erstellt von stephan vor 4.6j
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Diagnoserecht für Physiotherapeuten


Hi,

immer wieder kommen Patienten in die Praxis, zeigen ein oftmals eindeutiges Beschwerdebild und es juckt in den Finger zu behandeln. Leider steht uns dabei das Diagnoserecht im Weg, was Physiotherapeuten ausschließlich eine Behandlung nach ärztlicher Diagnostik ermöglicht. Dabei haben wir durch weit größere Zeittaktungen und zum Teil auch hochklassigen Weiterbildungen oftmals mehr Möglichkeiten eine exakte Diagnostik zu erstellen und danach zu behandeln.

Gut, wir schicken den Patienten dann zum Arzt und bekommen manchmal eine Diagnose "Lumbago" oder "Schulterschmerz" - Top! So weit wäre ich auch noch gekommen.

Was meint ihr, wie sich die Physiotherapie mit ihren zunehmend wachsenden Diagnose- und Therapiemitteln in den nächsten Jahren weiterentwickeln sollte?

Zu diesem Thema gibt es eine aktuelle Umfrage auf der Startseite; wir sind gespannt.

Stephan Schmied

P.S. diese These ist gezielt überspitzt und kontrovers formuliert. Es soll kein persönlicher Angriff sein.

Nichts muss für immer so sein, nur weil es immer so gewesen ist.

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Thema: Diagnoserecht für Physiotherapeuten

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vor 4.6j
physiomami
14.10.2007 16:06

Zuallererst: bis vor ienm Jahr habe ich genauso gedacht...mittlerweile bin ich heilfroh, das mir im Moment der Arzt "vorgeschaltet" ist.

Häufiges ist zwar häufig, aber es gibt eben auch andere Erkrankungen, die ähnlich Symptome machen. Die bekommen wir aber eben nicht in die Praxis, weil diese Patienten vom Arzt abgefischt werden.

Ich mache im Moment die HP-Ausbildung (oh, welche Schande...- geoutet!) und denke ich kann mir diese Äußerung erlauben.

Wenn wir in der Ausbildung eine bessere Diagnostik lernen würden, wären wir bestimmt die viel besseren HP´s, aber so sind wir die besseren Therapeuten und können ein wenig diagnostizieren.

Beispiel von diesem Freitag: Ich kann zwar vermuten, das das Hüftgelenk entzündet ist, aber dann muß ich "es" doch zum Arzt (weil der reinschauen kann, mittels US, Rö oder MRT und er kann Blut abnehmen, um zu schauen, ob ein blöder Erreger ist oder nicht...

Viel Spaß beim diskutieren...(ich schaue dann mal wieder öfter rein - was war eigentlich mit dem geplantem Treffen in Köln?)

vor 4.6j
marions
14.10.2007 20:30

Ich schließe mich der großen Mein ung ind er Umfrage an, Ja, wir können das (50%!). Natürlich, gibt es "Risikopatienten", die auch bildlich abgeklärt werden solten, aber wenn ich z.T sehe, was Ärzte fabrizieren, läuft es mir eiskalt den Rücken runter.
Ein Punkt der definitiv für uns spricht: wir fassen die Leute an. Hab jetzt schon von so vielen Ärzten gehört über Patienten, Verwandte und auch selbst, dass es wirklich schematisch zu geht.
1. Hallo
2. anstandshalber zuhören was der Pat erzählt
3. Röntgen und soweiter und soweiter.

Das sollte einfach aml unterbrochen werden. Würde auch ein Haufen Kosten ersparen.

Davon mal abgesehen, in Australien funktioniert es, warum nicht bei uns.
Unsere deutsch Ausbildung wird doch immer so gelobt auf Grund der praktischen Basis, die wir haben.

Aber genug von mir, höchst interessantes Thema.

Marion

vor 4.6j
stephan
14.10.2007 20:36

Vielleicht sollte es genaue Regeln geben, wie zum Beispiel:

- maximal 6 Behandlungen - wenn dann keine Besserung eintritt muss man zum Doc

- es müssen eine bestimmte Menge Ärzte zustimmen, dass wir Diagnosen übernehmen - ne Art Zertifizierung über Zuspruch

.. nur ne Idee ..

vor 4.6j
klefra5
14.10.2007 20:44

Es geht in vielen anderen Länder wie weiter oben ja bereits erwähnt wurde.

Ich bin der Meinung das die PT-Ausbildung in Dtl. nicht für den Erstkontakt ausreicht, auch wenn ich das gerne hätte. aber Norwegen ist auf dem Weg dahin wo Schweden bsp. schon ist.
In den Niederlanden können Abiturienten sofort nach dem Abi Osteopathie studieren und als Dr. arbeiten. Die liste ließe sich weiter fortführen...

Quintesenz: Die Ausbildung in Deutschland muss verbessert werden oder man muss sich Richtlinien wie in Skandinavien geben. Anders wäre es grob fahrlässig den Erstkontakt in PT-hände zu legen, auch wenn mich das selber wurmt.

vor 4.6j
stephan
14.10.2007 21:15

Das geht leider aus kostengründen nicht. Das aktuelle Gesundheitssystem macht es finanziell auf keinen Fall möglich den Beruf des Physiotherapeuten zu akademisieren.
Außerdem - was soll aus den bestehenden Physios werden? Pflichtweiterbildung trotz zT. Jahrzehntelanger Berufserfahrung oder dauerhaft nur mittlerer Medizinischer Beruf?


vor 4.6j
tamara
15.10.2007 04:22

Wie marions schon erwaehnte gibt es dieses System in Australien und funktioniert im Allgemeinen sehr gut. Allerdings ist die Ausbildung hier ein Bachelor of Science - 3 Jahre Theorie & 1 Jahr Praxis. Ich kenne die deutsche Ausbildung nicht und kann daher keine Vergleiche anstellen. Es scheint mir aber, dass die australische Ausbildung (vor allem die theoretische) sehr gruendlich ist und dass sehr viel Wert auf 'evidence-based practice' gelegt wird. Hier redet man sogar davon, ein aehnliches System wie in England einzufuehren, wo es 'extended scope practice physios' gibt, die direkt im Krankenhaus in der Notaufnahme diagnostizieren & behandeln koennen (bei gewissen Patienten) und nur an Aerzte weiterverweisen, falls sie dies als noetig erachten. Die Physios brauchen dafuer eine Zusatzausbildung und vermutlich auch einiges an Berufserfahrung, aber anscheinend bewaehrt sich das System dort sehr.
Was passiert denn in Deutschland, wenn ihr einen Patienten mit Fehldiagnose (vom Arzt) bekommt - etwa mit 'plantar fasciitis' aber dann stellt sich z.B. heraus, dass es ein Lx-wirbelproblem ist? Muesst Ihr den Patienten dann zurueck zum Arzt schicken oder koennt Ihr nach Eurer Diagnose behandeln?

vor 4.6j
ariane
15.10.2007 11:00

Also ich muß sagen, ich merke immer wieder das sich physios mehr zeit nehmen als die Ärzte, auch sicht- und tastbefund machen, welche die Ärzte gerne mal vergessen. Sie hören sich die Symptome an, schließen daraus eine evtl. diagnose, machen evtl Röntgen etc. und das wars. außerdem sehen die Ärzte den Körper nur in Abschnitten und nicht als Ganzes wie wir es gelernt haben. Ich sehe es selbst an mir, habe einige unerklärliche Symptome, renne von einem Arzt zum anderen, es wird nix rechtes gefunden, habe physiotherapie bekommen (peinlich, wenn man selber physio ist)und sie sehen dich einfach als ganzes, sehen beckenschiefstand, schauen sich isgs an, die hws etc. klar wissen sie die diagnose auch nicht, sehen aber objektiv die körperlichen probleme besser wie die Ärzte.
Es ist manchmal schwer nach diagnosen der Ärzte zu behandeln weil sie einfach zu allgemein und unspezifisch sind, deshalb müssen wir uns eh selber ein bild machen, also können wir auch diagnostizieren, sicher mit kombi des arztes, aber so gesehen wäre ich dafür. Warum nicht eine zusammenarbeit fördern, was dem patienten zu gute kommt. efizientere Behandlung, besserer Erfolg.

vor 4.6j
sirius
15.10.2007 12:28

Hi,

also ob das mit der Diagnose bei uns so einfach funktionieren würde, wage ich mal zu bezweifeln. Denn wir haben hier nunmal eine sehr hohe Dichte an Ärzten und Fachärtzen. Die Lösungen in Australien, Norwegen, Schweden sind mehr aus dem Problem heraus entstanden, dass der nächste (Fach-) Artzt in den ländlichen Gegenden eben nicht nur 50 sondern vielleicht 100 oder mehr km weit weg ist. Das stellt dann die PAt. vor ein Kosten- Transport- Versorgungsproblem.

Und dann gibt es ja noch die sehr starke Ärztelobby, die sich bestimmt nicht so ohne weiteres ein paar Aufgaben "wegnehmen" lassen. Dann würden sie ja ihren Status verliern.
Mal ganz abgesehen, dass es ein riesiges (finazielles) Problem ist, eine qualitativ gleichwertige Ausbildung/ Studium auf der jetzigen Grundlage aus dem Hut zu zaubern. Aber das wurde ja schon angesprochen

lg

vor 4.6j
flow005
15.10.2007 20:15

Ich habe grad keine Zeit einen grossen Beitrag zu schreiben aber muss hier mal eben was loswerden.
Es kotzt mich tierisch an das Physios meistens nicht wirklich ernstgenommen werden
und dazu kommt dann noch die Heilpraktiker Geschichte,
warum muss das sein? Heilpraktiker sind keine besseren Physios so wie ich es öfter höre!
Ich persönliche habe in sehr guten Kliniken und Therapiezentren gelernt und gerade was diagnostik angeht war es spitzenklasse,
aber ich muss ja leider auch zugeben das nicht jeder Pt diese Chance hat...
Das ist meinermeinung nach das Problem an der Geschichte,
es gibt wie in allen Berufen "gute" und "schlechte"

vor 4.6j
louie
16.10.2007 07:21

ich bin eigentlich ganz froh darüber, daß jemand anders die verantwortung trägt als die PTs. das ist aber nur die eine seite.

das problem, daß recht häufig leute zu uns kommen entweder mit ner falschen oder einer total schwammigen behelfsdiagnose kennen wir alle. aber in einem land wie unserem mit einer solchen hierarchie im gesundheitswesen wird es sich nicht so schnell ändern, daß wir nur mittlerer medizinischer dienst sind.
ich für meinen teil versuche eng mit den verordnenden ärzten zusammenzuarbeiten. sodaß sich ein vertrauensverhältnis entwickelt und sie auch auf meinen rat hören. das ist nicht dasselbe wie ein richtiges diagnoserecht aber es gibt mir ein wenig mehr entscheidungsfreiraum.


wo ist die grenze? was ist mit älteren PTs? müssen die nachschulen? welche qualifikationen muß man mitbringen um PT werden zu dürfen? liegt es tatsächlich an einer geringeren ärztedichte, daß anderswo PTs eine arztähnliche rolle übernehmen?


da aber auch nicht alle die möglichkeit haben zu kommunizieren ist es nur eine unbefriedigende lösung. und wie bereits von anderen erwähnt gibt es gute und schlechte PTs. ich weiß noch nicht mal ob ich mich selbst zu den guten oder schlechten zählen soll.

aber ich denke über die zeit setzt sich qualität durch. laßt uns an einer konstant guten arbeit arbeiten und eng mit den ärzten arbeiten. irgendwann muß sich die mühe lohnen und es wird unser tun anerkannt und entsprechend honoriert.

lg louie

vor 4.6j
marions
16.10.2007 09:47

Ich denke, die hohe Ärztedichte ist ein großes Problem bei uns. In der Praxis in der ich vorher gearbeitet habe, bekamen wir so viele Patienten von einem Ärztetrio überwiesen, die fehldiagnostoziert waren. Erschreckend. Sowas darf einfach nicht passieren, sei es bei alten oder jungen Patienten. Da gibt es zwar diese tollen Therapiebericht-Wische, aber die tun für die Ärzte gar nichts zur Sache. Einmal, in dem 3/4 Jahr wo ich dort gearbeitet hab hat sich ein Arzt gemeldet und da ging´s um eine Kontraindikation für Lymphdrainage. Was auch ein Problem ist, da viele Ärtze einfach etwas verordnen und sich über die Wirkungsweise/Kontraindikationen, speziell bei MLD nicht im Klaren sind. Und Patienten müssen es ausbaden. Das darf einfach nicht sein. In diesem Fall hat es zwei Wochen gedauert, bis der Arzt einen Abstrich gemacht hat und das Okay gegeben hat. >-(

vor 4.6j
louie
16.10.2007 17:15

auch wenn wir eigentlich nicht diagnostizieren dürfen tun wir es doch trotzdem. ganz ehrlich kollegen. wenn dann endlich die richtige diagnose rauskommt heißts "ich habs doch gleich gesagt".
wenn wir aber falsch liegen (auch das kommt vor) halten wir uns lieber bedeckt und sind froh, daß jemand anders den schwarzen peter erwischt hat.

was ich aber damit sagen will: meint ihr es ist möglich einen katalog zu erstellen über krankheitsbilder die ohne bildgebende verfahren von uns einwandfrei erkannt werden können? ein katalog, der den menschen den umweg über den arzt abnimmt. welche voraussetzungen muß man erfüllen um den status haben zu dürfen diagnosen stellen zu dürfen?

ist es vielleicht so, daß es uns ankotzt, daß uns die ärzte nicht ernstnehmen. und denken wir es liegt daran, daß wir in der hierarchie unter ihnen stehen?

und überhaupt:
meint ihr es würde sich etwas ändern in bezug auf fehldiagnosen et c.? wie oft schieben ärzte patienten hin und her weil sie keine ahnung haben und wollen, daß sich lieber jemand anders an der diagnosestellumng die zähne ausbeißt. wie oft "geben" ärzte patienten nicht her weils ne milchkuh ist die noch ein wenig gemolken werden kann obwohl die ärzte nur wenig über das jeweilige krankheitsbild wissen?

krankt unser system nur daran, daß wir nicht diagnostizieren dürfen?

ich glaube nicht.

den ärzten wurde nie beigebracht, daß wir ernstzunehmende kommunikationspartner sind. ich weiß nicht ob es noch so ist, daß sie während des studiums ein semester lang krankengymnastik als wahlfach besuchen dürfen, es aber nicht müssen.

also liegt es an uns ihnen klar zu machen wofür wir auf der welt sind.
ruft an und verlangt mit ihnen zu sprechen, jedes mal wenn ihr wißt, daß ihr und nicht sie recht haben. macht eure hausaufgaben gut und seid immer bereit einen guten eindruck für alle unseres berufes zu hinterlassen.

lg louie

vor 4.6j
stephan
17.10.2007 12:54

Physios in Rheinland Pfalz können ohne Rezept behandeln - URTEIL - Presemeldung des VPT

WEils gerade zum Thema passt. Leider klärt das Urteil in meinen Augen nicht, wie die Zahlung der Krankenkassen dazu stehen. Ob eine Behandlung ok ist, aber nur wenn der Patient zahlt?

vor 4.6j
cary
18.10.2007 13:26

Also erstens: wenn ich "hohe Ärztedichte" lese, kriege ich soooooo einen Hals. das mag vielleicht in bestimmten Regionen zutreffen, aber hierzulande muß man bis zu 9 Monate warten, um beim Haut- oder Augenarzt vorstellig werden zu dürfen. Und in den Zeitungen ist das Wort Versorgungskrise gefallen.

Zweitens: Es stimmt, wir haben hier in Dtl. eine starke Ärztelobby. Die wird es uns PT´s nicht einfach machen, das Diagnoserecht zu bekommen. Aber wie heißt es so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft. Damit meine ich, wenn der Arzt weiß, daß auch der PT diagnostizieren kann und darf, wird er seine Diagnostik ebenso wie der PT selbst gründlicher vornehmen, was dem Patienten ebenfalls von Vorteil ist.

Drittens: Das Diagnoserecht sollte auf bestimmte Bereiche eingegrenzt werden, so zum Beispiel nur auf die Orthopädie und Neurologie. Was die bildegebenden Verfahren angeht, da schickt der Orthopäde seine Patienten auch zum CT oder MRT.

viertens: dafür MUESSEN NATUERLICH Weiterbildungen, Schulungen usw. absolviert werden.

fünftens: zu erwähnen wäre noch der organisatorische Aufwand seitens der Praxis und der Krankenkassen

sechstens: sobald der Arzt den Patienten zu uns schickt, haben auch wir die Verantwortung.

und letztens: das peinlichste rezept, was mir mal untergekommen ist war mt für ne hüfttep *kopfschüttel*


vor 4.6j
trigger37
20.10.2007 13:08

Ich verfolge die durchaus spannende Diskussion schon seit einigen Tagen und habe mich nun entschlossen auch meinen Senf dazuzugeben.

Habe im Moment nur ein paar Fragen:


Wer von euch glaubt wirklich in der Lage zu sein, eine ernst zunehmende Diagnose erstellen zu können?

Wer von euch kennt die standardisierten RED FLAGs die für ernst zunehmende Diagnosen eine absolute Notwendigkeit sind?

Wer von euch ist in der Differentialdiagnostik geschult?

Wer von euch macht bei jedem Patienten eine neurologische Untersuchung?

Wer von euch kann wirklich unterscheiden, ob (weil es erwähnt wurde) der Lumbago eine orthopädische oder ein viszerale Ursache hat?

Wer von euch kann ad hoc unterscheiden, ob der Schmerz eines Patienten neuralgisch, radikulär oder pseudo radikulär ist?

Wer von euch weiß sofort ob Schmerzen degenerative, entzündliche oder muskuläre Ursachen haben?

Wer ist mit den verschiedenen Ätiologien der Symptome wirklich vertraut?




Zugegeben ich gieße jetzt ein wenig Öl ins Feuer, aber denkt mal darüber nach.

Die Verantwortung, die viele gerne übernehmen wollen ist doch eine sehr große.

Seid ihr dazu wirklich in der Lage und euch auch den damit verbundenen Konsequenzen bewusst??



vor 4.6j
trigger37
20.10.2007 13:38

Noch eine kurze Ergänzung:

Für diejenigen, die jetzt vielleicht sagen, na typisch ÖSI, bei denen ist ja eh alles anders - NEIN, euer System unterscheidet sich von unseren nur minimal.

Und das weiß ich aus Erfahrung, da ich 4 von meinen 16 Berufsjahren in Deutschland gearbeitet habe.

Ich glaube nicht, dass sich in den letzten 5 Jahren sooooo viel geändert hat.


vor 4.6j
stephan
20.10.2007 20:33

Zitat von: trigger37

Wer von euch ist in der Differentialdiagnostik geschult?
Wer von euch macht bei jedem Patienten eine neurologische Untersuchung?



.. kleine Anekdote aus ner Arztpraxis hier in der Gegend: es wurde die 1,5min Taktung in ner Ortho Praxis eingeführt.
Das was in der Physiopraxis läuft ist manchmal nicht 100% vollständig - das was in dieser Orthopraxis läuft ist aber ganz sicher weniger Differentialdiagnostik.


vor 4.6j
trigger37
21.10.2007 09:19

Wir diskutieren hier scheinbar auf zwei Ebenen.


Wenn ein Dr. med. sich keine Zeit nimmt und einem Pat. eine Diagnose

erstellt (nehmen wir wieder) z.B.: Lumbago, dann bekommt er ein gewichtiges

Problem, sollte sich später herausstellen, dass (der Kreuzschmerz von dem der

Arzt nicht weiß wo er herkommt wird mit Lumbago diagnostiziert - es sich bei

der Ursache im schlimmsten Fall um einen Tumor der Niere handelt.


Ganz extrem weiter gesponnen, Patient stirbt an den Folgen und die Familie

klagt, wegen Fehlerdiagnose und damit unterlassener Hilfeleistung.



Dieses Fallbeispiel soll ganz nüchtern betrachtet zeigen, worum es mir geht.

Wenn ihr euch den Schuh anziehen wollt, dann BITTE mit allen Konsequenzen.

Wenn ihr Erstdiagnosen erstellen wollt, ohne einen Arzt vorgeschaltet zu haben,

wird so etwas bald Alltag werden. Ich hoffe ihr habt gute Versicherungen und

sehr gute Rechtsanwälte.



Nur eine kleine Anmerkung aus meiner Praxis. In der ersten Therapieeinheit, wird

bei mir zu 80% befundet und die restliche Zeit therapiert. Die neurologischen

Tests, die für uns Therapeuten wichtig sind dauern keine fünf Minuten und

gehören zu einer anständigen Anamnese dazu.


Ein kleiner Tipp:

Redet mehr mit Ärzten, baut gute Kontakte auf, bildet euch weiter und sorgt damit dafür, dass das Bild der Therapeuten ein besseres wird. Wer viel kann braucht sich nicht zu fürchten. UND: Ärzte sind auch nur Menschen!!!!!!!!!!


vor 4.6j
stephan
21.10.2007 10:27

Hmm . ist alles richtig. Ich finde es sollte eine Möglichkeit geben, dass sich Patienten (zb mit rezidivierenden BWS-Blockierungen) ohne ärztliche Diagnostik legal in einer Physiopraxis helfen lassen dürfen. Vllt auf 3 Behandlungen beschränkt? Dann könnte der Physio vllt eine Woche versuchen das Problem zu lösen - dann is der Doc auf alle Fälle dran.

MFg Stephan

vor 4.6j
physiomami
21.10.2007 10:28

Danke, du sprichst mir aus dem Herzen!!! (Ich meine den vorletzten Beitrag...wie kann ich denn nur "zitieren" - bitte hilf mir doch jemand).

vor 4.6j
stephan
21.10.2007 10:33

Ärzte sind auch nur Menschen!!!!!!!!!! <= echt? Nee oder? Du erschütterst meine Grundfesten :P.
Ich dacht immer, wer täglich von 7 bis 22 Uhr arbeitet und die restliche Zeit Bereitschaft hat kann kein Mensch sein.

vor 4.6j
trigger37
21.10.2007 12:05

Zitat von: stephan

Ich finde es sollte eine Möglichkeit geben, dass sich Patienten (zb mit rezidivierenden BWS-Blockierungen) ohne ärztliche Diagnostik legal in einer Physiopraxis helfen lassen dürfen. Vllt auf 3 Behandlungen beschränkt? Dann könnte der Physio vllt eine Woche versuchen das Problem zu lösen - dann is der Doc auf alle Fälle dran.




Das ändert wenig an dem Grundproblem, dass du wieder derjenige bist, der die Erstdiagnose stellt!!!!

Abgesehen davon, dass es sehr viele Ursachen für rezidivierende BWS-Blockaden gibt, um dein Beispiel zu verwenden.

Gib mir bitte mal ein theoretisches Beispiel, wie du in so einem Fall vorgehen würdest. Hier in der Diskussion darfst du jetzt imaginär diagnostizieren!!!!

Patient mit rezidivierenden BWS-Blockaden kommt zu dir in die Praxis und will behandelt werden.

Wie gehst du vor?
Welche Fragen stellst du ihm?
Wie schaut dein Befund aus?
Worauf achtest du?
Wie wirst du behandeln?


vor 4.6j
stephan
21.10.2007 14:04

oh - mir ist nen Wort durchgerutscht

Ich finde es sollte eine Möglichkeit geben, dass sich Patienten

=>

Ich finde es sollte eine Möglichkeit geben, dass sich BEKANNTE (also bereits vorher von mir Therapierte) Patienten ..

Einen Komplettbefund schreib ich jetzt mal nicht her ;) Aber sicher ist nicht nur eine Hypermobilität Ursache davon.
Was ich meine ist, dass man legal ja eigentlich ein Rezept noch nichtmal um weitere Therapieeinheiten (priv. bezahlt) verlängern darf, ohne vorher ärztliche Rezepte anzufordern.
Konkretes Beispiel macht es deutlicher: Eine Patientin kommt mit Parästhesien Unterarm zu mir. Mein Befund deutet auf eine Mischung hochthorakale Blockierung in Verbindung mit einem immobilen Nerven, der mobilisiert werden muss.
Also fange ich an 6x zu behandeln und die Beschwerden lassen deutlich nach. Der Doc sieht, dass es besser geht und verordnet nix mehr. Diese Patientin darf ich rein rechtlich nichtmal weiter behandeln, wenn sie es selbst zahlt um die Therapie nicht 5% vor Schluss zu beenden.

Mfg Stephan

vor 4.6j
physiomami
21.10.2007 14:42

Hui, hier ist ja richtig was los...wenn man euch beiden so zuhört (äh, zuliest ?), wird der Nagel genau auf dem Kopf getroffen!!!

So wie Stephan denke viele...und wie trigger leider nicht.

Uns werden derzeit nur Patienten geschickt, die vorher schonmal untersucht wurden. Ärzte filtern die DD schon weg. Und zu uns kommen die Patienten mit physiotherapeutischen gut behandelbaren Erkrankungen.
Ich habe schon sehr großen Respekt davor, das die demnächst evtl. direkt zu mir kommen dürfen!

vor 4.6j
trigger37
21.10.2007 15:43

@ physiomama:

geh einfach auf Hilfe bei:



(quote=Nutzername]zitierter Text[/quote)

Ersetze Nutzername mit Nick und

ersetze zitierter Text mit dem was du kopieren willst


Ist hier ein wenig mühsam, wenn ich da an andere Foren denke, die haben ein einfaches Button-system.

vor 4.6j
stephan
21.10.2007 15:57

Hi,

stimmt. Physiowissen ist im Gegensatz zu anderen Portalen komplett von mren und mir programmiert und verfügt daher nicht über alle Funktionen anderer Boards, wir wollten nicht kopieren, sondern etwas selbständiges schaffen. So war es möglich andere Funktionen zu implementieren, die in fertigen Board-Systemen nicht möglich wären.
Eine weitere Quote Funktion kann ich aber mal im Hinterkopf behalten :)
Bis dahin gehts mit


vor 4.6j
physiomami
21.10.2007 15:59

(quote= ???]Ist hier ein wenig mühsam, wenn ich da an andere Foren denke, die haben ein einfaches Button-system.[/quote)

Gleich mal ausprobieren...ich bin zu blöd. Was soll ich statt Fragezeichen schreiben?

vor 4.6j
physiomami
21.10.2007 16:02

Egal, ich muß lernen...ich schaue später nocmal rein.

vor 4.6j
trigger37
21.10.2007 16:02

Zitat von: stephan

Konkretes Beispiel macht es deutlicher: Eine Patientin kommt mit Parästhesien Unterarm zu mir. Mein Befund deutet auf eine Mischung hochthorakale Blockierung in Verbindung mit einem immobilen Nerven, der mobilisiert werden muss.
Also fange ich an 6x zu behandeln und die Beschwerden lassen deutlich nach. Der Doc sieht, dass es besser geht und verordnet nix mehr. Diese Patientin darf ich rein rechtlich nichtmal weiter behandeln, wenn sie es selbst zahlt um die Therapie nicht 5% vor Schluss zu beenden.




Siehst du, das ist der Unterschied zu mir.

Denn wenn ich die Ärzte mit denen ich zusammenarbeite bitte, mir eine weitere Verordnung auszustellen, tun sie es auch, weil sie - durch die vielen Gespräche, die ich mit ihnen führe - wissen, was noch machbar ist.

Das ist genau der Punkt, den ich vorher schon mal angesprochen habe

Ich zitiere mich nun selbst:

Redet mehr mit Ärzten, baut gute Kontakte auf, bildet euch weiter und sorgt damit dafür, dass das Bild der Therapeuten ein besseres wird. Wer viel kann braucht sich nicht zu fürchten.



Das Wohl unserer Klienten sollte oberste Priorität haben.

Wie die Kompetenzverteilung aussieht ist Sache des (reformierungsbedürftigen) Gesundheitssystems. Jedes System kann umgangen werden. Macht Ärzte zu euren Verbündeten und NICHT zu euren Feinden.

vor 4.6j
trigger37
21.10.2007 16:09

@stephan:

Respekt, vom programmieren habe ich gar keine Ahnung.

Wollte nicht kritisieren, nur inspirieren!!! :-)

vor 4.6j
stephan
21.10.2007 16:12

Nochmal ich (bevor ich wirklich lernen gehe ;) ),

ich gebe dir Recht. Mit Ärzten reden ist auf alle Fälle wichtig. Ich versuche so oft wie möglich das Gespräch zu suchen und damit eine Basis und vertrauen zu schaffen. Leider komme ich dann durchaus öfters an den Punkt, dass ich Sätze wie "nächstes Quartal kann ich nochmal was verschreiben" oder so hören muss. An diesem Punkt weiche ich auf Plan B aus und lasse ein Privatrezept ausstellen, damit ich mich absichern kann. Dabei kann ich von der langjährigen Präsenz unserer Praxis profitieren, die bereits seit 20 Jahren versucht durch Qualität und nicht durch blinkende Leuchreklame zu werben.

So wie du es beschreibst ist das auch, was ich in der Praxis tue.

Schön wärs halt, wenn privat gezahlte Therapien abgesichert wären. Ich denke, wenn ein Patient das Geld dafür auf den Tisch legt und merkt, dass es nicht funktioniert, wird er automatisch den Weg zum Arzt suchen. Und ich bin auch selbstkritisch genug Behandlungen abzulehnen und erst nach Rücksprache mit dem Arzt zu behandeln (und das dann auch, wenn dieser bereits ein Rezept hat).

Mfg Stephan

vor 4.6j
stephan
21.10.2007 16:13

Zitat von: trigger37

Respekt, vom programmieren habe ich gar keine Ahnung.
Wollte nicht kritisieren, nur inspirieren!!! :-)


.. genau so hab ich das verstanden :) - und danke :)

vor 4.6j
physiomami
21.10.2007 17:30

He Stepahn, du lernst auch? Was?

vor 4.6j
stephan
21.10.2007 19:14

Heute Manuelle Therapie ISG

vor 4.6j
physiomami
21.10.2007 20:06

Ah, mein allerliebstes Lieblingsthema, dafür sollten wir jetzt das Forum wechseln...

vor 4.6j
ariane
22.10.2007 15:38

also ihr lieben phxsio´s, was ich heut erlebt hab ist echt der hammer. folgende situation: patientin, Rückenschmerzen, Mrt LWS BWS alles i.o. bzw. nichts sichtbar, bekommt physio und da haben mehrere PT´s festgestellt das in der BWS in Bauchlage 2 Wirbel nicht bzw. schwer tastbar sind, wenn sie tastbar sind nur unter Schmerzen und man fühlt eine leichte rechtsverschiebung. Patientin geht zum Arzt, erzählt das ihm, nach 1 min. ist sie wieder darussen mit dem kommentar: MRt ist i.o. nichts erkennbar, die Physios spinnen, sie sollten nochmal anantomie lernen und auf die art und weise sie wären unfähig. ohne auch nur einmal sich die stelle anzuschauen und selber zu tasten.

Kann sowas sein?
Wird den Pt´s nicht vertraut?
Ist Zusammenarbeit nicht wichtig?
Sollen wir nicht bei der Diagnosefindung helfen, wenn bis jetzt noch unklar ist, was es ist?
Wenn man weiter behandelt und dann irgendetwas passiert, ist man da abgesichert?

Ich muß sagen ich bin sehr erschrocken über das Verfahren des Arztes!!!

vor 4.6j
trigger37
22.10.2007 20:21

Hallo ariane

Ich versuche mal die Fragen der Reihe nach zu beantworten und zwar aus meiner Sichtweise.


Ja!! Und ist nicht mal eine Seltenheit. Das kommt in der Praxis immer wieder vor. Mrt wird in der Rückenlage gemacht und gibt ein ganz, ganz anderes Bild, als in BL. (Nur ein kleiner Zwischenkommentar: In ganz seltenen Fällen kommt es bei uns vor, wenn alle anstehen, dass wir Bandscheibenpat. zum Dr. vet. med. schicken, weil die die einzigen sind, die MR im Stand (für Pferdchen vorgesehen) machen können.

PT´s wird selten wirklich vertraut, weil zu viel schon aus Unerfahrenheit, Größenwahn und Dummheit passiert ist. RUF MUSS ERST WIEDER HERGESTELLT WERDEN.
Da sind wir alle gefragt!!!

Zusammenarbeit ist sogar extrem wichtig. Wenn du gut bist, hast du die dementsprechenden Ärzte aller Fakultäten auch hinter dir und das Netzwerk funktioniert. Braucht lange so eines aufzubauen. Je besser du wirst, desto mehr Vertrauen bekommst du, desto mehr Mitspracherecht erarbeitest du dir. Lass Taten folgen und vermeide viele Worte.

Selbstverständlich sollt ihr bei der Diagnosefindung helfen. Je genauer euer Befund, desto mehr Aussagekraft. (Wie oft hab ich PT-Befunde von Kollegen/innen gesehen wo nur WISCHI-WASCHI drin stand) Werdet selbstkritischer!!!

Wer von den PT´s hat mit dem Arzt persönlich Kontakt aufgenommen? Führt ein klärendes Gespräch, erörtert mit ihm was ihr gefunden habt, hinterfragt, ob er in BL befundet hat und verlasst euch nicht auf Aussagen von DRITTEN (Pat.). Hat einer von euch persönlich gehört, was der Arzt mit Pat. besprochen hat. Es gibt soooooo viele Pat. (ganz besonders SCHMERZpat.) die versuchen alle gegeneinander auszuspielen (ist nicht erst einmal vorgekommen)

Nochmals, Sowas kommt in der Praxis immer wieder vor.

Nicht entmutigen lassen!!!

Mit jeder Weiterbildung werdet ihr besser und je besser ihr werdet, desto größer wird das Vertrauen in euch. Doch dieses Vertrauen muss man sich erst sehr sehr hart erarbeiten!!!




vor 4.6j
stephan
22.10.2007 20:31

Weils gerade dazu passt noch ein Tipp:

Wenn ihr Vermutungen habt, dass die Diagnose nicht stimmt und ihr aber weiter zb. Bildgebende Verfahren benötigt, dann "impft" eure Patienten mit Keywords, die den Arzt auf die für euch richtige Fährte bringen, aber lasst dem Arzt das Gefühl, dass er darauf gekommen ist ;).
Meine Erfahrungen zeigen, dass man so weit besser kommt, als wenn man Patienten direkt mit der entsprechenden Bitte zurückschickt.

:)

vor 4.6j
marions
22.10.2007 23:05

Sehr hilfreich finde ich auch, wenn man die Patienten genau über das Krankheitsbild/ Biomechanik/ eigene Diagnostik und ärztliche Diagnostik aufklärt. Dadurch, wenn man "clevere" Patienten hat, klärt sich oftmals das Problem.
;-)

vor 4.6j
lollo2607
29.10.2007 17:56

Erstmal vielen Dank für diese spannende Diskussion an die beiden Herren Stephan & trigger37(Hochachtung)! Befinde mich ja nun noch in der Ausbildung und sicherlich wäre es eine schöne Vorstellung später selbst den Doc zu spielen, aber ganz ehrlich...auch wenn nach der Ausbildung noch ne Quali oder sonst was rangehängt wird,ohne längere Berufserfahrung etc würd ich es mir nicht zutrauen!!! Wir werden teilweise so unterrichtet, das ich was mit den Fragen von Trigger37(red flags etc.)was anfangen kann und ich auch versuche es in meine Behandlung(wohl gemerkt nur Praktikumserfahrung, also irgendwie fernab der Realität!) einfließen zu lassen ,aber hey das ist verdammt schwierig! Auch mal überlegen, dass vielen PTs die Prüfung nur durch beide Augen zudrücken schaffen, oder weil sie Lehrerliebling sind!!! Darauf würde ich als Patient nicht vertrauen wollen...Grundlegend sollte die Ausbildung in Dtschl. reformiert werden, denn bislang gelten Schüler leider häufig als billige Arbeitskraft, die einfach irgenwas machen, was keiner kontolliert...Und später ne Diagnose erstellen???Nein Danke!!!

vor 4.6j
trigger37
29.10.2007 18:41

@lollo2607

Wenn du jetzt schon so weit bist, bist du auf dem allerbesten Wege. Alles was du lernst kommt (jetzt) dir und (später) deinen Pat. zugute. Je früher ein Qualitätsbewußtsein geschaffen wird desto schneller steigt wieder der Ruf der PT's. Gib zu jedem Zeitpunkt dein bestes und du kannst nichts falsch machen.

Was die Lehrerlieblinge angeht bzw. die, die nur so mal durchrutschen bei Prüfungen, da kann ich dich beruhigen. In der freien Berufswelt wird beinhart ausgesondert. Bist du gut brauchst du dir keine Sorgen machen, bist du nicht gut werden dir die Pat. ausbleiben. Jeder hat mal klein angefangen und alle starten mit den gleichen Voraussetzungen ins Berufsleben. Was jeder einzelne daraus macht bleibt ihm selbst überlassen.

Je besser wir unseren Berufsstand präsentieren desto mehr Verantwortung erhalten wir WIEDER. Doch bin ich der Meinung, dass wir uns nicht jeden Schuh anziehen müssen, schon gar nicht wenn der einige Nummern zu groß ist.






vor 4.5j
cary
06.11.2007 23:32

Ich muß lollo2607 recht geben. Ich bin noch nicht lange "fertig" ausgebildete Physiotherapeutin und habe daher noch sehr gut im Hinterkopf, wer an unserer Schule so ausgebildet wird. Jeder Schüler bringt der Schule Geld und deswegen wird genommen, wer irgendwie geht. Bis vor drei Jahren gab es nicht einmal ein Auswahlverfahren. (Ich als Umschülerin hab eins durchlaufen müssen.) Hier im Raum gibt es inzwischen so viele PTSchüler, daß das Regierungspräsidium bei den Prüfungen knallhart ausradiert, zum Glück. Diesen Sommer sind 80 Prozent durchgefallen. (an unserer Schule)
Es sollte eine Begrenzung auf Länderebene geben, wie viele pro Jahr ausgebildet werden dürfen. Außerdem sollte eine unabhängige Komission die Auswahltests für die Schulen durchführen.

Nochmal Thema Diagnoserecht für PTs:
Ich glaube, irgendwann wird es sich durchsetzen, wenn der drohende Ärztemangel nicht abgewendet wird. Wie es dann konkret aussieht, wir werden sehen. Und mal eine andere Sichtweise: Wären wir denn die schlechteren Diagnostiker, als die Äzte? Ich habe schon oft den Satz gehöhrt: Mein Physiotherapeut hat es herausgefunden.
Sicherlich ist die Diagnosestellung eine große Verantwortung, aber wie oben erwähnt, sollten wir uns langsam mit dem Gedanken anfreunden. Ich selbst würde sie mir mit meinem jetzigen Wissensstand nicht zutrauen.

Ruf der Physios:
Wenn die Augenzugedrückten und Lehrerlieblinge wirklich knallhart im Berufsleben aussortiert werden, dann kann der Ruf der PTs gar nicht so schlecht sein. Denn das sind ja die, die dumm, (unerfahren), größenwahnsinnig sind.
Aber vielleicht sollte man den Leuten/Ärzten mal sagen, was genau wir eingentlich alles wissen und können müssen. (Ach, du bist PT? Ich bräuchte da mal eine Massage ...)

Weiterbildungen würd ich gern machen. Ist hier zufällig jemand dabei, der mir eine Arbeitsstelle gibt, damit ich mich weiterbilden kann? MT zum Beispiel? Oder Bobath? Oder am besten beides? Und da wäre noch ...



vor 4.5j
siar
07.11.2007 18:03

Hallo in die Runde.
Eigentlich war ich nur an euren Meinungen interessiert, nun muss ich mich aber doch mal einmischen. Ich lasse meine Gedanken jetzt einfach mal durcheinander aus mir raus.
Ich gebe trigger37 völlig recht.
Es geht im Grunde nicht darum, ob ein PT "gut" oder "schlecht" ist oder ob er diagnostizieren darf oder nicht. Kommt mal wieder runter von eurem Thron! Erhebt euch nicht über die Ärzte! Mit dieser Einstellung erreicht ihr rein gar nichts....eher das Gegenteil. Im Mittelpunkt dieser Diskussion sollte das individuelle Gesundheits-Krankheitsproblem des Patienten stehen....nicht das PT-EGO. Sorry, dass ich das so sage, aber so kam es beim Lesen bei mir an. Konzentriert euch nicht auf die Fehler der Ärzte....die passieren uns auch! Außerdem unterliegen Ärzte auch den Auflagen unseres schlechten Gesundheitssystems und leben im ständigen Rollenkonflikt. Unsere Ärzte wissen auch, was sie z.B. in 1 Stunde mit den Patienten machen müssten, wenn sie 1 Stunde Zeit bekämen. Es ist doch egal, wie ihr erreicht, dass es den Patienten besser geht, Hauptsache ihnen wird geholfen. Der günstigste Weg ist zweifelsohne die Zusammenarbeit. Ein PT-Befund sollte den Arzt-Befund ergänzen....wir sind Kollegen, keine Feinde!!!

Weiterhin bin ich der Meinung, dass ein ausgebildeter PT, Bachelor oder Master nicht in der Lage ist, Diagnosen zu stellen. Ein PT wird erst dann professionell und nähert sich dem Wissensumfang eines Arztes an, wenn er A) Erfahrungen sammelt, B) aus inneren Antrieben heraus lernt und C) sich engagiert und spezialisiert. Die wichtigsten Lernprozesse erfolgen erst nach der Ausbildung...d.h. wenn der PT eigenverantwortlich arbeitet. Wer sollte also entscheiden, ab wann ein PT Diagnosen stellen "kann"????
Meine Idee wäre eher: Die Befundergebnisse aller Gesundheitsfachberufe (auch DA, Ergo, Heilpraktiker,...) sollten beim Arzt zusammen fließen, damit eine Diagnose entsteht. Über die günstigste PT-Therapiemethode sollte der PT dann allein entscheiden dürfen. Am Beispiel: Die I-T-Kurve liefert sehr detaillierte Ergebnisse, welche vom PT interpretiert und an den Arzt weiter geleitet werden sollten. Sie können oftmals weiter helfen als ein ENG oder EMG. Da der Arzt allerdings weniger über das Spektrum der neurologischen PT-Methoden weiß, sollte der PT darüber entscheiden. Im Zuge der Professionalisierungsanstrengungen in der deutschen PT-Bildung halte ich das für realisierbar.

Und nun möchte ich noch etwas über das häufige Kommunikationsproblem mit den Ärzten los werden. Bitte kommuniziert nicht über den Patienten!!!! Ihr verbaut euch jede kollegiale Ebene zum Arzt. 1.Sprecht persönlich mit den Ärzten!!! 2.Verwendet Fachtermini!!! 3.Nutzt die 1.Behandlung größtenteils zur Befunderhebung!!! Viel zu oft wird (wenn überhaupt) ein indirekter Befund erhoben...Dokumentation nahezu null. 4.Bildet die Patienten weiter und macht sie zu einem Experten ihrer eigenen Gesundheit!!! und wie trigger37 schon schrieb: überzeugt durch euer fachgerechtes Handeln und die Erfolge an den Patienten!!! Betrachtet Ärzte als Partner im Gesundungsprozess der Patienten!!!

So, und nun beende ich den Roman.

vor 4.5j
trigger37
07.11.2007 20:38

@carry:

==> Ich glaube, irgendwann wird es sich durchsetzen, wenn der drohende Ärztemangel nicht abgewendet wird.


Ich weiß nicht wieso immer von einem drohenden Ärztemangel geredet wird. Es gibt in Deutschland keine freien Studienplätze für Medizin, deutsche Studenten überrennen österreichische Unis um das Medizinstudium beginnen zu können und selbst wenn 25 - 30 % der Studenten das Handtuch werfen, weil's doch nicht ihres ist, so lautet meine Frage: WO SIND DANN DIE VIELEN ÄRZTE ??????????????????

P.S.: In Österreich haben wir so viele Ärzte, dass ein großer Anteil derer, anderen Berufen (TAXI-fahrer, Gastgewerbe, etc. ...) nachgehen muss weil keine freien Stellen da sind. In Deutschland war es bis 2002 auch so (bin 2002 wieder zurück in die Heimat). Ich glaube nicht, dass sich in den letzten fünf Jahren so viel geändert hat.



Zitat von: siar

Kommt mal wieder runter von eurem Thron! Erhebt euch nicht über die Ärzte! Mit dieser Einstellung erreicht ihr rein gar nichts....eher das Gegenteil. Im Mittelpunkt dieser Diskussion sollte das individuelle Gesundheits-Krankheitsproblem des Patienten stehen....nicht das PT-EGO. Sorry, dass ich das so sage, aber so kam es beim Lesen bei mir an. Konzentriert euch nicht auf die Fehler der Ärzte....die passieren uns auch!




Und diese Worte von einer Lehrkraft. Ich ziehe meinen Hut und verneige mich !!!



Ich wurde irgendwann im letzten Jahrtausend an den Wiener Uni-Kliniken ausgebildet. Dort war es an der Tagesordnung uns als "die ELITE!, "die BESTEN der BESTEN", "die Zukunft unseres Landes", etc., ... aufzubauen. Und so geht man hinaus in die große weite (Berufs)Welt mit erhobenem Haupt und geschwelter Brust.

Nach einigen Jahren der Symptombekämpfung und zahlreichen Fortbildungen stellt man dann doch fest, dass man in Wahrheit einen Sch...dreck kann und weiß. Und dann erfolgt das Umdenken. Ursachenforschung wird betrieben, ein selbstkrtisches hinterfragen, was man da eigentlich tut folgt und dann die Erleuchtung. Jedes Symptom hat eine Ursache, jeder Schmerz einen Grund, jeder knöcherne Block (egal in welchem Gelenk) kommt nicht einfach so just for fun. Und dort muss man den therapeutischen Hebel ansetzen. NUR DAS LERNT MAN LEIDER IN KEINER SCHULE. Denn das Werkzeug das ihr von der Schule mitbekommt macht euch nur zum Schmiedl und noch lange nicht zum Schmied.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Lernen, lernen, lernen und nochmals lernen. Das geht das ganze Berufsleben so weiter.

Nur wer bereit ist sich ständig selbst kritisch zu hinterfragen (was tue ich da eigentlich?) wird sich weiterentwickeln.






vor 4.5j
physiomami
07.11.2007 21:11

Und irgendwann kommt die Zeit, dann merkt man, das Ärtze dankbar für die Zusammenarbeit sind und den Physios ansich gar nichts Böses wollen! (Und auch dann selber gerne zu einem in die Behandlung kommen, wenn sie verletzt sind !)


Aber wie Trigger schon schrieb: davor steht Lernen, Lernen, Lernen und ja nicht damit aufhören.

vor 4.5j
stephan
07.11.2007 21:30

Zitat

Und irgendwann kommt die Zeit, dann merkt man, das Ärtze dankbar für die Zusammenarbeit sind und den Physios ansich gar nichts Böses wollen! (Und auch dann selber gerne zu einem in die Behandlung kommen, wenn sie verletzt sind !)



*tränchen ausm auge wisch* Ein schönes Märchen *träum*

Ich arbeite dran, gebe mir Mühe und versuche mit guten, diagnosespezifischen Behandlungen zu überzeugen, aber wirklich vorwärts geht es nicht. Bin letztens von nem Doc wie nen kleines Kind behandelt worden (obwohl wie kurze Zeit später klar wurde mit stimmendem Verdacht) - da überlegt man schon ob man diese Kraft immer aufbringen will.

Es wäre sehr schön, wenn die "andere Seite" auch die Vorteile sehen wollen würde. Immerhin können wir auf Grund unseres größeren Zeitvolumens einfach mehr versuchen. Rein rechnerisch schlägt nen 6er KG Rezept mit 80-90€ zu Buche, wobei allein ein MRT das 10-fache bedeutet.

OK, genug gewettert, jetzt mal etwas zur Entlastung der Situation.

Konkret: Wann haben Ärzte mit Physiotherapeuten direkt zutun?

Doch oft nur im Rahmen von Ausbildung oder Assistenzartzzeiten in Klinken. Dort ist, basierend auf die oftmals geringen Allgemeinzustände, natürlich keine maximale Therapie möglich und wenn, dann nur im Zimmer.
Was nach außen bleibt ist ein angeschlagener Patient, der von 2 "Weißen" über den Flur begleitet wird.
.. vielleicht liegt da schon die Grundlage?

vor 4.5j
siar
07.11.2007 21:47

Zitat von: tigger37

Jedes Symptom hat eine Ursache, jeder Schmerz einen Grund, jeder knöcherne Block (egal in welchem Gelenk) kommt nicht einfach so just for fun. Und dort muss man den therapeutischen Hebel ansetzen. NUR DAS LERNT MAN LEIDER IN KEINER SCHULE.



Oh doch....diese Denkweise versuche ich allerdings zu vermitteln. Es ist aber unmöglich, die komplexen Zusammenhänge der Krankheitsentstehung seitens des Menschen zu lehren. Das geht nun wirklich nicht. Es ist die Arbeit des PTs, in mühevoller Kleinarbeit alle Teile des Puzzles zusammenzusetzen. Die Ausbildung in "Fächern" trägt leider dazu bei, den Menschen auch in "Fächern" zu sehen. Würde die Ausbildung in Lernfeldern stattfinden (vgl. Pflegeausbildung), könnte man dem Problem vielleicht entgegen wirken und die Lernprozesse der Selbstreflexion bereits in die Ausbildung einfließen lassen. Mein großes Stichwort...SELBSTREFLEXION....es scheint von den Regionalschulämtern nicht gewollt zu sein, auch diese überaus wichtige Kompetenz zu lehren. Daran muss also jeder PT selbst arbeiten. Wenn wir also professionelle PTs sein wollen, brauchen wir Schlüsselqualifikationen, die wir in der derzeitigen 3jährigen, schulischen Ausbildung nicht bekommen. Die "jungen PTs" von heute sind diejenigen, die es mit in der Hand haben, ob der Stand und die Anerkennung der PTs in der Zukunft revolutioniert werden.

Zitat

WO SIND DANN DIE VIELEN ÄRZTE ??????????????????



Das frage ich mich auch???
Ich sehe es im Osten Deutschland besonders problematisch: alternde Bevölkerung, immer früher einsetzender Krankheitsbeginn, Ärztemangel im ambulanten Bereich, ausländische Ärzte im stationären Bereich.....hier will kein Arzt "versauern". Immer mehr Ärzte wenden ihrem Beruf den Rücken zu, weil sie der Belastung nicht stand halten, ein attraktiveres Arbeitsmilieu im Ausland suchen (Verdienst, Arbeitszeiten,...) oder die Zwänge des Gesundheitssystems nicht mit ihrem Gewissen und vielleicht sogar ihrem Hippokratischen Eid vereinbaren können. Wir müssen uns auflehnen und den Politikern klar machen, dass wir uns das nicht bieten lassen....aber so weit sind wir noch nicht....jeder kämpft für sich und gegen den anderen....anstatt sich zusammen zu tun und etwas zu verändern und zu bewirken. Ich hoffe auf die ersten deutschen Bachelor und Master...vielleicht bringen sie uns neue Ideen.



vor 4.5j
siar
07.11.2007 22:01

Ich muss jetzt mal eine Frage einwerfen.
In vielen Ländern (Schweiz, England, Skandinavien,...) hat der PT einen höheren Stellenwert und ein anderes Anforderungsniveau. Schon die Berufsbeschreibung lässt dem PT mehr Handlungsspielraum und Entscheidungsfreiheit als im "verbohrten" Deutschland, wo der PT "immer noch" als Marionette der Ärzte fungiert.
ALSO: Wie haben die anderen Länder den Wandel geschafft??? Was könnte in Deutschland dazu beitragen?

?????????

vor 4.5j
trigger37
07.11.2007 22:44

Zitat von: stephan

Konkret: Wann haben Ärzte mit Physiotherapeuten direkt zutun?




Habe vier Jahre in einem Privatkrankenhaus gearbeitet (bevor ich meine eigene Praxis aufgemacht habe) und wir hatten jede Menge Turnusärzte. Neun von zehn hab ich behandelt. Das spricht sich sehr schnell herum. Habe einige Mittagspausen geopfert. Zu vielen hab ich heute noch privaten Kontakt und viele kommen weiterhin zu mir, wenn sie ein Problem haben. Und wieder einige von genau denen schicken mir heute Patienten. Aus Turnusärzten wurden fertige Allgemeinmediziner und einige machen noch immer ihren Facharzt.

Habe auch ca. zwei Drittel aller unserer damaligen Oberärzte behandelt. Und als ich mich selbstständig gemacht habe, haben sie mir von Anfang an Pat. geschickt. Bei einer Oberärztin arbeite ich immer noch einmal die Woche in ihrer Ordi, wenn sie freien Tag hat. Da fahre ich jeden Mittwoch extra 80km nach Wien. Ist so eine Art zweites Standbein und um den Kontakt zu Wien nicht ganz zu verlieren.

Stephan, es liegt an dir selbst einen guten Ruf aufzubauen, den Kontakt zu suchen und zu pflegen. Es steht dir frei. Wie woanders schon erwähnt, ich hab sie lieber als Verbündete und einige sogar als Freunde (net lachen is so !!!)


Zitat von: siar


Oh doch....diese Denkweise versuche ich allerdings zu vermitteln. Es ist aber unmöglich, die komplexen Zusammenhänge der Krankheitsentstehung seitens des Menschen zu lehren. Das geht nun wirklich nicht. Es ist die Arbeit des PTs, in mühevoller Kleinarbeit alle Teile des Puzzles zusammenzusetzen.




Schön zu hören, dass sich das verändert hat und weiter verändert. Und nochmals:Ich ziehe meinen Hut und verneige mich !!! Natürlich lernt man die komplexen Zusammenhänge erst durch die Erfahrung der Jahre, keine Frage!!!

Danke für das Vermitteln von Werten Siar Danke !!!!


trigger37 = jetzt böse Zunge (wär auch ein netter nick): Wie viele kleine PT-Götter laufen denn da draußen frei rum und verhalten sich so als ob sie die Medizin erfunden haben??? Wir können alles, wir wissen alles und uns braucht sowieso keiner blöd zu kommen.

Eins, zwei, viele.

Nochmals: Danke für das Vermitteln von Werten Siar Danke


vor 4.5j
cary
07.11.2007 22:50

Siar, du sprichst mir aus der Seele. DANKE

vor 4.5j
trigger37
08.11.2007 08:23

Zitat von: siar

Schon die Berufsbeschreibung lässt dem PT mehr Handlungsspielraum und Entscheidungsfreiheit als im "verbohrten" Deutschland, wo der PT "immer noch" als Marionette der Ärzte fungiert.
ALSO: Wie haben die anderen Länder den Wandel geschafft??? Was könnte in Deutschland dazu beitragen?




Meiner Meinung nach ist es wichtig, einen Berufs-Verband zu haben, der viele Mitglieder hat und die Interessen der PT´s auch politisch vertritt. Nur wenn ihr geschlossen auftretet, habt ihr Chancen etwas zu bewegen. Dazu muss erst mal eine einheitliche Linie gefunden werden.


Eine andere Antwort hast du dir selbst schon gegeben!!!

Du hast oben etwas sehr schönes gesagt:

Zitat

Daran muss also jeder PT selbst arbeiten. Wenn wir also professionelle PTs sein wollen, brauchen wir Schlüsselqualifikationen, die wir in der derzeitigen 3jährigen, schulischen Ausbildung nicht bekommen. Die "jungen PTs" von heute sind diejenigen, die es mit in der Hand haben, ob der Stand und die Anerkennung der PTs in der Zukunft revolutioniert werden.


jeder kämpft für sich und gegen den anderen....anstatt sich zusammen zu tun und etwas zu verändern und zu bewirken. Ich hoffe auf die ersten deutschen Bachelor und Master...vielleicht bringen sie uns neue Ideen.




Die Ideen sind die ganze Zeit schon da, es fehlt nur an der Umsetzung. Mit "es wird schon werden" wurde noch nie was erreicht. Meckern ohne selbst bereit zu sein Zeit zu investieren wird nicht funktionieren. Ihr habt es selbst in der Hand !!!

Carpe diem !!!






vor 4.5j
physiomami
08.11.2007 10:12

Zitat

trigger37 = jetzt böse Zunge (wär auch ein netter nick): Wie viele kleine PT-Götter laufen denn da draußen frei rum und verhalten sich so als ob sie die Medizin erfunden haben??? Wir können alles, wir wissen alles und uns braucht sowieso keiner blöd zu kommen.



Hi, Trigger: ...jetzt werden wir auch noch "beschimpft"

Zitat

Es wäre sehr schön, wenn die "andere Seite" auch die Vorteile sehen wollen würde. Immerhin können wir auf Grund unseres größeren Zeitvolumens einfach mehr versuchen. Rein rechnerisch schlägt nen 6er KG Rezept mit 80-90€ zu Buche, wobei allein ein MRT das 10-fache bedeutet.



Lieber Stephan: Bei mir entschuldigen sich die Ärzte für die "kleinen Preise".



vor 4.5j
trigger37
08.11.2007 10:43

@physiomami

==> ..jetzt werden wir auch noch "beschimpft"

Mami, Mami, ... ich dachte gerade DU verstehst mich, wie das gemeint ist :).




vor 4.5j
physiomami
08.11.2007 12:51

Darum die Anführungsstrichelchen ;)


vor 4.5j
stephan
08.11.2007 12:59

Zitat von: physiomami

Lieber Stephan: Bei mir entschuldigen sich die Ärzte für die "kleinen Preise".



Es gibt Ärzten, denen unsere Honorare peinlich sind? Cool :)
Aber ich glaub nen Hausarzt bekommt 4,50 für nen Hausbesuch. Da wachsen die Bäume auch nicht mehr in den Himmel.

Ich denke das ist aber sowohl eine andere Diskussion als auch eher ein generelles Problem der Gesundheitsreform

vor 4.5j
trigger37
08.11.2007 13:04

Sorry, die hab ich in der Eile übersehen :)

Smilies funktionieren besser :) :) ;))

Lern brav ;))))))

vor 1.8j
julia0506
21.08.2010 22:41

Interessant das hier nach so langer Zeit zu lesen :) Ein bisschen was hat sich ja dann doch schon getan was Direct Access usw angeht ... bin grad im 2. Jahr des Bachelorstudiums und soll eine Einschätzung über Diagnose- und Direct Accessfähigkeit der deutschen Physios schreiben! Wie seht ihr die ganze Geschichte jetzt? (Fast 3 Jahre später!) Würde mich mal interessieren! :) Gruß Julia

vor 1.5j
zoora
22.11.2010 22:10

Wir thematisieren grad dieses Thema an der FH, da dachte ich, das Folgende passt deshalb auch hier sehr gut hin.


Hallo,
Wir, d.h. zwei Erstsemesterstudenten im Studiengang Physiotherapie aus Kiel, haben im Rahmen eines Vortrags über die Berufspolitik der Physiotherapeuten in Deutschland eine Umfrage erstellt, die sich insbesondere auf den Akademisierungsprozess der Ausbildung bezieht. Wir würden uns sehr über möglichst viele Teilnehmer und das Weiterleiten der Umfrage freuen!

http://www.haekchen.at/haekchen/fragebogen.asp?user=zoora&id=1

Vielen Dank,

Birte J. und Alva M.

vor 1.5j
meryem04
24.11.2010 18:57

also ich finde das wir alle viel besser dran wären wenn wir in der Diagnostik mehr Freiheit hätten. Wir bekommen so gründlichen Ärtzeunterricht und haben eigentlich keinen Verwendung dazu das ist verschwendetes Wissen (die Details. Nur klar das es eine große Verantwortung ist aber den pat eine schlechte Behandlung zumuten ist eig auch verantwortungslos meiner Meinung nach. In Schweden oder in Norwegen oder so da haben die PT viel größeren Spielraum und die pat wo man sich nicht sicher ist kann man ja noch alle male zum Atzt schicken und mit bildgebenden Verfahren untersuchen lassen. Schade das es hier nicht so ist leider