erstellt von stephan vor 5.6j
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Botox vs. Zehengang


Hi,

ich habe folgenden Patienten:

Männlich, 13 Jahre, seit 4. Lj festgestellt, dass er nur auf Zehen läuft (bds). Fersen berühren bei gesamtem Gang den Boden nicht, neurologisches Gutachten negativ, Fußbinnengelenke unfaufällig.
Die Wade steht unter Dauerstpannung, subjektive Hypertrophie, stark verkürzt.

Jetzt gibt es die Idee den Muskel per Botox anzuspritzen - hat damit jemand Erfahrungen gemacht - besonders im Hinblick, dass er noch nicht erwachsen ist?

Bin auch über sonstige Meinungen zum Problem dankbar.

MFg Stephan

Nichts muss für immer so sein, nur weil es immer so gewesen ist.

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Thema: Botox vs. Zehengang

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vor 5.6j
aktin
07.10.2006 11:28

hi,

ich war kürzlich auf einem Seminar über die Anwendung von Botulinumtoxin in der Neurologie.
>Universität Münster

Botulinum Toxin "kann" sehr gute Ergebnisse erzielen, allerdings würde ich das Einspritzen nur in hochspezialisierten Einrichtungen die Erfahrung damit haben vornehmen. Von dem was ich auf dem Seminar an Fallbeispielen unter Botulinum Toxin Therapie gesehen habe war ich beeindruckt. Das Mittel gibt dem PT die Möglichkeit erfolgreich zu behandeln. Natürlich sind Kinder oder Jugendliche ein Klientel.

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Hier ist noch ein interessanter Link, wobei es sich um ein neurologisches Problem (Spastik) dreht und bei deinen Patienten dieses ja nicht zutrifft.

http://www.fruehdiagnosezentrum.de/botulinum.htm

mfg, matthias

vor 5.6j
stephan
07.10.2006 11:38

Danke für den Link

Zitat

Ein früher Behandlungsbeginn ist auch deshalb günstig, weil das Medikament bei bereits eingetretener Muskelverkürzung nicht mehr so gut oder auch gar nicht mehr wirkt.

.. wenngleich mir dieser Satz bedenklich vorkommt, da er ja seit 8 Jahren damit rumläuft.

Mfg Stephan

vor 5.6j
aktin
07.10.2006 16:14

hmmm stimmt das ist wirklich bedenklich. Is die Frage ob unter diesem Aspekt die Behandlung mit Botulinum Toxin Sinn macht, aber da sollen sich mal die Experten Gedanken machen. Bis dahin versuch über die PT-Schiene alles mögliche zu tun, ist nur die Frage in wie weit es nach 8 Jahren Sinn macht.
Hat der Junge funktionelle Probleme durch Statikveränderung, Dysbalancen etc. oder hauptsächlich wegen der Ästhetik? Oder beides?
Wie sieht es aus mit Hilfsmittelversorgung und vorherigen Therapien?

mfg,
matthias

vor 5.6j
stephan
07.10.2006 21:46

PT Schiene zielt auf Dehnung, Dehnung und nochmals Dehnung, aber wirklich bewegen tut sich da nix mehr find ich.

Statik ist soweit im Eimer, dass er halt nicht auf einem Bein stehen kann, über die Treppe wackelt usw. Alles was ohne Ferse halt passiert. Ästhetik ist natürlich auch nen Aspekt, aber sekundär.

Bisherige Therapien - KG en masse. Hilfsmittel - keine, da offenbar kein neurologischer Hintergrund und orthopädisch macht halt nur Dehnen Sinn. Das jedoch ist bei so einer massiven Struktur wie der Achillessehne nicht mit ner Bandage oder Schiene möglich.

Mfg Stephan


vor 5.6j
stephan
28.10.2006 10:57

Neuer Gedanke: Aufgrund der massiven Bindegewebsstrukturen der Wade wurde jetzt an eine Z-Plastik der Achillessehene überlegt, wenngleich ich von OP's in dem Bereich absolut nix halte, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass das postop wieder so gut wird wie vorher :-/

Meinungen oder Erfahrungen?

Mfg Stephan

vor 5.6j
jendor
01.11.2006 12:52

Hi, hab mir die Beiträge jetzt ein paar mal durchgelesen und Gedanken gemacht:

Wie ist er vor dem 4 Lj gelaufen? haben die Eltern Angaben gemacht, kam es plötzlich oder schleichend?

Z-Plastik halt ich nicht für gut, da ja nach der OP anfangs ruhiggestellt wird bzw. nur mit Teilbelastung gearbeitet wird (in den meisten Fällen) und dadurch wahrscheinlich das was du durch lange Arbeit beim Dehnen geschafft hast in der Wade mit Sicherheit für die Katz war.

Wie ist denn die Beweglichkeit im Fuß - D'Ext und P'Flex?

Mir ist da auch ne ganz dumme Idee gekommen (nur mal durch den Kopf gehen lassen und nicht unbedingt ernst nehmen): Dein Patient bekommt einen Schuh angepasst mit "Absatz" so dass die Sohle komplett aufsteht und die Fehlstellung durch den Absatz ausgeglichen ist - jetzt folgt Gangschule bis zum Umfallen --> Ferse zuerst - abrollen - etc. --> wenn das super klappt, wird der Absatz minimal verringert so dass ein leichter Zug in der Wade entsteht wenn sich dein Patient an den erlernten Gang hält (hier müssen vor der Gangschule unbedingt Weichteiltechniken evtl Heisse Rolle erfolgen um die Wade geschmeidig zu bekommen um Microtraumen in der Muskulatur vorzubeugen). Und das wird dann immer so weiter fortgesetzt. Problem: wahrscheinlich sehr kostenintensiv wegen der ständig neuen Schuhanfertigungen.


so das waren jetzt erstmal meine Gedanken.

MfG Doreen

vor 5.6j
stephan
01.11.2006 12:55

Gute Idee - ich grübel gerade, ob ein repetitiver Reiz mehr bringt als tägliche starke Dehnung.

Das lass ich mir mal durch den Kopf gehen, da es meines Wissens auch verstellbare Absätze gibt, die mit der Zeit durch Stellschrauben angepasst werden können. Damit wäre die Kostenfrage nicht so groß.

Mfg Stephan