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Morbus Scheuermann - Scheuermannsche Krankheit

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Morbus Scheuermann - Scheuermannsche Krankheit

Die im Volksmund als Scheuermannsche Krankheit bekannte Wirbelsäulenveränderung wird in der medizinischen Nomenklatur unterschiedlich beschrieben. Morbus Scheuermann ist bekannt als Adoleszentenkyphose oder juvenile Kyphose und wurde benannt nach dem dänischen Orthopäden Holger W. Scheuermann. Es handelt sich um eine der sogenannten Wachstumskrankheiten, die, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden, zu Fehlstellungen führen kann.


Genau gesagt handelt es sich bei Morbus Scheuermann um eine aseptische Knochen- und Knorpelerkrankung, von der männliche Jugendliche wesentlich häufiger betroffen sind als weibliche. Während der Pubertät ist das Skelett anfällig für solche Erkrankungen. Durch langes gebeugtes Sitzen (Schule, Computer etc.) entsteht ein sogenannter Rundrücken, den der Volksmund auch als „Schneider-Buckel“ bezeichnet. Durch eine langfristig einseitige Belastung wird in der Regel die Wachstumszone der Wirbelkörperkanten beschädigt. Eine schwach ausgebildete Rückenmuskulatur kann keine entsprechende Ausgleichsfunktion übernehmen.

Ist der Wachstumsprozess abgeschlossen, gibt es keine weitere Progression der Erkrankung. Morbus Scheuermann terminiert sich also selbst. Eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule verschafft Klarheit über den Krankheitsfortschritt. Häufig wird ein Morbus Scheuermann eher zufällig bei einer aus anderen Gründen notwendigen Thoraxaufnahme entdeckt. Ein ganz wichtiges Kriterium zur Behandlung von Morbus Scheuermann, aber auch zur Prophylaxe, ist die Vermeidung einseitiger Belastungen. Zu langes Sitzen in derselben Position gehört hier zu den maßgeblich auslösenden Faktoren. Ebenso wichtig wie die richtige Sitzhaltung ist eine Kräftigung der Rückenmuskulatur. Obwohl Sport generell als gesund zu bezeichnen ist, gibt es Sportarten, die ein an Morbus Scheuermann erkrankter Patient nicht ausüben sollte. Dazu gehören vor allen Dingen Sportarten, bei denen die Wirbelsäule Belastungen durch Schläge, Stöße, Sprünge oder ähnliche Vorgänge erfährt. Zu empfehlen ist hingegen Schwimmen, eine besonders abgestimmte Gymnastik und Krafttraining ohne stemmende oder drückende Bewegungen.

im Lexikon zu finden als Thema: Mb. Scheuermann, Scheuermannsche Krankheit,