"Physiologie - (v. griech. "phýsis" = die Natur" und "lógos" = die Lehre, Vernunft) befasst sich mit den physikalischen, biochemischen und informationsverarbeitenden Funktionen der Lebewesen." (nach Jean François Fernel (1497–1558) ).
Schaut man auf des Deutschen liebstes Kind mit 4 Rädern, so erscheinen auf den Rechnungen Stundensätze von 60€ und mehr. Wenn man jetzt Leistungen der physikalischen Therapie dagegen setzt so kommt man bei normaler Vergütung einer Krankengymnastik auf gerade mal 42€; und das auch nur, wenn man eine Patientenrotation von 3 pro Stunde ansetzt. Der Gedanke wie viel zeitlicher Aufwand für selbst finanzierte Weiterbildungen vorher aufgebracht werden muss erscheint dann schon wie eine Farce.
Fakt ist: wir verkaufen ein Top Produkt, das wir mit unseren Händen individuell am Menschen erbringen für einen Dumpingpreis.
Es wird Zeit, dass (frei nach meinem persönlichen Idol Roman Herzog) ein Ruck durch Deutschland geht und wir anfangen uns und unseren Berufsstand angemessen zu verkaufen.
Wer dabei ist hebe die Hand.
Stephan Schmied
Nichts muss für immer so sein, nur weil es immer so gewesen ist.
02.09.2006 08:05
das Problem der Physios ist, dass für die Behandlung von gesetzlich versicherten Patienten ein Festpreis von den GKVs vergütet wird. Dieser Preis ist vollkommen unabhängig vom Können des Therapeuten.
Ein Physio, der auch nach 5 Jahren im Beruf noch nie eine Fobi gemacht hat, bekommt die selbe Vergütung wie ein Physio, der jedes Jahr 100 Stunden Fortbildungen absolviert und seine Patienten dadurch kompetenter und effektiver behandeln kann.
Eigentlich ist es ja noch viel schlimmer: eine abgeschlossene Fobi in MLD wird von den GKVs mit 14,15 Euro pro 30 Minuten Behandlung vergütet. Eine normale KG, für die keine Fobi notwendig ist, wird mit 14,10 für 15 Minuten vergütet. Da stellt man sich doch die Frage, wie blöd ein Physio sein muss um 4 Wochen auf Fobi zu fahren, die Kursgebühr von ca. 1.200 Euro + Übernachtung + Essen + Material zu bezahlen, um danach 50% weniger zu verdienen. Man kann es also keinem verübeln, bei der relativ schlechten Entlohnung keine qualifizierenden Fortbildungen zu machen.
An diesen Tatsachen würde auch der größte Ruck nichts ändern.
Unseren Berufsstand angemessen, d.h. kompetent zu verkaufen wird ausschließlich den voll engagierten und gut aus- und fortgebildeten Physios gelingen. Und die sind, wie in jeden anderen Berufsstand auch, nun mal rar gesät.
Gruß von susn