erstellt von insolin vor 7j
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Passives Stretching vor und nach dem Sport - Sinn oder Unsinn


Was fällt ecuh zu diesem Thema ein?

Pros und Kontras bitte hier abliefern? Efahrungsgemäß bringt es nichts bei mir? Ist es nur ein Ritual, was passiert physiologisch?

Über antworten freue ich mich.



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Thema: Passives Stretching vor und nach dem Sport - Sinn oder Unsinn

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vor 7j
pinkmouze
22.05.2005 23:03

Hallo.
Finde das Thema auch interessant. Ich glaube, dass stretchen nicht isoliert von der Sportart betrachtet werden kann. Für jemanden der einen Spagat macht in seinem Sport ist es wahrscheinlich sinnvoll vorher zu stretchen. Bei anderen Sportarten zweifel ich den Sinn des vorher stretchen an, ausgehend davon, dass Muskeln sich funktionell anpassen. Meiner Meinung nach ist richtiges Aufwärmen bei vielen Sportarten wichtiger als das Dehnen. Da es aber stets propagiert wurde und fast zu einem Dogma geworden ist, denke ich, dass Dehnen eine stark psychologische Komponente beinhaltet und bei vielen ein Gefühl von Wohlbefinden auslöst. Kann mir auch vorstellen, dass es manchmal gar nicht sinnvoll ist zu dehnen, wenn sich ein Muskel funktionell an die Sportart anpasst, die man ausübt. Was dehnen die Jogger vor dem Joggen und zu welchem Zweck??
Werde jedenfalls mal nachschauen, ob ich dazu noch Materialen finde. Habe mal eine Vorlesung gehabt, in der die Dozentin den Sinn des vorab Stretchens bezweifelt hat...
Ich habe jedenfalls das Gefühl beim Dehnen nur die Schmerzgrenze zu verschieben und wüsste bei manchen Sportarten nicht zu welchem Zweck.

vor 7j
stephan
25.05.2005 22:49

Ich werf mal paar kurze Argumente in Raum zum Thema vorm Training Dehnen:

Dehnen vorm Training => in meinen Augen nicht sinnvoll - jedenfalls nicht starkes Dehnen. Vor der Belastung ist es sinnvoller eine leichte Erwärmung zu machen um den Muskel in eine "Arbeitsspannung" zu bekommen. Leichte Dehnung kann in Verbindung mit anderen lockernen Maßnahmen dazu beitragen.

Physiologisch gesehen kann ein Muskel nur dann richtig arbeiten, wenn Actin und Myosin in einem optimalen Abstand zueinander stehen (2.2 micrometer).
Wenn der Muskel also "verspannt" ist ist der Abstand geringer und im Moment der Erregung kann kein optimaler Weg (= Kontraktion) durchgeführt werden. Eine Überdehnung lässt die Filamente zu weit auseinandergleiten und der Muskel ist ebenfalls nicht optimal einsatzfähig.

Wer meint nach der Belastung volle Kanne an die schmerzgrenze zu dehnen => blödsinn. Nach langer Belastung sind im Muskel bereits Mikrotraumen vorhanden - eine weitere "Zerreißung" der Strukturen verstärkt diese nur noch.

Also => alles in Maßen ;)

Mfg Stephan

vor 7j
jadefalke
28.05.2005 09:19

Den entscheidenden Aspekt (Detonisierung der Muskeln vorm Sport bei vorigem Dehnen und Erhoehung der Mikrotraumen nach dem Sport (beides nicht sinnvoll)) hat Stephan bereits genannt.

Dazu kommt, dass nachgewiesen wurde, dass Dehnen nicht verletzungspraeventiv oder regenerativ wirkt, insofern fallen diese beiden Aspekte auch flach.

Der entscheidende Aspekt waere die "Muskelverkuerzung", wobei es ja sowas eigentlich garnicht gibt, da es ja nichts anderes als eine "fehlgesteuerte" Propriozeption ist, weil der Muskel zu oft in einer zu kurzen Amplitude belastet wurde; deswegen funktioniert ja auch CHRS-Dehnen so gut (Contract, Hold, Relax, Stretch), da dem Muskel die Arbeit in seiner vermeintlichen Dehnstellung "aufgezwungen" wird.

Was diese Aussage weiter unterstuetzt ist die Tatsache, dass gerade beim Kraftsport/Bodybuilding, der als praedestiniert fuer "Verkuerzungen" gilt, v.a. die Leute zur "Verkuerzung" neigen, die nicht volle ROM (Range of motion) trainieren, waehrend Leute (kenne selber einige), die ihre Muskulatur auf volle ROM trainieren kein einziges Anzeichen einer "Verkuerzung" zeigen, ganz im Gegenteil.

meine 50Cent...

mfg
Jadefalke

vor 7j
pinkmouze
11.06.2005 13:54

Ich denke man muss das Stretchen immer im Zusammenhang mit der ausgeübten Sportart sehen und dem verbundenen Ziel (Leistungsfähigkeit, vergrößern des ROM). Muskeln haben die Eigenschaft sich physiologisch (Sarcomerab - bzw. zunahme) an die Belastungen anzupassen.Ein Schlittschuläufer wird wahrscheinlich zu verkürzten Iliopsoasmuskeln neigen. D.h. verlängere ich einem Schlittschuhläufer die Iliopsoasmuskeln, so würde das negativen Einfluß auf seine Leistungsfähigkeit haben, weil er seine Bewegungen in einem kleinem Hüftwinkel ausführt. Ich wüsste auch nicht wofür man beim Laufen beispielsweise die Hacke ans Gesäß ziehen sollte. Das Knie wird beim Laufen in der Absetzphase und in der Schwebephase mehr gestreckt als gebogen. Bei Fussballern könnten zu lange Hamstrings die Belastung auf Kniestrukturen vergrößern bei Schussbewegungen....
Nach dem Sport ist dehnen eher schädlich. Fasern die nach Belastung noch nicht im stande dazu sind zu entspannen, könnten wenn sie bis dahin nocht nicht beschädigt waren, gerade durch stretchen beschädigt werden.
Generell würde ich beim Dehnen also darauf achten, welches Ziel ich verfolge. D.h. wie gebrauche ich welche Muskeln bei der betreffenden Sportart. Anschließendes Dehnen würde ich ganz weglassen. Ansonsten gut aufwärmen und ein cooling-down einbringen.
Literatur dazu kannst du auf holländisch bekommen, wobei da auch auf physiologische Prozesse expliziter eingegangen wird. Autoren die in Bezug auf das Dehnen andere Meinungen vertreten, als die lange propagierten wären z.B.:
Jan Jaap de Morree
Anette van Bolhuis
zum Dehnen generell:
J.P.K. Halbertsma
als Behandlung:
Het PNF-concept in de praktijk (Dominiek Beckers, Math Buck, Susan Adler)