. Die Knie dabei aber nicht strecken, die Bewegung kommt aus der Hüfte. Ansonsten kuck doch einfach mal auf Youtube da gibt es bestimmt zahlreiche Videos dafür.

 

2. Ein Stabitraining z.b. auf dem Trampolin einer Schaumstoffmatte oder man rollt eine Decke zusammen und versuchen sich auf dem betr. Bein 5-10 sec. halten.

3. das Gangbild korrigieren in dem man die Phasen des Ganges einzeln beübt, v.a. die Standbeinphase. Das funktioniert in dem man sich in die Schrittstellung hinstellt, betr. Bein steht vorne. Nun verlagerst du das Gewicht nach vorne und hebst das nichtbetr. Bein (Spielbein) nach vorne oben. Darauf schauen daß die Beinachse passt und man nicht abtrifftet . Als Steigerung kann man wieder eine instabilie Unterlage unter das betr. Bein das vorne steht legen. Am besten wenn du das mit einem Therapeuten beübst.

l.g.

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Gast
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  • Beiträge

    • Gast Seli
      Hallo, ich habe ein Problem und hoffe mir kann vielleicht jemand hier helfen oder einen Rat geben. Morgens wenn ich aufwache habe ich Verspannungen zwischen den beiden Schulterblättern, also es fängt da an wo der Hals aufhört und geht ein Stück runter rechts und links neben der Wirbelsäule, zusätzlich kribbeln meine Arme morgens ( keine Taubheit, keine Lähmung ), also die Arme kribbeln nur ich kann sie aber normal bewegen. Ich lege mir dann auch oft mal eine Wärmflasche zwischen die Schultern das bessert die Verspannung, tagsüber ist es weniger verspannt und die Arme kribbeln da auch nicht. Allerdings habe ich dann wenn ich aufgestanden bin so ein komisches Gefühl besonders beim stehen und gehen, weis nicht wie ich es nennen soll, Benommenheit oder Schwindel, wobei es dreht sich nichts, sondern es fühlt sich eher so an als wäre ich ein bisschen unsicher beim gehen, so wie wenn ich paar Bier oder Schnaps getrunken hätte ( trinke aber gar kein Alkohol ). Das Gefühl wechselt immer mal wieder, also mal mehr mal ganz wenig. Beim nach unten schauen oder nach vorne beugen fühlt es sich schlimmer an, als sonst. Manchmal habe ich auch ein leichtes ziehen oder drücken im Kopf, als Kopfschmerz würde ich das aber nicht bezeichnen. Manchmal oben oder an den Schläfen, eher leicht. Ich habe auch schon mal gegoogelt, da steht was von HWS Syndrom könnte es sein. Ich habe auch paar so Tests gemacht, Romberg Test, Underberg Test, Einbeinstand mit offenen und geschlossenen Augen, hat alles funktioniert. Jetzt habe ich mal paar Übungen gemacht. Also bei der Übung wo man den Kopf langsam zur Schulter neigt und dann etwas nach vorne, da wirds mir komisch. Beim Schulter kreisen knackst meine linke Schulter an einer Stelle. Kann das knacksen auch provozieren bei bestimmten Bewegungen. Beim langsamen Kopf drehen von einer Seite zur anderen knirscht es manchmal leise in der unteren HWS. Habt ihr vielleicht eine Idee was das sein könnte und was man dagegen machen kann? Eine Übung die die Verspannung lösen kann oder besser macht? Das schummrige Gefühl beim nach unten schauen macht mir halt auch Probleme, weil wenn man die Treppe nach unten geht aber nicht schauen kann wo die Treppe zu Ende ist weil man geradeaus schaut, ist nicht gerade schön. Nach vorne beugen ist auch so unangenehm. Wollte eigentlich bisschen Unkraut jäten im Garten, aber ist mühselig, wenn ich versuche mit dem Rechen das Unkraut direkt in den Eimer zu kriegen dann gehts ja noch, wenn ich mich nach vorne beuge wirds mir etwas schummrig und ich habe das Gefühl ich kippe nach vorne ( ist zwar nicht passiert aber fühlt sich so an). 
    • Gast MonaR
      Hallo, Meine Tochter hat aktuell (wieder einmal) Probleme mit Mb. Schlatter. Sie spielt Fußball und trainiert 4-5 x pro Woche.    Sie ist 15, hat wohl gerade wieder einen starken Wachstumsschub (5 cm seit September 2025) und deswegen wieder die Probleme.  Was kann sie unterstützend machen, um schnellstmöglich wieder fit zu sein?   Aktuell Dehnen, Übungen für die Hamstrings, Kühlen und Radfahren.   Ist ein 'Spüren der Stelle tolerabel bzw. wie weit darf sie es ausreizen mit Druck/Schmerz?   Danke Mona  
    • annajule
      Hallo, ich frage mich gerade, was vor 6 Jahren geschehen ist. ich bin vestibuläre Physio (oder wie man das auch immer in Deutschland nennt  ) und habe etliche Klienten mit PPPD. PPPD hast du gut auf einen Nenner gebracht, aber es ist eigentlich noch viel komplexer. Die Ursachen können noch wesentlich weitläufiger sein. Bei so gut wie all meinen Klienten, liegt ein Trauma zu Grunde. Hier wird dies von einem Neurologen diagnostiziert und die Therapie ist interdisziplinär zusammen mit klinischen Psychologen und manchmal Ergo Therapeuten. Auch ist bei vielen Klienten die HWS und/ oder das TMJ durch lange Erfahrungen von Schwindel so dermaßen verspannt (Sekundär Symptome), dass wir muskuloskelettale/TMJ Physios dazu ziehen, oder die Klienten zur Massage schicken (wenn es sich rein um Verspannungen handelt).    Nur mal als Denkanstoss.  Gruss, Anna  

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