Schenkelhalsfraktur
Der Begriff „Oberschenkelhalsbruch“ ist medizinisch gesehen nicht korrekt. Der Mediziner bezeichnet diesen Bruch als Fraktur des Schenkelhalses. Da sich der Schenkelhals in der Nähe des Hüftgelenkes befindet, hat die Fraktur nahezu immer auch Auswirkungen auf die Hüfte. Besonders ältere Patienten müssen nach einer Schenkelhalsfraktur mit einer längeren Rehabilitationszeit rechnen.
In der Regel sind ohnehin eher ältere Patienten von dieser Verletzung betroffen. Es genügt meist ein Sturz aus geringer Höhe auf die Hüfte oder das Gesäß, um die Fraktur auszulösen. Der Grund besteht zumeist in einer durch Osteoporose verminderten Knochensubstanz, die bei jüngeren Menschen noch nicht gegeben ist.
Beim Oberschenkelhalsbruch unterscheidet man unterschiedliche Frakturarten. Die häufigste Verletzung ist dabei die mediale Schenkelhalsfraktur. Hier bricht der Knochen direkt am Hüftgelenk, die Fraktur befindet sich innerhalb der Gelenkkapsel und wird deshalb auch als interkapsulär bezeichnet. Im Gegensatz dazu steht die laterale Fraktur außerhalb der Gelenkkapsel. Sie ist zumeist mit einem hohen Blutverlust verbunden und kommt in der Regel nur bei schweren Unfällen vor, sodass hier auch jüngere Patienten betroffen sein können.
Ein Oberschenkelhalsbruch wird bis auf wenige Ausnahmefälle operativ versorgt. Die Operation sollte möglichst innerhalb von 24 Stunden nach dem Sturz erfolgen. Das Hauptaugenmerk der auf die Operation folgenden Therapie liegt darin, den Patienten schnellstmöglich wieder mobil und belastungsfähig zu machen. Da bei einer medialen Schenkelhalsfraktur das Risiko der Schädigung des Hüftkopfes sehr groß ist, wird bei älteren Patienten bevorzugt eine Hüftgelenkprothese eingesetzt, um die Fraktur zu stabilisieren. Bei lateralen Frakturen und bei jüngeren Patienten wird eher auf eine Erhaltung des natürlichen Hüftgelenkes hingearbeitet. Deshalb muss hier die operative Versorgung innerhalb weniger Stunden durchgeführt werden, um nekrotische Veränderungen am Hüftkopf zu vermeiden.


