Parästhesie - Empfindungsstörungen

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Parästhesien sind Empfindungsstörungen an bestimmten Körperregionen, die ohne äußeren Reiz auftreten. Sie sind als starkes Kribbeln, Schwellungs-, Kälte- oder Wärmeempfindung, teils mit Sensibilitätsstörungen, teils schmerzhaft, wahrzunehmen. Direkt zurückzuführen sind die Parästhesien auf die Schädigungen von empfindlichen Nervenfasern des zentralen Nervensystems. Sie können als Begleiterscheinung bestimmter Krankheitsbilder wie Arteriosklerose und Diabetes sowie bei elektrischen Reizen, auch akut als Begleiterscheinung von Bandscheibenvorfällen, auftreten. Rauschmittel aller Art und Vergiftungen können ebenfalls ursächlich sein. Teilweise wird eine Parästhesie auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente ausgelöst.

Besonders bekannt und weit verbreitet ist eine Parästhesie im Bereich der Hände. Häufig wird sie durch das Karpaltunnelsyndrom oder Raynaud-Syndrom ausgelöst. Dabei werden Kribbeln, Brennen und Taubheit in den Händen besonders in Ruhephasen stark empfunden. Oft ist die Nachtruhe gestört, da sich Schmerzen in den Arm hinauf ausbreiten können.

Morgens sind die Hände teils geschwollen oder völlig taub und nur unter starken Schmerzen wieder zu bewegen. Während des Tages klingen die Beschwerden bei manchen Patienten ab, bei anderen halten sie unvermindert an. Liegt nicht eine erkennbare Krankheit, wie bei Diagnose von Diabetes oder Arteriosklerose mit einer erkennbaren Durchblutungsstörung zugrunde, sind die Symptome oft nicht eindeutig abzugrenzen und ursächlich festzulegen. Beim Karpaltunnelsyndrom wird bei starker Parästhesie häufig eine Operation vorgenommen.

Vielfach müssen eine Reihe von Behandlungsmaßnahmen angewandt werden, bis ein Erfolg erzielt werden kann. Meist kommt es nicht unbedingt zu einer endgültigen Beseitigung der Parästhesie. Häufig ist sie ein Bestandteil einer Polyneuropathie, also einer mehrfachen Nervenerkrankung.

Treten die Beschwerden in den Beinen auf, ist oft die Ursache bei nervlichen Erkrankungen an der Wirbelsäule zu finden. Eine bekannte, harmlose Parästhesie ist das „eingeschlafene“ Bein nach einer falschen Körperhaltung, die den Blutfluss behinderte. Kehren jedoch Beschwerden immer wieder, nehmen zu oder verändern sich, so ist der Gang zum Arzt in jedem Fall ratsam.

im Lexikon zu finden als Thema: Parästhesien, Empfindungsstörungen (Parästhesie),