Welt-Alzheimer Tag - jeder 4. über 80-jährige ist betroffen

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Gesundheit 21.09.2011
Welt-Alzheimer Tag - jeder 4. über 80-jährige ist betroffen

Kaum eine Krankheit übt mehr Leidensdruck auf Patienten und Angehörige aus als die Demenz. Die häufigste Form der geistigen Verfallserkrankung, die Alzheimer Krankheit, betrifft aktuell bereits jeden 4. Menschen über 80 Jahren. Die Erkrankten verlieren langsam aber unaufhaltsam ihre mentalen Fähigkeiten, die allermeisten bemerken davon selbst wenig. Am 21. September findet bereits seit 1994 der Welt-Alzheimertag statt. Die Organisation Alzheimer's Disease International (ADI) will mit der Veranstaltung Aufmerksamkeit für die Demenz-Erkrankung wecken, diese Aufmerksamkeit hat die Erkrankung bitter nötig

Viele Demenz-Kranke bleiben körperlich relativ fit, während ihre Aufmerksamkeit und ihr Gedächtnis langsam abbauen. Aus selbstständigen Menschen werden Pflegefälle, die ohne die Gründe dafür zu verstehen auf dauernde Überwachung angewiesen sind. Die Kosten der Betreuung von Alzheimer-Kranken sind immens, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass die allermeisten Demenz-Kranken im Moment keine adäquate Behandlung oder Betreuung erfahren.

Die Haupt-Botschaft des diesjährigen Welt-Alzheimertages soll daher in Form der "Gesichter der Demenz" vermittelt werden. Verschiedene Fälle von Erkrankten werden präsentiert um der Öffentlichkeit ein Bild davon zu vermitteln, was die Diagnose Alzheimer für einen Menschen bedeutet.

An Alzheimer erkranken so z.B. nicht nur alte Menschen, auch jüngere Patienten können ihr geistiges Leben an die Demenz verlieren. Der geistige Verfall schreitet bei allen Erkrankten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voran, in manchen Fällen lässt sich diese durch eine gezielte Behandlung verlangsamen. Wird das Auftreten der Erkrankung früh erkannt, kann mit wenigen, relativ kostengünstigen Veränderungen des Lebenswandels erreicht werden, dass Patienten noch lange halb-selbstständig leben können. Erst im Endstadium wird in solchen Fällen eine teure und aufwendige Komplettbetreuung (meist im Altersheim) nötig.

Stadien von Alzheimer

1. Stadium: Frühstadium - Vergesslichkeit

  • Nachlassendes Kurzzeitgedächtnis, vergessen von Telefonnummern
  • häufigeres sich selbst wiederholen
  • Nachlassendes Interesse an Gesellschaft und Hobbies
  • Überforderung in ungewohnten Situationen
  • häufig verbunden mit Depressivität

2. Stadium: Ausgeprägte Ausfälle

  • Betroffene finden sich in gewohnter Umgebung nicht mehr zurrecht
  • Unruhe
  • Verlust komplexer Handlungen wie Beruf oder Autofahren
  • alltägliche Situationen fallen schwer

3. Stadium: Verlust der Persönlichkeit

  • Verlust der Orientierung
  • sehr geringer Wortschatz
  • Verlust vertraute Personen zu erkennen
  • Verlust eigener körperlicher Funktionen
  • dauerhafte externe Hilfe für Essen, Trinken und Körperhygiene

Gerade die Demenz ist eine Erkrankung, die am besten mit einer einzeln auf jeden Patienten neu zugeschnittenen Therapie und Betreuung zu behandeln wäre. Doch während Medien die Einführung einer solchen Individualmedizin allgemein diskutieren, erfahren Nothelfer verschiedener Demenz-Hotlines täglich neu, wie sehr Alzheimer Kranke durch das Gesundheitssystem vernachlässigt werden.

Trotz intensiver, jahrelanger Forschung ist weiterhin unklar, was genau die Alzheimer Demenz verursacht. Entsprechend steht keine wirksame medikamentöse Behandlung zur Verfügung. Trotzdem kann erkrankten Menschen geholfen werden. Eine Reihe von Medikamenten können den durch die Krankheit bedingten geistigen Verfall verlangsamen. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn Patienten zusätzlich zu Medikamenten regelmäßige Betreuung erfahren, z.B. physio- und ergo-therapeutisch zu Übungen angeleitet werden. Jeder geistige Reiz, jede mentale Anstrengung verzögert das schnelle Fortschreiten des Alzheimers. Je länger Patienten auf diese Weise in teilweiser Selbstversorgung leben können, desto weniger kostenpflichtige Heimbetreuung wird später nötig.

Zu viele an Demenz Erkrankte bemerkten ihr Leiden jedoch nicht oder kaschieren die Symptome als normale Alterserscheinungen. Oft wird eine Diagnose erst gestellt, wenn Angehörigen massive geistige Defizite auffallen. In dieser Situation sind viele Familien mit der weiteren Organisation einer Betreuung überfordert. Dieser Welt-Alzheimertag zielt daher darauf ab, ein Umdenken gegenüber Demenz-Kranken im Gesundheitssystem anzustoßen.



Welt-Alzheimer Tag - jeder 4. über 80-jährige ist betroffen

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melina58 bei Physiowissen
vor 1.7j
melina58
21.09.2011 19:42

Der obige Artikel spricht mir aus der Seele. Es muss mehr Aufklärung betrieben werden, auch von Seiten der Ärzte ! Vor allem die sollten die Diagnose füher stellen und die Angehörigen aufklären, wie sie mit ihren Lieben umgehen müssen.
Gruss
Sylvia