Die Physiotherapie verändert sich. International kommt es zu einer Professionalisierung der Physiotherapie. Unter anderem beinhaltet das, dass Therapiemethoden und Untersuchungsmethoden eine deutlich wissenschaftlichere Basis bekommen. Schlagwörter sind: Evidence based medicine und Evidence based practice. Leider ist dieser Trend, der schon seit mehr als 10 Jahre international in anderen Ländern herrscht, in Deutschland und deutschen PT-Schulen kaum zu verspüren (Ausnahmen sind die seit kurzem gegründeten Fachhochschulen). Viele Lehrerkollegen stehen diesem Trend eher negativ gegenüber. Das ist natürlich ihr gutes Recht, aber die Frage ist, ob es auch reell ist die Schüler mit einem Wissen auszustatten, dass den internationalen Standards und Möglichkeiten nicht mehr gerecht wird.
Immer mehr wird von uns als Physiotherapeuten ein Nachweis verlangt, dass unsere Therapie auch tatsächlich effektiv ist, bzw. ein Unterschied macht zur Nicht-Therapie oder zur Placebo-Therapie.
Genau an diesem Punkt wollen wir gern ansetzen, da wir der Meinung sind, dass eine Vielzahl an Therapeuten, Lehrern und Dozenten, den im Curriculum festgelegten Informationsstand nicht mehr länger einfach so hinnehmen wollen. Alle in diesem Forum vorgestellten Themen sollten dabei nicht als Rebellion gegen bestehende Lehransichten verstanden werden - vielmehr als Ergänzung dazu. Natürlich kann auch jeder dazu beitragen, der sich tiefer mit einem Thema auseinandergesetzt hat und Neuerungen vorstellen möchte..
.. genug geredet .. es wird Zeit zum diskutieren.
Team Physiowissen
Nichts muss für immer so sein, nur weil es immer so gewesen ist.

10.04.2005 17:43
Gute Anregung zur Diskussion!
Alleine die Überschrift inspiriert mich schon
Anarchie was soll das sein?
Das jede Schule nach eigenem Gutdünken die Höhe des Schulgeldes bemessen kann?
Das Lehrpläne viel unterschiedlicher als sie momentan sind nicht mehr werden können?
Das zwischen guten und gut gemeinten Ansätzen im internationalen Vergleich gerade mal ein Unterschied zu erkennen ist?
Das wir VIER Berufsverbände und trotzdem die momentane Situation haben????
Also wieviel Anarchie soll noch werden??? Ich für meinen Teil möchte endlich mal wissen was Physiotherapie eigenlich ist anstatt das wenige was ich weiß schon wieder zu verwerfen.. Gebt den Schülern eine Richtung, ein Ziel... EBM wäre da EIN (nur ein) Ansatz...
Wenige Zeilen später lese ich von Ausnahmen welche die Fachhochschulen bilden sollen? Welche Fachhochschule meint Ihr?
Ist hier die Rede von der mit dem Wochenendstudium und Abschluss in den NL oder von dem Sechssemestrigen Vollzeitstudium in Fulda?
Was mögliche Haltungen von Lehrkräften für oder wider der EBM angeht
Vor der Kritik am Lernstoff thematisiere ich in der erschlagenden Mehrzahl der Fälle nicht vorhandenen Pädagogischen Kompetenzen.
Wenn dann eine Abwehrhaltung gegenüber EBM thematisiert werden soll, ja, sehe ich auch so! Ist ebenso bei vielen PTs zu beobachten
Cha, reelle Wissensvermittlung ohne internationalem Standart gerecht zu werden
M/ein Traum! Und ob der durchschnittliche Patient tatsächlich "Qualität" der Zwischenmenschlichen Beziehung oder einer Massage vorzieht ich zweifle! Wer soll das wollen? Die KKs? Die haben gar nicht die Mittel um Qualität zu bezahlen!
Nichts gegen derartige Kampfaufrufe aber am durchschnittlichen PT (Schüler) gehen die Themen nicht direkt vorbei, aber alles was in Arbeit ausartet
Guckt euch doch mal die Foren bei physio.de an ein Thema, 50 Beiträge, drei Fachrichtungen zerfetzen sich gegenseitig. Wenn es dann mal um das Thema Eigeninitiative geht maulen die meisten rum wie scheiße die Berufsverbände doch sind und das sie (warum auch immer) nicht mehr in dem Verband sind?
Wenn die dann wenigstens in Eigenregie valide Studien auf den Markt bringen würden.
Wer soll dann was ändern?
Nexio!
P.S. Totalitäre Sichtweisen (Anarchie) haben noch nie was gebracht