Beckenbodeninsuffizienz - Instabilität des Beckenbodens
Synonyme
Bei einer Beckenbodeninsuffizienz ist die Instabilität des Beckenbodens nicht gewährleistet, so dass sich Verdauungs-, Genital- und Ausscheidungsorgane absenken können, also nicht an ihrem Platz im Körper verbleiben, da das Gefüge des Beckenbodens mit der Beckenbodenmuskulatur und den Bändern zu „locker“ ist.
Ausgelöst wird eine Beckenbodeninsuffizienz durch eine Überdehnung des Beckenbodens oder durch eine Störung der Nervenversorgung, wobei Frauen häufiger als Männer erkranken, da bei dem Geburtsvorgang oder vaginalen Operationen Überdehnungen und Nervenschädigungen möglich sind.
Folgen dieser Erkrankung sind vielfältig, zum einen verstreicht der Damm oder beult sich nach unten vor, so dass eine Undichtigkeit des Darmausgangs mit Stuhlinkontinenz und obstruktiver Defäkationsstörung auftritt. Des Weiteren senken sich die Eingeweide, wobei die Darmschlingen Verwölbungen zur Blase oder zum Enddarm hin aufweisen, ebenso kommt es zu einer Ausbuchtung der Blase (Zystozele). Auch die gynäkologischen Organe, insbesondere der Uterus und die Scheide senken sich ab, wobei Entleerungsstörungen der Blase mit Restharnbildung (die sich bis hin zur Blaseninkontinenz entwickeln kann) auftreten. Mit der Senkung können Druckgefühle im Beckenbereich bis hin zu Schmerzen bei Bewegungen einhergehen.
Die Beckenbodeninsuffizienz wird in vier Schweregrade eingeteilt: Grad I: Druckgefühl am Beckenboden, leichtere Stuhlentleerungsstörungen, Obstipation diätetisch beeinflussbar, kontinent, keine urologischen Symptome Grad II: Unvollständige Stuhlentleerung, Nachentleerungen, teilweise manuelle Entleerung, Inkontinenz I. Grades, Obstipation belastend, situativ Harnstressinkontinenz Grad III: Stuhlentleerung erheblich erschwert, manuelle Entleerung und/oder Klysmen notwendig, Inkontinenz II. Grades, Blutungen, Harnstressinkontinenz Grad IV: Inkontinenz (Grad II-III), Rektumprolaps
Die Behandlung richtet sich je nach Schweregrad der Erkrankung. In den ersten Stadien werden vor allem die physiotherapeutische Beckenbodengymnastik und die diätische oder medikamentöse Stuhlgangsregulation in Betracht gezogen. Ziel dieser Maßnahmen ist die Stärkung des Beckenbodens und die Verringerung des Drucks. Bei fortgeschrittenen Stadien werden operative Verfahren angewendet, darunter fallen u.a. eine Beckenbodenrekonstruktion oder eine STARR-Operation, bei welcher die überschüssige Wand des Rektums bei Intussuszeption und Rektozele entnommen wird.
im Lexikon zu finden als Thema: Beckenbodeninsuffizienz,
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