erstellt von secreteric vor 3.3j
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Osteopathie Weiterbildung ja/nein


Hallo alle zusammen,
ich brauche euren Rat. Ich würde gerne noch etwas weiter machen in meinem Beruf. Mit "weiter" meine ich Fortbildung. Je mehr ich im Internet lese, je mehr bin ich verunsichert und verwirrt. Es geht zum Beispiel um das Thema Osteopathie. Mal lese ich den einen Artikel und bin total fasziniert davon und heute bin ich wieder auf einen anderen Artikel gestoßen der das ganze als "Placebo" verkauft.

Das ist echt im Moment sehr schwer für mich, da ich ja nun schlecht feststellen kann wer denn hier die besseren Argumente hat. Das Problem an der Sache ist, wenn ich mich für solch eine Ausbildung entscheide, möchte ich natürlich auch das das ganze funktioniert und kein Placeboeffekt ist. Um einen Placeboeffekt zu erzeugen brauche ich nicht 5 Jahre zu lernen :) Das kann man auch einfacher machen.

Was ich mich halt Frage ist, warum man nicht einfach mal ein paar Experimente machen kann und das ganze untersucht. Ich wusste auch gar nicht das Osteopathie den Kenntnissen der Anatomie, Physiologie und Pathologie widerspricht. Zitat:

"Die Theorien, auf denen die Osteopathie beruht, widersprechen den heutigen Kenntnissen über die Anatomie, Physiologie und Pathologie des menschlichen Organismus."

Was haltet ihr von diesem Artikel?:
http://www.saez.ch/pdf_d/2007/2007-17/2007-17-039.PDF

Naja, ich hoffe ich konnte kurz und bündig meine Sorge formulieren. Vieleicht habt ihr ja noch ein paar anregende Ideen für mich :)

Grüße

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Thema: Osteopathie Weiterbildung ja/nein

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vor 3.3j
tobermann
04.02.2009 21:50

Juhuuu, ein Wespennest. Hab gerade mit der Ausbidung zum Osteopathen angefangn u freue mich ungemein auf eure Beiträge;-)
lg
Tobermann

vor 3.3j
secreteric
04.02.2009 21:53

Wespennest ;) Nicht das ich hier das Forum unsicher mache und es noch Tote gibt.

vor 3.3j
trigger37
04.02.2009 23:53

Hallo Eric!!!

Die Osteopathie ist eine eigenständige Ausbildung (in den meisten Ländern mittlerweile mit Hochschulabschluss) und sicher keine Weiterbildung.

Die Osteopathie ist in den USA entstanden und alle amerikanischen Osteopathen sind auch gleichzeitig Schulmediziner (Doktoratsstudium der Medizin).

Bin im vierten Ausbildungsjahr und der erste Jahrgang in Österreich, der verpflichtend das Masterstudium machen muss. Ich behandle mittlerweile zu 90% osteopathisch, weil ich damit:

*) schneller die Ursache erkenne
*) meistens viel weniger Behandlungen brauche
*) dadurch, dass meistens die Ursachen behoben werden, meine Klienten schmerzfreier bleiben
*) ich mich weniger körperlich anstrengen muss
*) ich viele Bereiche abdecke, an die ich als PT nicht mal gedacht hatte

Ich hatte jetzt keine Zeit den Artikel zu lesen, aber:

Zitat

"Die Theorien, auf denen die Osteopathie beruht, widersprechen den heutigen Kenntnissen über die Anatomie, Physiologie und Pathologie des menschlichen Organismus."




nach dem was wir lernen halte ich diese Aussage für den größten Schwachsinn zwischen Scheibbs und Nebraska. Was du als PT an anatomischen Kenntnissen erwirbst ist nur ein minimaler Bruchteil von dem, was du als Osteopath brauchst.

Ohne exakte Kenntnisse der Anatomie (incl. Schädel und zwar jedes kleine Foramen durch welches irgend ein kleines Nebenästchen läuft), Physiologie und Pathologie brauchst du nicht mal an eine vernünftige Anamnese und schon gar nicht an eine erfolgreiche Behandlung denken. Und was noch ganz wichtig ist, was oben nicht erwähnt wurde ist die Embryologie, denn nur wenn du weißt wie wir entstehen, kannst du die durch die Entwicklung vorgegebenen Zusammenhänge begreifen.

Dementsprechend gibt es natürlich auch sehr viele Studien, welche die Wirkungsweise der Osteopathie belegen. Die Craniosacrale Osteopathie wird immer noch gerne ins esoterische Licht gerückt und auch da gibt es Gott sei Dank mittlerweile wissenschaftliche Studien, die das entzaubern.



Haltet euch immer vor Augen, dass wir keine Krankheiten behandeln, sondern Menschen. Und es gibt keine zwei gleichen Menschen, nicht mal eineiige Zwillinge sind gleich.

Freu mich schon auf eine anregende Diskussion.

Ich kann es nur jedem empfehlen, der daran interessiert ist erfolgreich Menschen zu behandeln und nicht deren Symptome.

vor 3.3j
trigger37
05.02.2009 09:21

Habe gerade Artikel überflogen.

1) Die Tatsache WER diesen Artikel publiziert hat und WO sagt fast alles

2) Es handelt sich um eine Literaturstudie

3) Rate mal WER hinter dieser Lobby steckt

4) Frage: Heilt jedes Medikament?



Für die Zukunft Eric. Kritisches hinterfragen ist Voraussetzung für erfolgreiches arbeiten. Das gilt in allen Lebenslagen. Wir müssen uns alle ständig kritisch hinterfragen in dem was wir tun, sonst können wir nicht besser werden. Deswegen gibt es mittlerweile viele wissenschaftlich anerkannte Studien, die das Gegenteil belegen.

Geld regiert die Welt. Die die den größten Teil des Kuchens für sich beanspruchen werden ALLES daran setzten auch noch den Rest zu bekommen. Nur, die Menschen gehen mittlerweile lieber zum Osteopathen, der ihnen hilft, als zum Arzt, der sie mit Medikamenten vollstopft, die genauso Placebos sein können.

Ich kann meinen Klienten nicht immer verständlich erklären, was gerade in deren Körper passiert und noch passieren wird. Solange du ihnen hilfst, bist du ihr Held.

Warum wirkt PT?
Weil wir im Gegensatz zu den meisten Ärzten die Menschen angreifen. Sind diese Berührungen AUCH nur Placebo???




vor 3.3j
secreteric
05.02.2009 11:54

Gut zu hören. Dieses Zitat hat mich auch nachdenklich gemacht. Weil eigentlich ging ich auch davon aus, dass die Osteopathie den heutigen medizinischen Stand nicht widerspricht.

Mal hören was die anderen noch dazu sagen. Danke schonmal für die Antwort (und Beruhigung :) )

vor 3.3j
trigger37
06.02.2009 13:48

Zitat

... Weil eigentlich ging ich auch davon aus, dass die Osteopathie den heutigen medizinischen Stand nicht widerspricht.



Tut sie auch nicht. Ganz im Gegenteil.

Da die Osteopathie noch eine relativ junge Wissenschaft ist, wird natürlich sehr viel geforscht und diverse Studien angeregt, die die Fragen der Kritiker entkräften und dass was wir tun wissenschaftlich belegen.

Peter Sommerfeld hat mal zu mir gesagt: Hinterfrage ständig selbstkritisch deine Arbeit und du wirst stetig besser werden. Wenn du auf Grenzen stößt versuch sie zu formulieren. Möglicherweise formulierst du gerade deine Masterthese :))).


vor 1.3j
shian
26.01.2011 12:43

ich bin auch gerade dabei mir überall infos und hilfe zu holen bezüglich der osteopathieausbildung. Aber ein paar Fragen konnten mir nicht beantwortet werden!
Vielleicht ja hier:
Muss ich nach der Ausbildung nochmal 2Jahre meinen Heilpraktiker machen, kann ich das nicht integrieren nur die Prüfung machen?
Ist nach Abschluss auch Manuelle Therapie abrechenbar? höre mal ja, mal nein.
Vielleicht kann mir jemand aus eigener Erfahrung die Fragen beantworten?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

vor 1.3j
tobermann
28.01.2011 12:49

Hallo,
an und für sich hat der Heilpraktiker mit dem Osteopathen erst mal nichts zu tun. Du kannst die Osteopathieausbildung machen und dannach als Physio auf Privatrezept Osteopathie abrechnen. Wenn du allerdings direkten Patientenzugang willst, musst du entweder Medizin studieren oder den HP machen. Soweit ich weiß gibt es mittlerweile auch den kleinen HP für Physios, da darfst du dann Osteopathie abrechnen.

Zur HP Prüfung an sich: du musst keine Schule oder irgendetwas besuchen, macht aber Sinn. Du kannst dich einfach für die HP Prüfung im Gesundheitsamt anmelden. Voraussetzung: älter als 25, Hauptschulabschluss und keine Vorstrafen.

Zur Manuellen bin ich mir zu 90% sicher dass das nicht stimmt. Am besten ruf mal beim ZVK an.

Ich habe wie oben geschrieben auch mit der Osteopathieausbildung angefangen und nach einem halben Jahr mit dem HP. Bin mittlerweile fertig mit dem HP, die Osteopathie dauertt noch 2 Jahre. Das ganze gleichzeitig zu machen ist allerdings echt sehr sehr hart. Da ist nix mit arbieten nebenher in der Schlußphase.
lg
tobermann

vor 170d
fogroopa
07.12.2011 16:50

Dito, auch ganz frisch dabei. Und ich muss sagen, dass es eine der besten Entscheidungen war, die ich treffen konnte. Trotz der nicht unerheblich finanziellen und zeitlichen Belastung.

Selbst mit den zwei Dritteln Wissen des ersten Jahres habe ich das Gefühl, passende Krankheitsbilder effektiver behandeln zu können und Primärläsionen besser zu erkennen. Das kann man auch von der MT oder Chiropraktik sagen, aber das war eben meine Entscheidung.

Da wird noch vieles auf mich zukommen und ich werde auch fluchen... aber ich bereue bisher nichts. Studien? Sind wir mal ehrlich: jeder Master-Absolvent muss seine wissenschaftliche Arbeit abgeben, die vor Jury bestehen muss - und allein bei der IAO sind das dieses Jahr locker 100 Anmeldung für den Masterstudiengang. Studien gibts also in Hülle und Fülle, die auch wissenschaftlichen Standarts entsprechen müssen, weil der Studiengang Bologne-anerkannt ist. Dass es hier in Deutschland keine Definition und damit Anerkennung für Osteopathen gibt ist eine andere Frage. Aber unter den 48 an Bologne teilnehmenden Ländern gibts einige, in denen das definitiv anders ist. Und das wäre nicht der Fall, wenn es sich bei dieser Therapieform nur um Scharlatanerie handelt.

Ansonsten bin froh über jeden, der sich gegen diese Ausbildung entscheidet - weil es einfach mal weniger Konkurrenz bedeutet. So sozial dieser Beruf ist: letztendlich ist jeder Mensch Egoist und muss es auch sein :)